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AutomarktKeine Entwarnung in der Autobranche

Die Coronakrise wirkt sich auch im August noch auf den deutschen Automarkt aus. Trotz hoher Kaufprämien und Mehrwertsteuersenkung erholt sich der Absatz nicht.Stefan Menzel 03.09.2020 - 16:37 Uhr aktualisiert

Im August wurden deutlich weniger Neuzulassungen registriert als im Vorjahr.

Foto: dpa

Düsseldorf. Die Aufwärtsentwicklung auf dem deutschen Automarkt ist erst einmal wieder gestoppt. Wie das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Donnerstag mitteilte, sind im August auf Deutschlands Straßen 251.000 neue Pkws zugelassen worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das ein Minus von 20 Prozent.

Wegen der Corona-bedingten Zwangspausen in Produktion und Verkauf war der Einbruch für die deutsche Automobilbranche im April am stärksten. Im Frühjahr war die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Jahresvergleich um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Danach ging es Monat für Monat wieder aufwärts. Im Juli betrug das Minus nur noch fünf Prozent.

Das August-Minus von 20 Prozent ist auf den ersten Blick ein Rückschlag für die Autoindustrie. Doch in der Branche wird vor übereilten negativen Schlussfolgerungen gewarnt. „Das ist ein Sowohl-als-auch-Ergebnis“, sagte ein Verbandsvertreter. Das hohe Minus dürfe nicht überbewertet werden.

Im August vergangenen Jahres hatte die gesamte Branche verstärkt Neuwagen in den Markt gedrückt, weil zum 1. September neue und verschärfte Abgasvorschriften innerhalb der EU in Kraft getreten waren („WLTP“). Ältere Fahrzeuge, die die neuen Vorgaben damals noch nicht erfüllten, wurden verstärkt vor dem Stichtag 1. September über Tageszulassungen und Rabattsonderaktionen verkauft.

„Deshalb sind vor einem Jahr im August vergleichsweise viele Neuwagen zugelassen worden“, sagte ein Sprecher des Verbandes Internationaler Kraftfahrzeughersteller (VDIK), in dem Marken wie Toyota, Fiat und Renault zusammengeschlossen sind. Außerdem habe es im August 2020 einen Arbeitstag weniger gegeben, was ebenfalls zu dem hohen Verkaufsminus beigetragen habe.

Dass die aktuellen August-Zahlen nicht ganz so schlecht sind, zeigt ein längerfristiger Vergleich. Während der vergangenen zehn Jahre sind in einem August in Deutschland durchschnittlich 245.000 neue Pkws verkauft worden. Mit 251.000 Neuzulassungen liegt der August 2020 also darüber.

Besser hat sich das Privatkundengeschäft bei Neuwagen entwickelt, das im August nur mit sieben Prozent im Minus lag. Nach Angaben des VDIK hat wahrscheinlich die Mehrwertsteuersenkung einen wesentlichen Anteil daran. Schwieriger sind die Geschäfte mit Flotten: Großkunden wie Unternehmen und Autovermietungen zögern Corona-bedingt noch stärker beim Neuwagenkauf.

Beim Blick nach vorn bleibt die Autobranche vorsichtig. „Für eine Entwarnung ist es noch zu früh“, hieß es beim Verband der Automobilindustrie (VDA), der Vereinigung der großen deutschen Hersteller und Zulieferer. Wegen eines vergleichsweise schwachen Auftragseinganges macht sich der Verband Sorgen um die Auslastung der deutschen Autofabriken.

Nachdem der Auftragseingang aus dem Inland in den Monaten Juni und Juli aufgrund von Nachholeffekten aus den ersten Quartalen über den Vorjahreswerten gelegen hatte, wurde das Vorjahresniveau im August mit minus zehn Prozent wieder deutlich unterschritten, so der VDA.

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