Mercedes: Sinkende Margen und Personalkürzungen belasten den Konzern
Stuttgart. Niedrige Verkaufszahlen, Werke in Unterauslastung und die ausbleibende Nachfrage in China könnten Mercedes-Benz in eine bedrohliche Abwärtsspirale befördern. Umsatz, Absatz und Profit des Dax-Konzerns schrumpfen, wie der Bilanzcheck des Handelsblatts zeigt.
Branchenexperten und Insider warnen: Je tiefer die Stückzahlen fallen, desto unattraktiver wird die Marke für Lieferanten von Schlüsseltechnologien wie Batterien und Chips. „Das ist nicht gut. Es besteht die Gefahr, langfristig in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen“, sagte Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA), dem Handelsblatt. „Das wäre problematisch, zumal Mercedes keinen schützenden Ankeraktionär hat.“
Eine Mercedes-Führungskraft berichtet: „Viele Komponentenhersteller sind schon jetzt unzufrieden mit unserer Absatzkurve.“ Kosten runter, Preise rauf: Mit dieser Formel fuhr Mercedes-Benz über viele Jahre hinweg hohe Gewinne ein und hat so sein Image als Luxusmarke gestärkt. Seit 2024 stößt dieser Ansatz jedoch an seine Grenzen.
Autos sind anders als während der Coronakrise keine Mangelware mehr, sondern massenhaft verfügbar. Der globale Marktanteil der Schwaben beim Neuwagengeschäft ist seit 2019 von drei Prozent auf 2,5 Prozent gesunken. Dieses Jahr könnten die Auslieferungen sogar auf 1,83 Millionen schrumpfen und die adjustierte operative Pkw-Rendite von 8,1 auf 4,4 Prozent fallen, fürchten Bernstein-Analysten. Ursprünglich wollte Mercedes zwischen 2021 und 2026 um jährlich fünf Prozent wachsen und den Absatz von 1,9 auf 2,5 Millionen Pkw steigern. Ein Vorhaben, das nicht zu halten ist.