Chemieriese: BASF-Betriebsgewinn sinkt weniger stark als befürchtet – Aktie gewinnt
Der Umsatz des Chemieriesen ist im ersten Quartal deutlich zurückgegangen.
Foto: dpaFrankfurt. Der Ludwigshafener Chemieriese BASF hat im ersten Quartal einen starken Rückgang seines Betriebsgewinns (Ebit) verbuchen müssen. Das Ebit vor Sondereinflüssen sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp ein Drittel auf 1,93 Milliarden Euro – 2022 waren es 2,82 Milliarden Euro.
Der operative Ergebniseinbruch fiel damit aber weniger heftig aus als von den meisten Analysten befürchtet. Im Schnitt hatten die Experten der Banken für den Konzern ein bereinigtes operatives Ergebnis von nur rund 1,6 Milliarden Euro erwartet.
Der Kurs der BASF-Aktie reagierte mit Zugewinnen. Nach der überraschenden Bekanntgabe der Vorabzahlen für das erste Quartal am Mittwochnachmittag machten die Titel des Chemiekonzerns anfängliche Verluste wett. Sie notierten zum Handelsschluss rund 0,8 Prozent im Plus.
Vor allem das Agrargeschäft sei deutlich besser ausgefallen als erwartet, wogegen die Nahrungsmittel-Sparte schwächer abschnitt als gedacht, teilte BASF mit. Auch die Bereiche Chemikalien, Kunststoffe und Oberflächen-Technologien haben nach Angaben des Chemiekonzerns die Analystenschätzungen übertroffen.
Gleiches gilt für das Ergebnis nach Steuern, das gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro zulegte. Damit liegt es um mehr als 40 Prozent über den Analystenschätzungen.
Wintershall Dea voll abgeschrieben – BASF-Umsatz verfehlt Analysten-Erwartungen
Im Vorjahr war das BASF-Ergebnis noch von hohen Abschreibungen auf die Mehrheitsbeteiligung am Öl- und Gasproduzenten Wintershall Dea belastet. Deren Engagement in Russland ist inzwischen voll abgeschrieben, sodass im ersten Quartal 2023 keine weiteren Wertberichtigungen erforderlich waren.
Der Umsatz des Chemiekonzerns ging im ersten Quartal dabei um 13 Prozent auf knapp 20 Milliarden Euro zurück und verfehlte wiederum klar die Analystenprognosen. Detaillierte Zahlen will BASF am 27. April publizieren.
Für den Ludwigshafener Konzern hatte sich das wirtschaftliche Umfeld ab dem zweiten Halbjahr 2022 spürbar eingetrübt. Neben deutlich gestiegenen Energiekosten tragen dazu auch eine konjunkturelle Abkühlung und rückläufige Absatzmengen bei.
Analysten rechnen daher bisher für 2023 mit deutlich rückläufigen Margen, insbesondere im Bereich Basischemikalien und Kunststoffe. Auch BASF-Chef Martin Brudermüller hatte bei Vorlage der Jahresbilanz vor schwierigen Zeiten gewarnt.
In Reaktion auf die ungünstige Kostenentwicklung und das schwache Wachstum im europäischen Geschäft plant der Konzern ein Sparprogramm mit dem Abbau von europaweit 2600 Stellen und die Stilllegung mehrerer Anlagen im Stammwerk Ludwigshafen, darunter auch eine große und relativ neue Anlage für das Kunststoff-Vorprodukt TDI.
Für das Gesamtjahr 2023 hat BASF bisher ein Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von 4,8 bis 5,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das würde einem Rückgang um 22 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entsprechen. Analysten unterstellen bislang im Schnitt einen operativen Gewinnrückgang um etwa 26 Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Euro.