Deutschland: „Mit Unsicherheit müssen wir in diesen Zeiten umgehen“
Gerlingen. Trotz brachialer Gewinneinbrüche bei führenden Autoherstellern wie Mercedes-Benz und Porsche setzt der Technologiekonzern und Automobilzulieferer Bosch weiterhin auf eines seiner Kerngeschäfte – allerdings zunehmend im außereuropäischen Ausland.
Die Autosparte werde in den kommenden 20 Jahren eine „zentrale“ Bedeutung für das Unternehmen haben, sagte Bosch-Vize und -Chefstratege Christian Fischer im Interview mit dem Handelsblatt. Dass das Autogeschäft weiter einen hohen Anteil am Gesamtumsatz habe, „liegt einfach daran, dass es so erfolgreich ist“, sagte Fischer. In Europa gehe es allerdings darum, die Kapazitäten „an die neuen Realitäten anzupassen“. Sollte in der EU das Verbrenner-Verbot 2035 kommen, sieht Fischer weiteren Jobabbau in Deutschland.
Die bestehenden Risiken in der Sparte will der Konzern über Zukäufe außerhalb der Autobranche ausgleichen. Dazu zählt etwa die Übernahme des Klimaanlagengeschäfts des US-Herstellers Johnson Controls für acht Milliarden Dollar. Zugleich zeigte sich Fischer vom indischen Markt überzeugt. „Dort wollen wir in den kommenden beiden Jahren mit erhöhtem Einsatz agieren.“ Indien sei bald der drittgrößte Automobilmarkt. „Natürlich investieren wir hier, auch wenn wir im Mobility-Bereich bereits gut aufgestellt sind.“
Am Mittwoch hat Mercedes-Benz für das erste Halbjahr einen Gewinneinbruch auf 2,7 Milliarden Euro vermeldet – ein Minus von 56 Prozent zum Vorjahr. Bei Porsche ist der Gewinn um 71 Prozent geschrumpft. Gründe sind schleppende Verkäufe, vor allem in China, und US-Zölle.