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Hauptversammlung Fresenius erteilt Aufspaltung vorerst eine Absage

Mit dem Abgang von Aufsichtsratschef Gerd Krick endet bei Fresenius eine Ära. Eine Veränderung der Konzernstruktur steht kurzfristig wohl nicht an.
21.05.2021 - 15:38 Uhr Kommentieren
Wegen der Corona-Pandemie fand auch die diesjährige Hauptversammlung des Gesundheitskonzerns virtuell statt. Quelle: dpa
Fresenius-Konzernzentrale

Wegen der Corona-Pandemie fand auch die diesjährige Hauptversammlung des Gesundheitskonzerns virtuell statt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Eine Veränderung der Konzernstruktur ist für den Gesundheitskonzern Fresenius in naher Zukunft kein Thema. Das machte Konzernchef Stephan Sturm auf der virtuellen Hauptversammlung des Unternehmens am Freitag deutlich. „Kurzfristig sehen wir hier keinen Handlungsbedarf“, sagte der Fresenius-Chef.

Sollten in Zukunft strukturelle Veränderungen notwendig sein, würden Vorstand und Aufsichtsrat das sehr sorgfältig bewerten. „Wir wollen für den unwahrscheinlichen Fall vorbereitet sein, dass die fest erwartete Ergebnisbeschleunigung in den nächsten Jahren nicht eintrifft. Dann müssten wir alternative Wege finden und gehen, um für unsere Eigentümer eine dauerhafte Wertsteigerung zu schaffen“, so Sturm weiter.

Im Februar hatte Fresenius bei der Vorlage der Jahresbilanz angekündigt, dass man angesichts seiner niedrigen Börsenbewertung auch seine Struktur überprüfen werde. Seitdem beschäftigt das Thema die Anleger. Das „Manager Magazin“ hatte am Donnerstag ohne Angabe von Quellen berichtet, der Konzern lote auf Druck seiner Großaktionärin, der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, eine Aufspaltung aus.

Die Spekulationen hatten auch der Aktie von Fresenius Auftrieb gegeben: In den vergangenen drei Monaten stiegen die Titel um mehr als 28 Prozent, während der Dax knapp zehn Prozent zulegte.

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Standort erkennen

    Als Kandidat für den möglichen Verkauf galt zuletzt Fresenius Medical Care (FMC). „Bei Fresenius ist die komplexe Konzernstruktur zunehmend zu einem Belastungsfaktor für die Bewertung des Unternehmens geworden. Eine Abspaltung des Dialysegeschäfts könnte hier Abhilfe schaffen“, meint etwa Sébastien Buch, Fondsmanager bei Union Investment. Fresenius hält rund 32 Prozent an dem ebenfalls im Dax notierten Dialyseanbieter.

    Solchen Erwägungen erteilte Konzernchef Stephan Sturm auf der Hauptversammlung allerdings eine klare Absage: „FMC gehört zum Kerngeschäft von Fresenius. Wir planen derzeit keine Anteilsreduzierung.“ Sturm betonte zwar, dass es bei dem Überprüfungsprozess der Konzernstruktur keine Denkverbote gebe. Zumindest bis auf Weiteres halte er aber die aktuelle Struktur für die richtige.

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    „Sie hat uns über die Jahre sehr gut gedient. Und sie bietet auch weiterhin erhebliche Vorteile. Mit ihr sind wir gut aufgestellt für die Aufgaben, die vor uns liegen“, so Sturm.

    Wolfgang Kirsch wird neuer Aufsichtsratschef

    Beim Bad Homburger Dax-Konzern ist mit der Hauptversammlung am Freitag eine Ära zu Ende gegangen: Gerd Krick, der langjährige Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsratschef, verlässt Fresenius nach 46 Jahren. Neuer Vorsitzender wird der ehemalige DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch. Die Hauptversammlung wählte Kirsch mit 98,5 Prozent der gültigen Stimmen in das Aufsichtsgremium.

    Der Ingenieur Gerd Krick hatte Fresenius ab 1992 als Vorstandsvorsitzender geführt und leitete seit 2003 den Aufsichtsrat. Aktionärsvertreter, Aufsichtsratsmitglieder und auch Vorstandchef Sturm würdigten die Leistung des heute 82-Jährigen.

    Dieser habe maßgeblich dazu beigetragen, dass aus dem Mittelständler mit 60 Millionen Euro Umsatz im Jahr 1975 ein weltweit aktiver Dax-Konzern mit 36 Milliarden Euro Umsatz geworden sei. Auch den Aufbau der Dialysetochter FMC zu einem Milliardenunternehmen hat Krick entscheidend mitgestaltet.

    Der 66-jährige Kirsch führt nun nicht nur den Aufsichtsrat von Fresenius, sondern auch den der Fresenius Management SE, die die persönlich haftende Gesellschafterin des Dax-Konzerns ist.

    Fresenius erwartet weitere Belastungen durch Corona

    In diesem Jahr stellt sich Fresenius-Chef Sturm mindestens noch bis Mitte des Jahres auf anhaltende deutliche Belastungen im Zuge der Coronakrise ein. Wie bisher erwartet der Konzern für 2021 einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie einen Gewinn mindestens in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

    Auch die mittelfristigen Geschäftsziele bekräftigte der Manager. Fresenius hatte noch vor der Pandemie prognostiziert, bis 2023 pro Jahr um vier bis sieben Prozent organisch zu wachsen und das Konzernergebnis durchschnittlich pro Jahr um fünf bis neun Prozent zu erhöhen.

    Um die mittelfristigen Wachstumsziele weiter erreichen zu können, plant Fresenius nun verschiedene Maßnahmen, um die Effizienz zu steigern und die Kostenbasis dauerhaft zu senken. So sollen bis 2023 Ergebnisverbesserungen von jährlich 100 Millionen Euro erreicht werden.

    In der Sparte Kabi etwa sollen Serviceleistungen stärker gebündelt werden. Im Krankenhausgeschäft von Helios sollen regionale Netzwerke von Kliniken gebildet werden, um die Effizienz zu steigern. Zudem kann sich Sturm auch vorstellen, sich im Einzelfall von Kliniken zu trennen.

    Parallel zu den Effizienzmaßnahmen setzt der Konzern auf Wachstum in noch jungen Geschäftsfeldern des Unternehmens: Heimdialyse, biotechnologisch hergestellte Nachahmermedikamente (Biosimilars) und Reproduktionsmedizin gehören dazu. „Erst optimieren, dann wachsen und beschleunigen“, gab Sturm das Motto für den Erholungsprozess vor.

    Die Investoren jedenfalls erwarten bald Ergebnisse, wie das Statement von Vanessa Golz von Deka Investments zur Hauptversammlung zeigt: „Fresenius muss jetzt zeigen, dass die grundlegenden Wachstumstreiber weiterhin intakt sind. Ansonsten werden die ohnehin schon stark beanspruchten Investoren die Geduld vollends verlieren“, schreibt sie.

    Mehr: Fresenius braucht eine neue Formel für Wachstum

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