Bilanzcheck: Fresenius braucht dringend eine neue Formel für Wachstum
Für die Aktionäre ist die Kursentwicklung seit Jahren eine Enttäuschung.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Eigentlich wollte Fresenius 2020 nach einem Übergangsjahr wieder auf Wachstum umschalten. Doch die Corona-Pandemie veränderte die Lage auch für den Gesundheitskonzern massiv.
Die bisherige Wachstumsformel des Unternehmens – die Mischung von organischem Wachstum und großen Akquisitionen – greift nicht mehr: Statt Wachstum verbuchte Fresenius 2020 einen Gewinnrückgang. Für das laufende Jahr strebt Konzernchef Stephan Sturm nun währungsbereinigt mindestens ein stabiles Ergebnis an.
Große Übernahmeziele sind nicht in Sicht, der Konzern baut derzeit auf kleinere Zukäufe vor allem im Klinikbereich. Heimdialyse, Biosimilars und Reproduktionsmedizin sind die neuen Wachstumsfelder für das Unternehmen. Und um die vor der Pandemie aufgestellten mittelfristigen Ziele noch zu erreichen, setzt der Konzern ein neues Effizienzprogramm auf.
Doch können diese Maßnahmen dem diversifizierten Konzern zu neuer Dynamik verhelfen? Oder muss sich Fresenius am Ende doch noch von Unternehmensteilen trennen, damit die Börse die wahre Größe des massiv unterbewerteten Dax-Players erkennt?
1. Strategie: Mit profitablem Wachstum Vertrauen gewinnen
Auf jeden Fall gilt es, das Vertrauen der Anleger in Fresenius wieder zu stärken. Denn für die Aktionäre ist die Kursentwicklung seit Jahren eine Enttäuschung. Obwohl Fresenius in führenden Marktpositionen und wachsenden Gesundheitsmärkten aktiv ist, hinkt die Aktie der Dax-Entwicklung seit mehr als vier Jahren hinterher. 2020 verlor sie 25 Prozent an Wert und war damit zweitschlechtester Wert im Dax vor Bayer.