Hauptversammlung: „Mühlstein Monsanto“: Investoren verlangen Neuanfang bei Bayer
Hedgefonds fordern die Aufspaltung des Konzerns.
Düsseldorf. Mehr Ehre konnte Bayer-Aufsichtsratschef Norbert Winkeljohann dem scheidenden CEO kaum erweisen: „Sehr geehrter Herr Bayer“, rief er Werner Baumann zu Beginn der Hauptversammlung am Freitag zu. Der Versprecher in Winkeljohanns Dankesrede kommt nicht von ungefähr: 35 Jahre war Baumann beim Leverkusener Dax-Konzern tätig, seit 2016 als CEO. Ende Mai geht der 60-Jährige in den Ruhestand.
Von Investoren gab es weniger Dankesworte. Von „verlorenen Jahren für Bayer“ und dem „Mühlstein Monsanto“ sprach Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka mit Blick auf Baumanns Amtszeit. Er spielte auf die milliardenschweren Rechtslasten an, die der Kauf des US-Saatgutherstellers mit sich gebracht hat. Andere hielten sich hingegen mit Kritik zurück.
Alle Blicke der Bayer-Aktionäre richteten sich auf den Nachfolger – und das, was er tun wird oder aus ihrer Sicht tun soll. Bill Anderson heißt der künftige Vorstandsvorsitzende von Bayer. Die Anteilseigner lobten den Aufsichtsrat für die Auswahl des früheren Pharmachefs des Schweizer Roche-Konzerns. Chefkontrolleur Winkeljohann wurde wiedergewählt - allerdings nur mit 79 Prozent Ja-Stimmen.