Industrie: Thyssen-Krupp will Stahlsparte massiv verkleinern
Düsseldorf, Berlin. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp bereitet drastische Veränderungen für seine Stahltochter vor. Der Vorstand von Thyssen-Krupp Steel arbeitet an einem Konzept für die künftige Aufstellung der Einheit mit 27.000 Beschäftigten, wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfahren hat. Es soll Mitte April vorgelegt werden.
Im Gespräch ist die Schließung von mindestens einem Hochofen und zwei Walzwerken – jede fünfte Stelle könnte damit gefährdet sein.
Der Ruhrkonzern leitet mit dem Umbau den größten Einschnitt in der deutschen Stahlindustrie seit der Fusion von Thyssen und Krupp vor über zwanzig Jahren ein. Wie das Handelsblatt bereits am Dienstag berichtet hatte, will der Konzern in der Stahlsparte massiv Kosten senken. Die neuen Pläne zeigen nun: Einsparungen allein werden nicht ausreichen, Thyssen-Krupp geht an die Substanz.
Thyssen-Krupp Steel ist mit seinem Stammwerk in Duisburg in Deutschland Marktführer – vor Arcelor-Mittal und Salzgitter. Jährlich können in den Anlagen rund 11,5 Millionen Tonnen des Werkstoffs produziert werden, wegen einer schwachen Nachfrage liegt die Produktion aber derzeit bei neun Millionen Tonnen im Jahr.