1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. „Kein PR-Gag“: Siemens-Chef rechtfertigt Angebot an Neubauer

Joe Kaeser„Das war kein PR-Gag“ – Siemens-Chef rechtfertigt Angebot an Neubauer

Protest auf der Straße sei nicht genug, sagt Siemens-Chef Joe Kaeser. Er verteidigt das Aufsichtsrat-Angebot für Klimaaktivistin Luisa Neubauer. 26.01.2020 - 13:26 Uhr

Der Industriemanager will der Dialog mit dem Klimaschützern fortsetzen.

Foto: AFP

Berlin. Siemens-Chef Joe Kaeser setzt sich gegen Kritiker zur Wehr, die dem Konzernboss eine versuchte Instrumentalisierung von Klimaaktivistin Luisa Neubauer für Image-Zwecke vorwerfen. Kaeser hatte der „Fridays for Future“-Aktivistin vor zwei Wochen einen Sitz in einem Aufsichtsgremium des künftigen Unternehmens Siemens Energy angeboten - was Neubauer ablehnte, weil sie Siemens dann nicht mehr unabhängig kommentieren könne.

„Der Protest auf der Straße allein ist keine Lösung. Deswegen habe ich versucht, Luisa Neubauer einzubinden, das war überhaupt kein PR-Gag“, sagte Kaeser nun der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Ihn treibe die Frage um, wie es gelingen könne, die Konflikte zwischen Jung und Alt zu entschärfen.

Hintergrund ist ein geplantes Bergbau-Projekt des indischen Industriekonzerns Adani. Umwelt- und Klimaschützer - darunter die Fridays-for-Future-Bewegung - protestieren vehement gegen eine Siemens-Zulieferung für das riesige Kohlebergwerk, das in Australien entstehen soll. Kaeser hatte mit Neubauer über das Projekt gesprochen, sie fordert einen Ausstieg des Münchner Unternehmens.

Kaeser sagte der Zeitung, schon vor längerem habe sich abgezeichnet, dass das Projekt seinem Konzern Schwierigkeiten bereiten dürfte. „Am 10. Dezember haben wir den Vertrag in Australien unterzeichnet, tags drauf wurde das vor Ort durch Adani bekannt gegeben, und direkt danach ging es los mit den Protestmails an mich. Hunderte, Tausende. Ich habe sofort gespürt: Wir haben ein Problem.“

Dabei habe der Auftrag vergleichsweise geringe wirtschaftliche Bedeutung für Siemens. „Das Projekt hat ein Auftragsvolumen von 18 Millionen, Siemens macht etwa 50 Millionen Geschäft pro Stunde, das sind die Größenverhältnisse“, sagte Kaeser.

Den Auftrag nachträglich zu kündigen sei unmöglich gewesen: „Wir haben einen rechtsgültigen Vertrag, der bei einseitiger und willkürlicher Kündigung ohne wichtigen Grund eine unbeschränkte Haftung vorsieht. Mit diesen Realitäten muss man umgehen. Da hilft es auch nichts, wenn uns Klimaaktivisten drohen.“

Mehr: Siemens hätte bei einem Rückzug von dem Adani-Auftrag unbegrenzt haften müssen. Doch hätte eine Insolvenz wohl nicht gedroht.

dpa
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt