Morphosys: Biotech-Firma setzt auf neues Krebs-Medikament gegen Myelofibrose
Für das deutsche Biotech-Unternehmen Morphosys ist der Erfolg des Krebsmedikaments Pelabresib entscheidend.
Foto: MorphoSysDüsseldorf. Die große Hoffnung beim deutschen Biotech-Unternehmen Morphosys hört auf den Namen Pelabresib. Das ist ein Krebsmittel, das bei einer seltenen Art von Blutkrebs eingesetzt wird, der Krankheit Myelofibrose. Ergebnisse der Phase-3-Studie sollen Ende des Jahres vorgelegt werden.
Bei einer Investorenveranstaltung am Mittwoch zeigte sich Firmenchef Jean-Paul Kress zuversichtlich. „Pelabresib stellt unsere größte und unmittelbarste Chance dar“, sagte er den Investoren. „Unser Vertrauen in Pelabresib und die Phase-3-Studie ist groß.“
Myelofibrose-Patienten leiden unter einer Vielzahl von Symptomen, allen voran an einer vergrößerten Milz, aber auch an Fieber, nächtlichen Schweißausbrüchen, starker Müdigkeit, Schmerzen in den Knochen und Juckreiz. In Deutschland gibt es hochgerechnet 1000 Neuerkrankungen pro Jahr. 90 Prozent der Patienten tragen bei der Diagnose ein mittleres bis hohes Risiko. Die Überlebensrate bei einem mittleren Risiko beträgt im Schnitt drei bis sechs Jahre, bei einem hohen Risiko nur eines.
Morphosys will mit seinem neuen Mittel dafür sorgen, dass die Krankheit langsamer voranschreitet. Für das Biotech-Unternehmen ist der Erfolg des Krebsmedikaments entscheidend: Im März dieses Jahres gab das Unternehmen bekannt, seine präklinischen Forschungsprogramme einzustellen und entließ 70 der insgesamt 420 Mitarbeiter am Firmensitz in Planegg bei München. Die Begründung: das schwierige Marktumfeld für die Branche.