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Boehringer IngelheimNeues Lungenmedikament schließt Studien erfolgreich ab

Das Mittel Nerandomilast könnte noch in diesem Jahr in den USA zugelassen werden. Der Wirkstoff gegen Lungenfibrose könnte Milliardenumsätze bringen.Maike Telgheder 10.02.2025 - 16:27 Uhr Artikel anhören
Labor von Boehringer Ingelheim: Der Pharmakonzern kommt bei der Erforschung einer neuen Therapie gegen Lungenfibrose voran. Foto: Boehringer Ingelheim

Frankfurt. Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat erneut positive Studienergebnisse für seinen Wirkstoff gegen Lungenfibrose vorgelegt. Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, hat eine weitere klinische Studie des Präparats Nerandomilast in der abschließenden Phase drei die ausgegebenen Ziele erreicht. Neue Wirkstoffe müssen drei klinische Studienphasen erfolgreich absolvieren, bevor ein Zulassungsantrag gestellt werden kann.

Der Wirkstoff Nerandomilast soll die schwere chronische Erkrankung  idiopathische Lungenfibrose (IPF) behandeln. Bei der Krankheit vernarbt das Lungengewebe und die Lungenfunktion nimmt stetig ab. Der neue Wirkstoff von Boehringer soll diesen Abbauprozess verlangsamen. Die vollständigen Daten der Studie sollen im zweiten Quartal dieses Jahres veröffentlicht werden.

Für Boehringer Ingelheim ist Nerandomilast der nächste Wirkstoff mit Aussicht auf Milliardenumsätze. Die Ingelheimer bieten bereits die gängige Therapie gegen Lungenfibrose an: Das Medikament Ofev erreichte 2023 einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Euro und war damit hinter dem Diabetesmittel Jardiance das zweitgrößte Produkt des Familienunternehmens.

Ofev wird allerdings ab dem Jahr 2026 seinen Patentschutz verlieren, womit günstige Nachahmermedikamente auf den Markt kommen können. Wirkt das neue Präparat Nerandomilast besser als Ofev, könnte Boehringer Ingelheim seine führende Rolle in diesem Bereich verteidigen.

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Das Unternehmen hat den Wirkstoff in zwei verschiedenen Studien bei Lungenfibrose in unterschiedlichen Verlaufsformen untersucht. Die Erkrankung, die häufig schon nach wenigen Jahren zum Tod führt, tritt meist im Erwachsenenalter zwischen 50 und 70 Jahren auf, vor allem bei aktiven oder ehemaligen Rauchern. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die Krankheit wird als idiopathisch bezeichnet, weil die Ursache der Lungenfibrose noch nicht bekannt ist.

Im September vergangenen Jahres hatte das Familienunternehmen den erfolgreichen Abschluss der ersten Studie bekannt gegeben. Insgesamt nahmen an den beiden Studien mehr als 2350 Patienten teil.

Der Wirkstoff könnte 2026 in Europa zugelassen werden

Die US-Zulassungsbehörde FDA hatte Boehringer bereits 2022 ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Nerandomilast zugesagt. Der Antrag auf Zulassung ist laut Boehringer in den USA gerade eingereicht worden. Läuft alles wie erwartet, könnte das Mittel dort noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Auch in Europa und weiteren Ländern sollen entsprechende Anträge gestellt werden. Eine Einführung des neuen Mittels könnte dann in Europa im nächsten Jahr erfolgen.

Boehringer Ingelheim ist das größte deutsche Pharmaunternehmen und erzielte 2023 einen Gesamtumsatz von rund 25,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen hatte sich vergangenes Jahr vorgenommen, bis 2030 insgesamt 25 neue Therapien auf den Markt bringen. Der Studienerfolg des neuen Lungenmedikaments könnte nun dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

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Allerdings musste Boehringer kürzlich auch einen großen Rückschlag verkraften. Denn einer der Hoffnungsträger des Unternehmens, der Wirkstoff Iclepertin gegen Schizophrenie, scheiterte Anfang dieses Jahres in der letzten klinischen Phase – wegen fehlender Wirksamkeit.

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