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PharmabrancheNeue Studienerfolge mit Ozempic – Dialysemarkt im Wandel

Positive Studienergebnisse des Diabetesmittels von Novo Nordisk im Kernbereich von Fresenius Medical Care sorgen für Kursverluste. 11.10.2023 - 17:07 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ozempic wird in einem Fertigpen angeboten und wird unter die Haut gespritzt.

Foto: Reuters

Frankfurt. Positive Studienergebnisse mit dem Diabetesmittel Ozempic von Novo Nordisk bei Nierenpatienten setzen den weltgrößten Dialysekonzern Fresenius Medical Care unter Druck. FMC-Aktien stürzten am Mittwoch im MDax um bis zu 24 Prozent ab, so stark wie noch nie. In deren Sog fielen die Anteilsscheine des Mutterkonzerns Fresenius im Dax zeitweise um gut 13 Prozent. Das seien schlechte Nachrichten für Unternehmen, die Dialysebehandlungen anbieten, sagte ein Händler.

Auch der FMC-Konkurrent DaVita aus den USA musste Federn lassen, seine Aktien brachen an der Wall Street um mehr als 16 Prozent ein. Die Papiere des Anbieters von Dialyseprodukten Baxter fielen um fast neun Prozent.

Dagegen profitierten die Papiere von Herstellern von Pharmaverpackungen wie Spritzen: Gerresheimmer stiegen um fast drei Prozent, Schott Pharma gut vier Prozent.

Das Diabetesmittel Ozempic von Novo Nordisk wird in einem Fertigpen angeboten und wird unter die Haut gespritzt. Es enthält wie auch die gehypte Abnehmspritze Wegovy von Novo den Wirkstoff Semaglutid, allerdings in einer niedrigeren Dosierung. Ozempic zur Behandlung von Diabetes ist bereits seit einigen Jahren zugelassen.

Novo testete das Mittel auch in einer klinischen Studie zur Behandlung von Nierenversagen bei Diabetespatienten. Diese 2019 gestartete Studie brach der dänische Pharmakonzern nun wegen positiver Ergebnisse auf Empfehlung eines unabhängigen Kontrollgremiums fast ein Jahr früher als gedacht vorzeitig ab.

Das unabhängige Kontrollgremium kann die vorzeitige Beendigung einer Studie empfehlen, wenn es eindeutige Beweise für den Erfolg oder Misserfolg eines Medikaments auf der Grundlage von Zwischenanalysen gibt.

In der Studie wurde untersucht, ob Ozempic das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung verzögern und das Todesrisiko durch Nieren- und Herzprobleme senken kann. Novo-Aktien legten nach der Nachricht um mehr als vier Prozent zu.

Nachricht trübt Geschäftsaussichten bei FMC

Die Ergebnisse bestätigten die Einschätzung, dass GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Ozempic „einen therapeutischen Nutzen haben, der weit über ihren ursprünglichen Verwendungszweck hinausgeht“, erklärte Barclays-Analystin Emily Field.

Nach Einschätzung der Analysten der Citigroup könnten GLP-1-Medikamente die Zahl der für die Dialyse in Frage kommenden Patienten mit der Zeit verringern. Die Daten mit Ozempic dürften mittelfristig eine „erhebliche Bedrohung“ für das Wachstum des Dialysepatientenvolumens darstellen, erklärten die Analysten von JP Morgan.

Bei FMC trübt das die Geschäftsaussichten. Der Bad Homburger Konzern ist der weltgrößte Anbieter auf dem rund 50 Milliarden Dollar schwerem Markt für Dialyse- und ähnliche Geräte, die Menschen mit Nierenversagen dabei helfen, Giftstoffe aus dem Blut zu filtern. Der Jahresumsatz von FMC von zuletzt 19,4 Milliarden Euro wird seit Jahrzehnten durch die hohen Raten von Fettleibigkeit und Diabetes gestützt, die zu Nierenschäden beitragen.

Doch der Dialysemarkt befindet sich im Wandel, da neue Medikamente die Bedingungen, die zu Nierenversagen führen, nachweislich verbessern können. Dazu gehören neben Ozempic etwa auch das Mittel Farxiga von AstraZeneca sowie Jardiance von Boehringer Ingelheim und Eli Lilly. Lilly-Aktien legten um mehr als drei Prozent zu.

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Erstpublikation: 11.10.2023, 10:57 Uhr.

rtr
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