Pharmakonzern: So tickt der neue Bayer-CEO Bill Anderson
Der frühere Roche-Pharmachef wird neuer CEO von Bayer.
Foto: dpaZürich, Düsseldorf. „Ich könnte nicht glücklicher sein, mich dem Team Bayer anzuschließen.“ Das war die erste Nachricht, die Bill Anderson am Mittwochabend über das Karrierenetzwerk LinkedIn verbreitete. Zum 1. Juni übernimmt der langjährige Topmanager des Schweizer Pharmakonzerns Roche die CEO-Position bei dem Leverkusener Konzern. Er löst dann Werner Baumann nach neun Jahren als Vorstandsvorsitzender ab.
Schon im April rückt Anderson in den Vorstand von Bayer ein. Der Amerikaner ist erst der zweite Chef in der Historie der Leverkusener, der nicht aus den eigenen Reihen rekrutiert wird – und der erste, der nicht fließend Deutsch spricht.
Das war aber kein Hindernis, heißt es in Bayer-Kreisen. Man habe bewusst einen global erfahrenen Manager mit nachweislicher Expertise in der Biotechnologie ausgewählt. Die sei entscheidend für die Weiterentwicklung in der Medizin wie in der Agrarchemie.
Mit dem 56-jährigen Anderson bekommt Bayer einen ausgewiesenen Fachmann für Biotechnologie, aber auch für Chemie. Nach seinem Abschluss als Chemieingenieur an der US-Eliteuni MIT startete er beim US-Technologieunternehmen Raychem und heuerte 1997 beim US-Arzneihersteller Biogen an. 2006 wechselte Anderson zum US-Biotechkonzern Genentech, der bald darauf von Roche übernommen wurde.