Rüstung: Für den Eurofighter gibt es nicht genügend Bestellungen
Für den Eurofighter, dem wichtigsten deutschen Rüstungsprojekt, fehlen die Aufträge.
Foto: IMAGO/photothekBerlin. Deutschlands größter Rüstungskonzern fürchtet um sein Geschäft. Gerade einmal 58 Bestellungen hat Airbus Defence für das Eurofighter-Programm in den Büchern, so wenig wie nie zuvor. „Wir brauchen eine Weiterentwicklung des Eurofighters, um den militärischen Flugzeugbau in Deutschland zu sichern“, sagte Michael Schöllhorn, Chef der Airbus-Sparte, am Freitag in Berlin.
Konkret wünscht er sich ein klares Bekenntnis der Bundesregierung für neue Bestellungen. Derzeit diskutiert der Konzern mit dem Bund über den Zuschlag für eine weitere Tranche. „Spätestens 2025 muss der Vertrag dafür unterzeichnet werden.“
Ohne neue Aufträge werde es eng für die Industrie. „Ab 2027 läuft bei den Zulieferbetrieben die Produktion aus, deshalb ist der Handlungsdruck so hoch,“ sagt Martin Kroell, Mittelstandsbeauftragter des Branchenverbandes BDLI.
Der Eurofighter ist der wichtigste Umsatztreiber von Airbus Defence and Space, mit 11,2 Milliarden Euro die zweitgrößte Sparte des Konzerns. Das Kampfflugzeug wird seit 2003 von einem Konsortium aus Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien produziert, Airbus ist mit 46 Prozent größter Anteilseigner. Dieser Verbund ist für Schöllhorn wichtig, um die Souveränität der deutschen Rüstungsindustrie zu sichern.