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Siemens-Alstom-Fusion EU-Kommission sieht CRRC nicht als Wettbewerber für europäische Zughersteller

Brüssel hat Bedenken gegen den Zusammenschluss der Zuggeschäfte von Siemens und Alstom. Politischer Druck soll nun die EU-Kommission zum Einknicken bewegen.
03.09.2018 - 19:30 Uhr Kommentieren
Die EU-Kommission hält es für „unwahrscheinlich“, dass neue Anbieter aus China in absehbarer Zeit in die hiesigen Märkte für Züge und Signaltechnik vordringen würden. Quelle: dpa
ICE von Siemens, TGV von Alstom

Die EU-Kommission hält es für „unwahrscheinlich“, dass neue Anbieter aus China in absehbarer Zeit in die hiesigen Märkte für Züge und Signaltechnik vordringen würden.

(Foto: dpa)

Brüssel / München Die vergangenen Wochen waren für die Rechtsexperten von Siemens und Alstom nicht gerade erquicklich: Tausende von Akten mussten die Hausjuristen und Anwälte der beiden Unternehmen zusammensuchen, um sie der EU-Kommission zu übergeben. Damit wollen sie die Brüsseler Kartellwächter doch noch überzeugen, dass eine Fusion der beiden Zughersteller weder den Wettbewerb ausbremsen noch zu höheren Preisen führen wird.

Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte Siemens und Alstom Mitte Juli überrumpelt, als sie massive Bedenken gegen den deutsch-französischen Zusammenschluss geltend machte. Sie deutete nicht nur auf die drohende Dominanz des neuen Bahntechnikriesen, der etwa bei den Schnellzügen dreimal so groß wäre wie der nächstgrößte Konkurrent in Europa.

Sie wies auch das wichtigste Argument der Konzerne für die Fusion zurück: Es sei derzeit „unwahrscheinlich“, dass neue Anbieter aus China in absehbarer Zeit in die hiesigen Märkte für Züge und Signaltechnik vordringen würden, sagte Vestager.

Der chinesische Zugbauer CRRC ist mit 31 Milliarden Dollar Umsatz zwar etwa doppelt so groß wie die Zugsparten von Siemens und Alstom zusammen, erwirtschaftet bislang aber mehr als 90 Prozent davon im eigenen Land.

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    In Europa ist CRRC aus Brüsseler Sicht noch kein ernst zu nehmender Konkurrent: Das Unternehmen hat nur wenige kleine Aufträge an Land gezogen – die Lieferung einiger Rangierlokomotiven an die Deutsche Bahn, von Intercityzügen an Mazedonien oder von Fahrzeugen für den tschechischen Anbieter Leo Express.

    Bei der milliardenschweren Ausschreibung für Hochgeschwindigkeitszüge in Großbritannien schaffte es CRRC hingegen nicht in die engere Auswahl. Chinas Signaltechnikhersteller CRSC ist in der EU überhaupt noch nicht aufgetreten.

    Die Unternehmen machen aber keinen Hehl daraus, dass sie den hiesigen Markt erobern wollen. Europa sei das „größte Ziel“, gab CRRC-Chef Qinghe Zhou kürzlich unumwunden zu. Siemens rechnet laut Industriekreisen damit, dass die Chinesen sich erst vortasten, dann aber mit Macht in den Markt drängen werden.

    Die Münchener setzen darauf, den Großteil der Bedenken Vestagers bis zum Ende des Verfahrens im Januar noch entkräften zu können. Zugeständnisse wie den Verkauf von Geschäftsteilen haben die beiden Konzerne dem Vernehmen nach bisher nicht angeboten – angesichts der fast alle Geschäftsfelder umfassenden Bedenken Vestagers könnte dies den Deal auch unattraktiv werden lassen.

    Sie hoffen offenbar darauf, dass der politische Druck die Kommissarin noch umstimmen wird – allen voran Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron drängt auf den Zusammenschluss. Vestager aber ist nicht so leicht zu beeindrucken: Die von der Bundesregierung gewollte Übernahme der Airline Niki durch Lufthansa stoppte sie – aller Einflussnahme zum Trotz.

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