Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Technologiemesse CES Ola Källenius – Wer Visionen hat, muss sparen

Daimler investiert massiv in neue Elektromodelle und digitale Anwendungen. Dafür kündigt Vorstandschef Ola Källenius einen schärferen Sparkurs an.
08.01.2020 - 02:50 Uhr Kommentieren
Der Daimler-Chef hat sich bei der CES als Visionär positioniert - aber er muss dafür auch sparen. Quelle: dpa
Ola Källenius

Der Daimler-Chef hat sich bei der CES als Visionär positioniert - aber er muss dafür auch sparen.

(Foto: dpa)

Las Vegas Als Chef von Daimler hat sich Ola Källenius als Visionär positioniert. Mit der Konzeptstudie AVTR hat er auf der Technologiemesse CES in Las Vegas ein Fahrzeug vorgestellt, das sich mit dem Menschen vernetzt und das fast vollständig wiederverwertbar ist. Der Recycle-Wagen ist ein Blick in die Zukunft, für die Källenius nun den Grundstein gelegt haben will. „Wir haben eine nachhaltige Geschäftsstrategie“, sagte der Schwede am Dienstag vor Journalisten am Rande der CES.

Daimler, so seine Kernaussage, will die Umwelt mit seinen Fabriken und Fahrzeugen nicht länger mit dem Klimakiller Kohlendioxid (CO2) oder Giftstoffen belasten. Es ist eine schöne neue Welt, die aber ihren Preis haben wird. Die Umstellung auf Elektroantriebe und die Digitalisierung der Modelle wird gewaltige Summen verschlingen: Laut Källenius haben die Schwaben ihr Budget für Forschung und Entwicklung innerhalb weniger Jahre auf nun 15 Milliarden Euro verdoppelt.

Um sich diese Investitionen leisten zu können, wird Daimler sparen müssen, wie Källenius deutlich machte. Die Kunden honorieren die Umstellung auf eine CO2-freie Mobilität bislang nicht – ein Teil der Mehrkosten müssen die Unternehmen tragen. Das Management habe daher den Bleistift gespitzt, sagte der Vorstandschef. „Wir können das nicht hemmungslos laufen lassen.“

Der Konzern sucht daher quer durch alle Bereiche nach Einsparmöglichkeiten. „In allen unseren Kostenarten packen wir das Unternehmen an, bis hin zu den Personalkosten“, sagte Källenius. Bekannt ist bislang, dass der Autobauer beim Personal 1,4 Milliarden Euro einsparen will und daher über 10.000 Arbeitsplätze streichen wird.
Laut Angaben aus der Branche verlangt Daimler derzeit von seinen Zulieferfirmen massive Preisnachlässe. „Ein derart hoher Druck wie aktuell hatte es noch nie gegeben“, sagte ein Manager eines Lieferanten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Källenius selbst hält sich mit konkreten Angaben zum Einsparziel bedeckt. Klar ist aber, er steht unter Zugzwang. Denn die Lage könnte sich für Daimler noch einmal verschärfen. Neben dem Risiko einer konjunkturellen Eintrübung, die sich auf den Absatz negativ einwirken dürfte, muss der Vorstand um den Neu-Chef Källenius alles daran setzen, die Umweltauflagen in der Europäischen Union einzuhalten.

    „Das Jahr 2020 wird kein Zuckerschlecken“

    Die Autohersteller müssen ab diesem Jahr den CO2-Ausstoß ihrer in Europa verkauften Autos erheblich drosseln, sonst drohen hohe Bußgelder. Daimler muss mit seiner Marke Mercedes den durchschnittlichen CO2-Wert auf etwa 100 Gramm pro Kilometer reduzieren. Im vergangenen Jahr hatte der allerdings bei 138 Gramm gelegen, wie Källenius einräumte.

    Mit einem höheren Verkauf von Elektroautos will der Hersteller Rund die Hälfte der nötigen Absenkung erreichen, der positiv angerechnet wird. Den Rest müsse Daimler technologisch stemmen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass dies gelingen werde. Dennoch: „Das Jahr 2020 wird kein Zuckerschlecken“, sagte Källenius.

    Diese Aussage gilt auch für den Chef persönlich. Auch wenn der Skandinavier bereits im Jahr 2015 von seinem Vorgänger Dieter Zetsche und Aufsichtsratschef Manfred Bischoff für den Posten an der Spitze ausgewählt worden war, so hatte er sich doch bis Mai vergangenen Jahres in Geduld üben müssen. In der Zeit kam Daimler zunehmend unter Druck. Neben dem technologischen Wandel setzte der Firma der Abgasskandal zu, der arg am Image gekratzt hat.

    Auch wenn Daimler eine betrügerische Absicht bestreitet: Der Hersteller musste etliche Dieselmodelle zur Nachbesserung zurückrufen, da der Ausstoß von Stickoxiden über dem erlaubten Wert lag.

    Daimler steht unter Druck – und das zeigt sich an einer Zahl. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einer operativen Gewinnmarge von vier Prozent. Diese liegt damit deutlich unter dem selbst gesteckten Ziel von acht bis zehn Prozent. Bei allen Vision über Autos der Zukunft, Daimler wird sparen müssen, um diese finanzieren zu können.

    Mehr: Daimler-Chef Källenius stellt auf der CES in Las Vegas ein futuristisches Konzeptauto vor. Einen Abend lang scheinen die irdischen Probleme der Stuttgarter weit weg.

    Startseite
    0 Kommentare zu "Technologiemesse CES : Ola Källenius – Wer Visionen hat, muss sparen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%