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„Vision AVTR“ Daimler-Chef Källenius blickt mit „Avatar“-Fahrzeug in die Zukunft

Der Daimler-Chef stellt auf der CES in Las Vegas ein futuristisches Konzeptauto vor. Einen Abend lang scheinen die irdischen Probleme der Stuttgarter weit weg.
07.01.2020 Update: 07.01.2020 - 08:54 Uhr 1 Kommentar

Mercedes-Benz präsentiert Zukunfts-Konzeptfahrzeug „AVTR“

Las Vegas „Wie machen wir jetzt weiter?“ – Ola Källenius hat eine Frage auf die gewaltige Videowand im MGM Park Theatre geworfen, die er sich und seinem Team seit seinem Start als Daimler-Chef im vergangenen Mai wohl oft gestellt hat. Nur geht es an diesem Abend in Las Vegas mal nicht um Sparprogramme und die magere E-Modellpalette. Es geht um alles. Alles andere. Um die Menschheit zum Beispiel.

Er sei „echt verrückt nach Filmen“, erzählt Källenius, Jahrgang 1969, aufgewachsen mit den Science-Fiction-Blockbustern der 80er- und 90er-Jahre. Aber fliegende Autos wie in „Zurück in die Zukunft“ seien noch lange kein Alltag – trotz Daimlers Investment in das Flugtaxi-Start-up Volocopter. Näher ist für den Schweden da schon eine Autoindustrie, die individuelle Mobilität von einem immer weiter wachsenden Ressourcenverbrauch entkoppelt. Und so die Zerstörung der Umwelt aufhält.

Das Konzeptfahrzeug „Vision AVTR“ wurde von Daimler in Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Regisseur James Cameron und dem „Avatar“-Filmteam entwickelt. Quelle: dpa
Technik-Messe CES

Das Konzeptfahrzeug „Vision AVTR“ wurde von Daimler in Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Regisseur James Cameron und dem „Avatar“-Filmteam entwickelt.

(Foto: dpa)

Källenius ist nach Las Vegas gekommen, um ein neues Konzeptauto vorzustellen, das diese Vision verwirklichen soll. Der 50-Jährige hat eine der größten Bühnen bei der Consumer Electronics Show (CES): das Park MGM Theatre mit 5200 Plätzen. Wo sonst Altrocker wie Aerosmith mehrmals pro Woche auftreten, muss der Daimler-Chef zeigen, dass der Auto-Pionier auch im elektrischen und autonomen Zeitalter noch mehr Leben in sich hat als die Karriere des Aerosmith-Frontmanns Steven Tyler.

Daran durfte man in den vergangenen Monaten durchaus zweifeln: Der Mercedes-Konzern muss sparen, gleichzeitig geht die Elektrostrategie bislang nicht auf. Der EQC, das erste reine E-Auto der Stuttgarter, verkaufte sich in Deutschland seit dem Start gerade ein paar Dutzend Mal. Der US-Start wurde kürzlich auf 2021 verschoben.

Statt trister Realität wird auf der in blaues Licht getauchten Bühne aber glänzende Science-Fiction geboten – mit einem der größten Meister des Fachs: Daimler hat sich mit Star-Regisseur James Cameron zusammengetan. Der „Mercedes Vision AVTR“ ist von „Avatar“ inspiriert, Camerons Film von 2009, in dem eine im Einklang mit ihrer Natur lebende Spezies von bösartigen Menschen bedroht wird.

Daimler-Chef Ola Källenius präsentierte das Konzeptfahrzeug „Vision AVTR“. Quelle: AP
Technik-Messe CES

Daimler-Chef Ola Källenius präsentierte das Konzeptfahrzeug „Vision AVTR“.

(Foto: AP)

Källenius spricht über biologisch abbaubare Batterien, über das „Zero Impact Car“, das der „AVTR“ sein soll. Schließlich rollt er mit dem Gefährt auf die Bühne, das wie ein Formel-1-Wagen anmutet. Gesteuert mit einem Touchpad anstelle der Mittelkonsole, das bei Handberührung aufleuchtet. Statt einer Heckscheibe öffnen sich kleine, schuppenförmige Metallklappen wie Kiemen. Ein Auto voll biomorpher Elemente mit gläsernen Türen nach dem Vorbild von Teslas Falkenflügeltüren.

Das Design haben Daimler und Camerons Firma Lightstorm Productions gemeinsam entworfen. Mehrere Mitarbeiter, zuletzt Källenius und Cameron selbst, tauschen auf der Bühne Nettigkeiten aus. Die „Manifestation einer spirituellen Idee“, nennt Cameron den „AVTR“ gar, Källenius spricht er für seine Öko-Initiative „wahre Leadership“ zu.

Der Konzeptwagen ist als Teil der Mercedes-Elektromarke EQ konzipiert. Quelle: AP
Technik-Messe CES

Der Konzeptwagen ist als Teil der Mercedes-Elektromarke EQ konzipiert.

(Foto: AP)

Für den Hollywood-Regisseur ist es ein willkommener Anlass, sein „Avatar“-Universum vor dem Start des lange erwarteten zweiten Teils im Jahr 2021 wieder ins Gedächtnis zu rufen. Und für Källenius eine kleine Flucht vor den Mühen des Alltags, in dem Daimler selbst zu den bedrohten Spezies gehört.

„Eine großartige Story ist essenziell für einen Filmhit“, sagt Källenius, als die beiden noch etwas über Camerons Sujet plaudern. Für einen Konzern, der eine Zukunft haben will, gilt das Gleiche.

Mehr: Hyundai will ein Lufttaxi bauen, das auf der Uber-Plattform Elevate eingesetzt werden soll. Der kommerzielle Start von Elevate wird für 2023 angepeilt.

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1 Kommentar zu "„Vision AVTR“: Daimler-Chef Källenius blickt mit „Avatar“-Fahrzeug in die Zukunft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da musste wohl unbedingt Tesla in den Artikel und Daimler muss natürlich als Nachahmer der tollen "Falkenflügeltüren" des Tesla X herhalten.

    Einfach mal auf die Fotos schauen und jemanden fragen der Ahnung hat hätte dem Autor geholfen.

    Das Showcar hat Schwenktüren und die Tesla-Falkenflügeltüren gab es schon vor sehr, sehr langer Zeit im legendären Gullwing-Mercedes.

    Bitte - gern geschehen.

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