TKMS: Thyssen-Krupp bereitet Abspaltung der Werftensparte vor
Thyssen-Krupp will seine Werftensparte reif für die Börse machen.
Foto: dpaBerlin, Düsseldorf. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp bereitet die Abspaltung seiner Werftensparte vor. Der Aufsichtsrat habe auf einer Sondersitzung am Freitag den Plänen für eine Trennung von Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) zugestimmt, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Kontrollgremiums. Die Tochter ist der weltweit führende Hersteller von konventionellen Unterseebooten − das Interesse sei entsprechend groß. Finanzinvestoren sollen bereits unverbindliche Angebote eingereicht haben.
Auf den ersten Blick kommen die Vorbereitungen zur Abspaltung überraschend, da mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine weltweit die Verteidigungsbudgets steigen. TKMS – früher Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) – dürfe aus Sicht von Branchenexperten von der Entwicklung erheblich profitieren. Doch der Mutterkonzern kann sich seinen Ableger in Kiel nicht leisten, da die Entwicklung neuer Marineeinheiten erhebliche Investitionssummen erfordert.
Aus dem Grund habe Thyssen-Krupp die Suche nach einem neuen Eigentümer aufgenommen, heißt es aus Unternehmenskreisen. Treiber ist hierbei Oliver Burkhard, der im Vorstand die Ressorts Personal und Marine verantwortet. Er schaffe zusammen mit der Führungsmannschaft von TKMS die Voraussetzungen für eine Abspaltung, sagte ein Aufsichtsrat, der ungenannt bleiben wollte. Thyssen-Krupp wollte sich zu dem Vorgang auf Anfrage bislang nicht äußern.