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Digitale InfrastrukturTelekom und EWE sind Partner im Glasfaserausbau – aber „nicht per se Freunde“

Die Konzerne gründen ein Joint Venture für den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Das ändert jedoch nichts am Wettbewerb, sagt der Geschäftsführer von EWE TEL, Norbert Westfal.Stephan Scheuer 13.09.2018 - 16:31 Uhr Artikel anhören

Der Wirtschaftswissenschaftler ist seit Februar 2011 Geschäftsführer der EWE TEL und seit April 2014 Geschäftsführer des EWE Vertriebs.

Foto: EWE AG

Düsseldorf. Bis zu zwei Milliarden Euro will die Deutsche Telekom zusammen mit dem regionalen Netzbetreiber EWE in den Glasfaserausbau investieren. Das Joint-Venture könnte Vorbildcharakter haben. Dabei standen EWE und Telekom lange im Streit. Im Interview sagt Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung der EWE TEL, warum er auf eine Partnerschaft mit dem Bonner Konzern setzt.

Herr Westfal, wann werden Sie loslegen und zusammen mit der Telekom im Joint-Venture Glasfaser ausbauen?
Unser Antrag beim Bundeskartellamt wird gerade vorbereitet. Dank der Einschätzung der Bundesnetzagentur ist schon heute klar, dass unser Netz, Stand heute - derzeit läuft noch eine Marktanalyse bei der BNetzA - nicht reguliert wird. Wir werden also in kommerziellen Verhandlungen unsere Dienste auch anderen Anbietern zur Verfügung stellen – nicht zu regulierten Preisen. Das ist für uns wichtig, damit wir als Investor die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus nachhaltig sicherstellen können.

Dabei haben Sie doch noch vor wenigen Jahren erbittert mit der Telekom gestritten und regulierte Preise gefordert.
Wir sind ja nicht per se Freunde der Telekom, sondern Wettbewerber. Kaum ein Unternehmen hat so oft mit der Telekom gestritten wie wir. Und wir haben vor Gericht oft Recht bekommen. Wir schätzen den Wettbewerb. Aber der Markt ist komplex. Bislang ging es darum, wie die Telekom das alte Kupfernetz nutzen darf, dass sie als Ex-Monopolist übernommen hat. Jetzt geht es aber um den Ausbau eines völlig neuen Glasfasernetzes. Und da brauchen wir andere Preise und einen anderen Rechtsrahmen.

Trauen Sie der Bundesnetzagentur nicht zu, faire Preise zu bestimmen?
Tatsache ist, dass die Festlegung der Preise sehr komplex wäre. Da gibt es zum Beispiel Unterschiede für den Ausbau in Großstädten oder auf dem Land. Die Bundesnetzagentur kann nicht für jedes Dorf einen eigenen Preis festlegen. Zudem muss sich der Ausbau auch lohnen. Regulierung muss immer die Ausnahme bleiben.

Wie soll dann der Missbrauch von Marktmacht verhindert werden?
Dafür wird das Kartellamt sorgen. Falls es wirklich zu einem Missbrauch kommen sollte, können Wettbewerber immer die Behörde anrufen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es gute, kommerzielle Lösungen geben wird. Schließlich haben auch wir ein großes Interesse, unsere Leitungen auszulasten.

Gehen Sie davon aus, dass die Kooperation von EWE und Telekom von anderen kopiert werden wird?
Auf jeden Fall. Wir müssen dringend den Ausbau von Glasfaser in Deutschland voranbringen. Es ist nur sinnvoll, wenn ein großer Konzern wie die Telekom mit regionalen Anbietern eng zusammenarbeitet. Aufgrund der Kompetenz vor Ort lassen sich die Kosten für den Ausbau geringer halten. Und Firmen wie die Telekom können bei der Vermarktung und Finanzierung helfen.

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