Gaming-Boom: Pandemieprofiteur Sony verbucht Rekordgewinn – Playstation-Geschäft besonders stark
Der Run auf Sonys neuste Spielekonsole beschert dem Konzern ein Rekordergebnis.
Foto: AFPDer Umsatz stieg um neun Prozent auf 68,5 Milliarden Euro. Besonders die Videospielsparte, Elektronikartikel sowie Musikstudios trugen zum guten Ergebnis bei. Sony profitierte von der Coronakrise, denn in den weltweiten Ausgangssperren mussten sich die Menschen mehr zu Hause amüsieren.
Ein Großteil des Erfolgs geht auf die Spiele- und Netzwerksparte zurück, die nicht nur vom Heimspielboom profitierte, sondern auch vom Start der neuen Spielekonsole Playstation 5. Ihr Umsatz legte um satte 34 Prozent auf 20,2 Milliarden Euro zu. Mit einer Gewinnmarge von 13 Prozent ist der Bereich auch profitabler als Sonys traditionelles Elektronikgeschäft, dessen Umsatzrendite nur bei 7,2 Prozent lag.
Auch das Musikgeschäft wuchs um mehr als zehn Prozent. Der Umsatz der Elektroniksparte schrumpfte zwar leicht, weil in der Coronakrise weniger Kameras und professionelle Videoanlagen verkauft wurden. Dafür lief das Geschäft mit Fernsehgeräten weit besser als noch im Vorjahr.
Gemeinsam mit dem starken heimischen Finanzdienstleister glich diese Sparte den Einbruch bei Filmstudios und Bildsensoren aus. Dort musste Sony Einbußen hinnehmen, schließlich schlossen weltweit viele Kinos.
Lange Sanierung zahlt sich aus
Mit dem Rekordergebnis lohnen sich für Sony inzwischen die langen Jahre der Sanierung. Nach Höhenflügen zu Beginn des Jahrhunderts war der Konzern abgestürzt und hatte lange Verluste geschrieben. Erst als der jetzige Konzernchef Kenichiro Yoshida Finanzchef wurde, gelang dem Konzern eine Wende.
Yoshida setzte stark auf Spiele, die Netzwerksparte sowie Sonys große Film- und Videostudios und machte das verlustreiche TV-Geschäft durch Einsparungen wieder profitabel.
Schon vor der Coronakrise zahlte sich dies mit zweistelligen Gewinnmargen aus, ein Traum für japanische Elektronikhersteller.
Der Lokalrivale Panasonic erwartet für 2020 eine Gewinnmarge von 3,4 Prozent. Sony steht also auch im nationalen Vergleich gut da.
Für dieses Jahr erwartet Sony, dass sich das Geschäft mit den Filmstudios wieder erholt. Außerdem sollen die Videospiel- und Elektroniksparten den Umsatz weiter antreiben. Allerdings sagt der Konzern voraus, dass die Gewinne bei Videospielen und damit beim Gesamtkonzern fallen.
Sony erwartet nach Hochphase Gewinnrückgang
Für das laufende Bilanzjahr erwartet Sony ein Umsatzplus von acht Prozent auf dann gut 73 Milliarden Euro. Gleichzeitig sollen der Betriebsgewinn um vier Prozent auf 7,1 Milliarden Euro und der Reingewinn um 44 Prozent auf fünf Milliarden Euro fallen.
Die Frage ist nun, wie die Investoren die Prognose interpretieren. Denn im Gegensatz zu seinen Krisenjahren hat der Konzern unter Yoshida seine Vorhersagen nicht mehr unter-, sondern regelmäßig übertroffen.
Analyst Yasuo Nakane von Mizuho Securities erwartet daher, dass die Anleger Sonys Bewertungen erhöhen werden, wenn der Inverstorentag am 28. Mai oder der neue mittelfristige Geschäftsplan Erwartungen auf höhere Gewinne schüren werden. Sein Fazit: „Jede Kursdelle aufgrund Sonys sinkender Gewinnvorhersage sollte unserer Meinung nach eine gute Kaufgelegenheit sein.“