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Kevin Mayer Disney-Streamingchef im Interview: „Deutsche lieben Star Wars“

Disneys Streamingchef verspricht im Interview mehr europäische Produktionen. Und er erklärt sein Verhältnis zum neuen Konzernchef Bob Chapek.
23.03.2020 - 10:40 Uhr Kommentieren
Der Medienriese verfolgt auch in Europa eine Expansionsstrategie. Quelle: Getty Images
Kevin Mayer, Chef von Disney+

Der Medienriese verfolgt auch in Europa eine Expansionsstrategie.

(Foto: Getty Images)

Disney+ startet am 24. März in Europa. Mit der Macht des Medienkonzerns im Rücken will der Streamingdienst zum härtesten Konkurrenten für Marktführer Netflix aufsteigen. Der Mann hinter der Expansionsstrategie ist Kevin Mayer. Im Interview erklärt der Manager, mit welchen Inhalten Disney+ auch die deutschen Nutzer überzeugen will.

Herr Mayer, die Coronakrise hat die ganze Welt im Griff. Wie wirkt sich das auf Ihr aktuelles Großprojekt, den Europastart Ihres Streamingdienstes Disney+, aus?
Zuallererst wollen wir garantieren, dass unsere Mitarbeiter sicher sind, und haben zum Beispiel unser Launch-Event in London vor zwei Wochen abgesagt. Andererseits ist es aber schön, dass viele Menschen in Europa in dieser schweren Zeit nun unsere ermunternden Inhalte von zu Hause aus sehen können.

Für einen Streamingdienst sind das ja gute Zeiten. Die Leute gehen nicht ins Café oder ins Kino, sondern schauen zu Hause fern. Zeigt sich das bereits in den Zahlen von Disney+?
Wir veröffentlichen keine Zahlen dazu. Sie können sich aber denken, was es bedeutet, wenn Menschen weltweit zu Hause bleiben und sich unterhalten wollen.

Vergangene Woche musste Disney einen Dreh für die im August anlaufende Marvel-Serie „The Falcon and the Winter Soldier“ in Prag abbrechen, weil die tschechische Regierung Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen verboten hat. Wird so etwas jetzt öfter passieren?
Schwer zu sagen. Aktuell glauben wir nicht, dass die Serie lange verzögert wird, aber mal sehen. Wir werden nichts tun, was die Gesundheit unserer Crews gefährdet, nur um einen Starttermin einzuhalten.

Sie hatten einen starken Start in den USA mit zuletzt 28,6 Millionen Abonnenten und der Star-Wars-Hitserie „The Mandalorian“. Man hört aber nicht viel über andere neue Serien oder Filme. Wie wollen Sie Ihre Abonnenten bei der Stange halten?
Wir investieren im ersten Jahr eine Milliarde Dollar in neue Inhalte für Disney+, im vierten Jahr wird es das Doppelte sein. Wir sind aber nicht der Streamingdienst, der jede Woche einen neuen Titel hat. Disneys Philosophie ist es, weniger zu produzieren, aber dafür auf höchstem Niveau. Außerdem haben wir einen gewaltigen Katalog, der ständig wächst. All die Filme, die bisher an Netflix gingen, laufen künftig auf Disney+.

Von Ihren Erfahrungen an der Kinokasse: Welche Disney-Inhalte funktionieren denn in Deutschland besonders gut?
Deutsche lieben Star Wars, definitiv. Marvel, Pixar und all unsere Marken haben eine große Fangemeinde in Deutschland, aber Star Wars sticht richtig heraus. Also rechne ich damit, dass „The Mandalorian“ und die Filme besonders gut funktionieren werden.

Ihre Konkurrenten Netflix und Amazon produzieren immer mehr Inhalte in Europa. Disney bald auch?
Ja. Wir haben das Glück, dass unsere Marken eine globale Anziehungskraft haben. Aber warum sollten wir nicht etwas in Deutschland produzieren können, das dann Fans auf der ganzen Welt findet? Mit dieser Philosophie werden wir unsere europäischen Produktionen angehen.

Sie werden bald auch nicht mehr darum herumkommen. Die EU plant, Streamingdiensten eine 30-prozentige Quote für lokale Inhalte vorzuschreiben. Netflix hat sich gerade erst dazu durchgerungen, die deutsche Filmabgabe zu bezahlen. Wie wird Disney das halten?
Wir halten uns immer an die lokalen Gesetze. Wir finden es zwar besser, wenn der freie Markt vorgibt, welche Inhalte produziert werden. Aber wir respektieren die kulturellen Regeln in Europa.

Sie waren ein Favorit für die Nachfolge von Disney-Chef Bob Iger. Nun ist es Bob Chapek geworden, der zuvor die Freizeitpark-Sparte leitete. Was heißt das für die Bedeutung von Disney+ im Konzern?
Ich kenne Bob Chapek sehr lange, wir sind sehr gute Freunde. Ich bin froh, dass er in dieser Rolle für Disney arbeitet. Der Wechsel an der Spitze wird unsere Streamingstrategie kein bisschen verändern. Er braucht mich, um diese Strategie umzusetzen, und das werde ich tun.

Mehr: Disney soll der härteste Konkurrent für Netflix werden. Diese Strategie verfolgt der Konzern.

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