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MedienWegen Gelbhaar-Berichterstattug – RBB-Chefredakteur muss gehen

Die fehlerhaften Berichte haben personelle und strukturelle Konsequenzen für den ARD-Sender. Noch nicht klar ist, ob Gelbhaars Forderungen nach Schadensersatz Erfolg haben werden. 14.03.2025 - 15:01 Uhr Artikel anhören
Der Grünen-Abgeordnete Stefan Gelbhaar verlor im Nachgang der fehlerhaften Berichterstattung seine Kandidatur und gab seinen Platz auf der Berliner Landesliste ab. Foto: IMAGO/Future Image

Berlin. Wegen der fehlerhaften Berichterstattung über den Bundestagsabgeordneten der Grünen, Stefan Gelbhaar, hat der Chefredakteur des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), David Biesinger, sein Amt niedergelegt. Auch Programmdirektorin Katrin Günther sei zurückgetreten, teilte der Sender in Berlin mit.

Biesinger sagte, ein Neuanfang an der Spitze des Senders solle dazu beitragen, „die publizistische Reputation des rbb wieder herzustellen.“ Günther teilte mit, es dürfe nicht sein, dass der rbb zur Tagesordnung übergehe: „Tatsächlich hat der rbb in diesem Fall insgesamt programmlich versagt. Dafür sehe ich mich in der Verantwortung und habe deshalb Intendantin Ulrike Demmer mitgeteilt, dass ich mein Amt niederlegen werde.“

Zudem will der Sender auch strukturelle Änderungen vornehmen. Unter anderem sollen Schulungen zur Verdachtsberichterstattung verpflichtend eingeführt werden und die Chefredaktion Recherchen von vergleichbarer Tragweite direkter kontrollieren.

Der ARD-Sender hatte Ende des Jahres 2024 Berichte über Belästigungsvorwürfe gegen den Stefan Gelbhaar ausgestrahlt. Diese mussten allerdings in größeren Teilen zurückgezogen werden. Im Kern waren Zweifel an der Identität einer der Frauen aufgekommen, die dem Sender die Vorwürfe versichert hatten – die Identität soll gar nicht existieren. Es stellte sich heraus, dass der Sender die Person nie getroffen hatte.

Bevor die Fehler in der Berichterstattung öffentlich geworden waren, wurde Gelbhaar als Direktkandidat der Grünen in seinem Wahlkreis Berlin-Pankow ausgewechselt. Zudem hatte er seine Listenplatzkandidatur mit Verweis auf Vorwürfe gegen ihn Mitte Dezember 2024 zurückgezogen.

Gelbhaar verlangt vom Sender Schadensersatz in Millionenhöhe. „Sie belaufen sich auf insgesamt 1,7 Mio. Euro, davon 1,2 Mio. Euro Schadensersatz, weil Stefan Gelbhaar Einnahmen entgingen, die er bei einem Wiedereinzug in den Bundestag in den kommenden Jahren erzielt hätte“, hieß es in einem Schreiben von Geldhaars Anwälten. Der Sender teilte mit, dass er die Forderung für unangemessen halte.

dpa
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