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Online-Portal für Statistik Statista will Bloomberg mit Firmendatenbank Konkurrenz machen

Der Datenanbieter aus der Ströer-Gruppe plant die Datenbank in neun EU-Staaten und den USA. Damit will das Hamburger Unternehmen sein Geschäftsmodell erweitern.
10.04.2020 - 15:11 Uhr Kommentieren
Mit seinen Daten will der Gründer gegen den großen Konkurrenten Bloomberg antreten. Quelle: Statista.de
Statista-Gründer Friedrich Schwandt

Mit seinen Daten will der Gründer gegen den großen Konkurrenten Bloomberg antreten.

(Foto: Statista.de)

Hamburg Der Datenanbieter Statista will ab dem Sommer verstärkt Firmendatenbanken Konkurrenz machen. Das sagte Statista-Gründer Friedrich Schwandt dem Handelsblatt. Im Juni oder Juli solle die Datenbank für neun europäische Länder und die USA starten.

Bislang bietet Statista Firmendaten über börsennotierte Unternehmen an, künftig sollen auch Informationen über größere Mittelständler ab wenigen Millionen Euro Umsatz vorhanden sein. Rund eine Million Datensätze sollen so dazukommen. Schwandt will mit dem Vorstoß Informationsanbietern wie Bloomberg und Bureau van Dijk Konkurrenz machen.

Das Geschäftsmodell des 2007 in Hamburg gegründeten Unternehmens ist es, Zugang zu Statistiken zu günstigeren Preisen anzubieten als diejenigen der etablierten Marktforscher und Analysedienste. Derzeit ist Statista dabei, weltweit zu expandieren. 2016 hat der Werbekonzern Ströer das Unternehmen von den Gründern gekauft, die als Manager weiter an Bord sind.

Bei den Unternehmensdaten will Schwandt nach bewährtem Muster vorgehen. „Wir sind in ganz vielen Bereichen eine 90-Prozent-Lösung“, sagt Schwandt. Gemeint ist, dass Statista zwar eine große Breite an Gebieten abdeckt, aber weniger tief schürt als andere, spezialisiertere und teurere Anbieter.

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Standort erkennen

    So soll sich die neue Unternehmensdatenbank nicht etwa an Portfoliomanager in Banken richten, die bislang Bloomberg-Terminals für tiefe Unternehmensanalysen nutzen. Analystenbewertungen oder Angaben zu Anleihen werden sich beispielsweise nicht finden lassen. „Für die große Menge an Kunden können wir jedoch eine sehr gute Lösung anbieten“, meint Schwandt. Ein Vertriebsmitarbeiter könnte die Daten nutzen, um potenzielle Kunden einzuschätzen.

    Wie auch in anderen Bereichen will Schwandt die Daten für sein neues Angebot zukaufen, etwa beim Anbieter North Data. Statista-Kunden sollen den Zugang als Zusatz zu ihrem bisherigen Abo bezahlen. Rund 3000 Euro soll das neue Angebot zusätzlich kosten. Bislang liegt der Durchschnittsumsatz je Nutzer laut Schwandt bei rund 7000 Euro.

    Expansion im Ausland

    Der frühere BCG-Berater ist dabei, das Unternehmen zu internationalisieren. Dafür baut Schwandt Auslandsbüros auf. 2019 kamen Standorte in Tokio und Singapur hinzu, später im Jahr soll ein Büro in China eröffnen. In den USA ist Statista bereits seit einigen Jahren vertreten. Inzwischen bietet Statista nicht nur eingekaufte Daten an, sondern ermittelt auch selbst über eine breit angelegte globale Umfrage Erkenntnisse. Zudem bereiten Analysten in Hamburg die Daten auf – unter anderem für den redaktionellen Partner Handelsblatt.

    Solche Kooperationen dienen auch dazu, die Bekanntheit zu erhöhen – wie auch Grafiken für die Werbebildschirme von Ströer. „Wir bemühen uns, eine internationale Marke aus Deutschland heraus aufzubauen“, sagte Schwandt. Dabei soll das Wachstum ohne Zukäufe aus eigener Kraft erfolgen. Ziel ist ein jährliches Umsatzplus von 30 Prozent, 2021 sollen es 100 Millionen Euro werden. An den Plänen ändere sich trotz Corona wenig. Statista plane auch weiterhin 2020 im zweistelligen Bereich zu wachsen.

    Die letzte veröffentlichte Umsatzzahl stammt aus dem Jahr 2018, als Statista auf 55 Millionen Euro Umsatz kam. Aktuell beschäftigt Statista 753 Menschen.

    Die Konkurrenten sind deutlich größer. Bloomberg etwa kommt auf geschätzte zehn Milliarden Dollar Umsatz und hat laut früheren Angaben rund 330 000 Nutzer für seine Terminals. Bureau von Dijk kam 2017, dem Jahr der Übernahme durch die Ratingagentur Moody’s für drei Milliarden Dollar, auf einen Umsatz von 281 Millionen Dollar. Die Niederländer sind seit 29 Jahren am Markt.

    Hinweis: Das Handelsblatt kooperiert mit Statista.

    Mehr: Werbekonzern Ströer erzielt Rekordergebnis.

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