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Pro SiebenMFE-Chef verspricht Unabhängigkeit der Redaktion

Bei einem Treffen mit Kulturstaatsminister Weimer sichert der MFE-Chef die redaktionelle Unabhängigkeit von Pro Sieben Sat.1 zu. Der deutsche Markt bleibt zentral für die Konzernstrategie. 02.09.2025 - 20:04 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Pro Sieben Sat.1: München werde als bedeutender Standort für Inhalte, Innovation und Beschäftigung weiterentwickelt. Foto: dpa

Berlin. Die italienische Media For Europe-Holding (MFE) bekennt sich als künftige Pro-Sieben-Sat-1-Mehrheitseignerin zum Standort Deutschland und zur Wahrung redaktioneller Unabhängigkeit. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte nach einem Treffen mit MFE-Chef Pier Silvio Berlusconi am Dienstag in Berlin, redaktionelle Unabhängigkeit sei von zentraler Bedeutung und dürfe nicht angetastet werden.

„Wir sind in diesem Punkt einer Meinung, und das ist eine gute Voraussetzung für ein gelingendes Engagement im deutschen Medienmarkt.“

Der Chef von MFE und Sohn des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi erklärte, dass der deutsche Markt ein zentraler Bestandteil der Konzernstrategie sein solle. „Wir möchten ein lokaleres Angebot produzieren und anbieten, das noch stärker auf das deutsche Publikum zugeschnitten ist“, kündigte der Manager an.

Es gehe um „mehr Nachrichten, mehr Unterhaltungssendungen und mehr Fernsehserien – und im Laufe der Zeit weniger zugekaufte Formate – so, wie wir es bereits in Italien und Spanien praktizieren“.

München werde als bedeutender Standort für Inhalte, Innovation und Beschäftigung weiterentwickelt. „Wir wollen Arbeitsplätze erhalten und die Verankerung von Pro Sieben Sat 1 in Bayern, in Deutschland und im gesamten deutschsprachigen Raum stärken“, erklärte Berlusconi.

PPF-Ausstieg ebnet Weg für Mehrheitsübernahme

Seit voriger Woche zeichnet sich ab, dass die Italiener künftig mindestens rund 60 Prozent an dem bayerischen Fernsehkonzern halten werden. Denn der tschechische Großaktionär PPF hatte seinen Ausstieg bei ProSieben angekündigt und damit den Weg für die Übernahme durch MFE freigemacht.

PPF will seinen Anteil an Pro Sieben Sat 1 von 15,68 Prozent an MFE verkaufen. Nach einem Kaufangebot an die Aktionäre halten die Italiener bereits 43,6 Prozent und könnten in einer Nachfrist noch mehr Anteile einsammeln. Das Ergebnis hierzu dürfte am Donnerstag feststehen. Die Pro-Sieben-Sat-1-Aktie lag am Dienstagnachmittag rund fünf Prozent im Minus und war einer der größten Verlierer im SDax.

Die Italiener sind seit 2019 bei Pro Sieben Sat.1 engagiert und wollen die Bayern in ihre Zukunftspläne einbauen, um den Streaming-Riesen aus den USA wie Netflix und Amazon Prime Paroli zu bieten. „Unser Ziel ist es, eine pan-europäische Rundfunk- und Mediengruppe zu schaffen, die in der Lage ist, sich gegen die globalen Technologiegiganten zu behaupten und mit ihnen im Wettbewerb zu bestehen“, erläuterte Berlusconi.

Er sei überzeugt, dass Deutschland der ideale Ausgangspunkt dafür sei. „Wenn aus München heraus nun eine große pan-europäische Plattform entsteht, ist das eine gute Nachricht“, erklärte Weimer dazu. Er zeigte sich erfreut, dass MFE nun auch in Deutschland Verantwortung übernehme – und zwar „für Arbeitsplätze, für das Entrichten von Steuern und für unsere kreative Infrastruktur“.

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Bayern und Medienaufsicht signalisieren Zustimmung

Die bayerische Landesregierung und die zuständige Landesmedienanstalt (BLM) hatten bereits signalisiert, dass sie einem stärkeren Engagement von MFE wohlwollend gegenüberstünden und keine vorherrschende Meinungsmacht durch die Italiener zu befürchten sei.

So hatte der bayerische Medienminister Florian Herrmann (CSU) von MFE in Aussicht gestellte Bekenntnisse zur Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit, der nationalen Identitäten, der unternehmerischen Ethik und der Beschäftigungssicherung am Standort Unterföhring bei München als positiv bezeichnet. „Dies sind zentrale Ziele bayerischer Medienpolitik“, hatte der CSU-Politiker Ende Juli im Reuters-Interview erklärt.

rtr
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