Werbedienstleister: Ströer prüft angeblich Optionen für Verkauf von Statista
Das Unternehmen hatte 2015 eine Mehrheit an Statista erworben und die Statistikplattform später komplett übernommen.
Foto: dpaDüsseldorf. Der Werbedienstleister Ströer prüft einem Agenturbericht zufolge Möglichkeiten für einen Verkauf seiner Online-Statistikplattform Statista im kommenden Jahr. Die Datenbank, die an 13 Standorten rund 1100 Menschen beschäftigt, könnte in einer Transaktion mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet werden, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
Ströer habe JP Morgan als Berater zur Vorbereitung eines Deals eingeschaltet, sagten zwei der Insider. Finanzinvestoren hätten bereits ein Auge auf Statista geworfen. Eine weitere Option sei auch ein Börsengang an der US-Börse Nasdaq. Die Transaktion werde aber von der weiteren Entwicklung des Marktumfelds abhängen, sagte einer der Insider.
Ströer erklärte, der Konzern arbeite gemeinsam mit JP Morgan an Vorbereitungen für einen Verkauf seiner Kosmetik-Tochter Asambeauty. Dieser solle dann im vierten Quartal beginnen. Erst wenn diese Transaktion beendet sei, werde es Schritte um Statista geben. JP Morgan wollte sich nicht äußern.
Statista-Chef Friedrich Schwandt sieht das Unternehmen nach früheren Angaben auf Wachstumskurs. Im Juli 2022 hatte er angekündigt, Statista erwarte mittelfristig ein jährliches Wachstum 20 bis 30 Prozent und werde im Jahr 2025 voraussichtlich einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro erreichen. Statista gehört für Ströer nicht zum Kerngeschäft.
Für die Kölner dürfte eine Trennung von der Tochter ein lohnendes Geschäft werden. Ströer hatte 2015 über die Tochter Ströer Venture GmbH einen Mehrheitsanteil von knapp 79 Prozent an Statista für rund 57 Millionen Euro übernommen. Im Mai 2019 hatte Ströer dann die übrigen Anteile geschluckt.