Börse: 15 Dax-Konzerne verbuchen trotz Krise Rekordgewinne – wie ist das möglich?
Düsseldorf. Mit voraussichtlich 115 Milliarden Euro dürften die 40 Dax-Konzerne in diesem Jahr ihren dritthöchsten Nettogewinn in der deutschen Wirtschaftsgeschichte einfahren. Das zeigen die bereits präsentierten Halbjahresbilanzen, die Erwartungen der Unternehmen an das zweite Halbjahr, die daraus abgeleiteten Prognosen der Fachanalysten und Daten des Finanzspezialisten Bloomberg.
Noch höhere Gewinne als 2025 gab es nach Berechnungen des Handelsblatt Research Institute (HRI) zuletzt 2022 mit 118 Milliarden Euro. Damals haben allerdings die drei Autobauer BMW, Mercedes und VW 48 Milliarden Euro verdient, 2025 dürften es nur noch gut 20 Milliarden Euro werden. Grund dafür sind weniger Verkäufe, der schärfere Wettbewerb vor allem in China und hohe Investitionen in die Elektromobilität.
Die restlichen 37 Dax-Konzerne gleichen die Schwächen der deutschen Schlüsselbranche also nahezu vollständig aus. Die Handelsblatt-Analyse zeigt: 15 der 40 Dax-Konzerne dürften in diesem Jahr vermutlich so viel wie noch nie verdienen.
Wie ist das möglich angesichts der hartnäckigen Rezession im Heimatmarkt und wachsender Herausforderungen in den beiden wichtigsten Großregionen? In den USA machen höhere Zölle europäische Waren teurer und damit weniger wettbewerbsfähig. In China haben sich die Bedingungen verschlechtert, weil die dortige Regierung heimische Firmen stärker fördert.
Aufschluss geben die Halbjahresbilanzen der Unternehmen und deren Geschäftsmodelle. Sechs Gründe sind für die hohen Gewinne verantwortlich.