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Handelsblatt Digital Edition – Mit Schwung aus der Krise Alexander Sixt: „Wir säen jetzt die Samen für neues Wachstum“

Noch hat die deutsche Wirtschaft Corona nicht überwunden. Doch die Firmen planen bereits für die Zeit danach – und berichten beim Handelsblatt-Event über Lehren aus früheren Krisen.
01.07.2020 - 20:06 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Es ist ein leichtes Zeichen des Optimismus: Am Mittwoch vermeldete das Münchener Ifo-Institut seine Prognose für das dritte Quartal – und die fiel überraschend positiv aus. Für den Zeitraum zwischen Juli und September rechnen die Wirtschaftsforscher mit einer Wachstumsrate von 6,9 Prozent.

Es wäre das Ende eines monatelangen Absturzes, nachdem die Corona-Pandemie erst die chinesische, dann die europäische Wirtschaft mit voller Wucht erfasste. Und bereits jetzt stellen sich die Unternehmen auf eine Rückkehr des Wachstums ein, wie Alexander Sixt, Strategievorstand der Autovermietung Sixt, im Handelsblatt-Livestream erklärte.

„Zuversicht und Wachstumswille – das sind die beiden entscheidenden Faktoren für den Wiederaufstieg“, sagte der Manager, der aus München zugeschaltet war. Auch wenn er sein Unternehmen nicht zu den Gewinnern der Krise zählt, so fügten sich nach dem dramatischen Nachfrageeinbruch ab Ende Februar nun langsam die Puzzleteile der Krisenstrategie zusammen.

Dazu zählte Sixt neben einem Kostenprogramm, das rund 150 Millionen Euro umfasste, auch entscheidende Wachstumsinvestitionen in neue Geschäftsmodelle und die Digitalisierung. So belastend die Krise für die Menschen und die Gesellschaft insgesamt auch sei – sie sei ebenso „spannend für das unternehmerische Wirken“.

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    So wie Sixt sehen derzeit viele Firmenlenker die Krise auch als Chance. Laut einer Umfrage der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG), die an dem Live-Event als Initiativpartner teilnahm, rechnen zwar 64 Prozent der Finanzchefs großer Unternehmen für 2020 mit einem Rückgang bei Umsatz und Gewinn. Aber 85 Prozent sehen auch Chancen durch die Krise.

    „Die Unternehmen haben im März unglaublich schnell in den Krisenmodus geschaltet“, erklärte BCG-Deutschlandchef Matthias Tauber, der im Handelsblatt-Studio zu Gast war. Entscheidend dafür, ob eine Firma gestärkt aus der Krise kommt, seien nun die nächsten zwölf Monate. „Die Erfahrungen aus der Finanzkrise zeigen, dass rund 80 Prozent der Unterschiede in diesem Zeitraum gemacht werden.“

    Auch Arndt Geiwitz, geschäftsführender Gesellschafter der Wirtschaftskanzlei SGP Schneider Geiwitz und erfahrener Restrukturierungsexperte, sieht das Krisenmanagement als wichtigsten Faktor, um die Rezession zu überstehen. „Ich muss vor allem kommunizieren, also die Mitarbeiter, das Management und die Gesellschafter mitnehmen“, sagte der Sanierer, der derzeit als Generalbevollmächtigter die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof durch das Schutzschirmverfahren führt.

    Insolvenzverfahren als gangbarer Weg für Restrukturierungen

    Als möglichen Ausweg aus der Krise sieht er ein Insolvenzverfahren als durchaus gangbaren Weg: „Es ärgert mich sehr, dass ein Insolvenzverfahren in Deutschland immer nur negativ gesehen wird.“ Das Land brauche eine „Restrukturierungskultur, die auch ein Scheitern zulässt“, sagte Geiwitz. Für die Unternehmen könne es sehr gesund sein, einmal durch „die Rosskur zu gehen“.

    Als einen der wichtigsten Faktoren für die erfolgreiche Krisenbewältigung nannte Ralf Moldenhauer, Partner bei BCG, eine klare Strategie. „Das strategische Zielbild ist sozusagen der Nordstern für die Restrukturierung“, so der Berater. Das sei essenziell für die Orientierung für das Management, aber auch für die Mitarbeiter.

    Dass Strategie jedoch nicht alle Probleme löst, zeigen die tiefen Spuren, die die Krise in den Bilanzen beispielsweise der weltweiten Fluggesellschaften hinterlassen hat. Im Fall der Lufthansa musste der Staat einspringen, um den Liquiditätsbedarf von rund neun Milliarden Euro zu decken.

    Staatssekretär Jörg Kukies verteidigte den Einstieg der Bundesrepublik bei der strauchelnden Airline gegen Kritik. „Das Unternehmen hat sehr lange nach privaten Investoren gesucht“, sagte der ehemalige Investmentbanker, der an dem Deal maßgeblich beteiligt war. Doch es habe sich am Ende keiner gefunden, der Interesse an einem Einstieg gehabt habe.

    Das ändere sich nun langsam und vorsichtig, wie Kukies, der aus München zugeschaltet war, nun erklärte. „Wir haben erste Anfragen von privaten Investoren erhalten, die zumindest schon einmal eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnen wollen, um sich die Zahlen anzusehen“, sagte der Staatssekretär. „Wir sind gern zu einem beschleunigten Exit bereit.“

    Für die zügige politische Hilfe in der Krise sprachen die teilnehmenden Unternehmer ein einhelliges Lob aus: „Ich finde es beeindruckend, wie die Politik und die nahestehenden Behörden in der Krise reagiert haben – insbesondere gilt das für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Bundesagentur für Arbeit“, sagte Sixt-Strategiechef Alexander Sixt. Seit Anfang der Krise habe die KfW ein Volumen von 50 Milliarden Euro bewilligt, berichtete KfW-Vorständin Ingrid Hengster.

    Ähnlich lobend wie Sixt äußerte sich BCG-Chef Matthias Tauber über die Politik. „Vor allem die Kurzarbeit war ein wahnsinnig wirksames Instrument“, sagte der Berater. Sowohl die kreditgebenden Banken als auch die Unternehmen hätten mit Verantwortung auf den Einbruch reagiert. Seine Prognose: „Im Juli 2021 werden wir hoffentlich über den Berg sein – oder zumindest auf der anderen Seite.“

    Mehr: Das Ifo-Institut rechnet damit, dass es nach der Krise im dritten Quartal wieder aufwärtsgeht.

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