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Robert FriedmannWürth-Chef beaufsichtigt ZF

Erfolgreich und bescheiden führt Robert Friedmann seit elf Jahren die Geschäfte beim Schraubenkönig Würth. Jetzt ist seine Expertise beim aufstrebenden Autozulieferer ZF gefragt. Dort wird der Konzernlenker zum Aufseher.Martin-W. Buchenau 16.12.2016 - 16:35 Uhr Artikel anhören

Vom Handelskonzern in die deutschen Industriezirkel aufgestiegen.

Foto: dpa

Düsseldorf. Am Bodensee gab es akuten Handlungsbedarf – und das schon seit August: Damals legte Hans-Georg Härter, Urgestein bei ZF Friedrichshafen, seinen Posten als Aufsichtsrat nieder. Wegen der Übernahmeschlacht von ZF und Knorr um den schwedischen Bremsenhersteller Haldex gab es für den Aufsichtsratschef von Knorr-Bremse einen massiven Interessenkonflikt zwischen beiden Unternehmen. Knorr obsiegte zwar, muss jetzt aber wegen der großen Überschneidungen im Geschäft eine monatelange Kartellprüfung bestehen.

All das kann sich Robert Friedmann jetzt in Ruhe anschauen. Der Würth-Chef rückt zum Jahresbeginn 2017 in den Aufsichtsrat von ZF. Sollte Knorr aus kartellrechtlichen Gründen Unternehmensteile abgeben müssen, ist es gut möglich, dass der 50-Jährige demnächst im Aufsichtsrat mit darüber abstimmen muss, ob ZF zugreifen soll oder nicht.

Als Aufsichtsratschef zieht bei ZF der Schweizer Unternehmer und Professor Giorgio Behr die Fäden. Er hatte Friedmann den Posten angedient. „Mit Robert Friedmann gewinnen wir eine absolut erfahrene Führungskraft für den ZF-Aufsichtsrat“, betonte Behr. Er verfüge über langjährige Erfahrung im Topmanagement eines weltweit erfolgreich agierenden Unternehmens.

Eine gefühlte Ewigkeit arbeitet der 50-Jährige bei Würth. Genau genommen sind es bald 25 Jahre beim Weltmarktführer im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial. Seit 2004 ist Friedmann Mitglied der Konzernführung, seit 2005 deren Sprecher. Mit dem Aufsichtsratsposten bei ZF steigt Friedmann in die deutschen Industriezirkel auf.

Harte Schule, klarer Stil

Was Behr bei der Charakterisierung von Friedmann vergaß, sind dessen ausgesprochen diplomatischen Fähigkeiten. Schließlich ist es nicht ganz einfach, sich das Vertrauen des mitunter eigenwilligen 81-jährigen Firmenpatriarchen Reinhold Würth über so lange Jahre zu erhalten. Und Würth hat seinem obersten Mitarbeiter die Nebentätigkeit bei ZF auch genehmigt. Schon das ist erstaunlich, normalerweise verlangt Reinhold Würth von seinen Führungskräften die ungeteilte Aufmerksamkeit für sein Unternehmen.

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Friedmann hat bei Würth eine gute Bilanz – auch wenn es zwischenzeitlich etwas länger dauerte als von ihm angekündigt, bis der Konzern die Umsatzgrenze von zehn Milliarden Euro schaffte. Zielverfehlungen werden in der Hohenlohe selten geduldet. Aber Friedmann hat am Ende geliefert. Derzeit treibt ihn die Digitalstrategie für den von Vertretern geprägten Konzern um. Friedmann kommt bei Würth aus einer harten Schule. Ihm hilft seine klare, offene und bescheidene Art. Ihm fehlt zwar die Autoexpertise von Härter, dabei bringt er weltweite Vertriebserfahrung mit.

Friedmann ist nicht die einzige wichtige Personalie am Bodensee. Holger Klein, seit zwei Jahren für die Integration der Milliardenübernahme TRW zuständig, übernimmt vom gesundheitsbedingt ausscheidenden Uwe Coßmann zum Jahresbeginn 2017 die Leitung der ZF-Fahrwerktechnik. Der 46-Jährige Ex-McKinsey-Manager wechselt damit von einem Top-Job im Konzern zum anderen.

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