Stresstest für Unternehmen: Der Corona-Schock: Wie gut gerüstet sind Deutschlands Konzerne?
Die Unternehmen in Deutschland kämpfen allesamt mit den Auswirkungen des neuartigen Coronavirus.
Foto: Smetek- Wie gut können Deutschlands Konzerne gegen die Coronakrise vorgehen? Das Handelsblatt blickt tief in die Bilanzen der 120 größten Unternehmen. Eine Analyse.
- Zehn Unternehmen im Bilanz-Stresstest des Handelsblatts fallen besonders ins Auge. Sie weisen eine niedrige Eigenkapitalquote auf – was in Krisenzeiten schwierig ist. Wie gehen die Konzerne mit der aktuellen Situation um?
- Mittelständler sind die Basis der deutschen Wirtschaft – und vorbildlich mit Eigenkapital ausgestattet. Aber die Krise drängt sie an den Rand des Abgrunds.
- Die Bundesregierung will betroffene Firmen mit Krediten unterstützen. Aber wann und wem hilft der Staat wirklich? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
- „Die Liquidität ist schneller weg, als wir gucken können“, sagt auch die ehemalige Finanzvorständin der Lufthansa und Multi-Aufsichtsrätin, Simone Menne, im Interview mit dem Handelsblatt. Sie zeigt auf, wo jetzt neue Chancen liegen.
Düsseldorf. BMW, Daimler und Volkswagen stellen große Teile ihrer Autoproduktion ein. Der weltgrößte Touristikkonzern Tui schickt keine Urlauber mehr in die Ferien. Die Lufthansa fliegt nur noch fünf Prozent ihres Programms.
Noch vor wenigen Wochen undenkbare Nachrichten gehören fast zum Alltag. Die Bekämpfung der Lungenkrankheit Covid-19 löst in der Wirtschaft einen Angebots- und Nachfrageschock aus: Unternehmen produzieren nicht mehr, Verbraucher bleiben zu Hause.
„Der Vergleich mit einer Naturkatastrophe ist auf jeden Fall angemessen“, meint der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, „mit dem Unterschied, dass wir es bei Corona mit einer weltweiten Situation zu tun haben.“
In den Unternehmen folgt Krisensitzung auf Krisensitzung. Woher kann man Kapital bekommen? Wo kann wie gespart werden? Welche Lieferanten sind wie liquide? „Jedes Unternehmen macht eine Worst-Case-Betrachtung“, berichtet Simone Menne, ehemalige Finanzvorständin für Lufthansa, die in Aufsichtsräten etwa von BMW, Deutscher Post und Johnson Control sitzt. „Das heißt, man kalkuliert je nach Branche eine bestimmte Anzahl von Monaten ohne einen Cent Umsatz und ohne neue Kredite.“