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US-Industriekonzern Langjähriger GE-Chef Jack Welch ist tot

Welch stand rund 20 Jahre an der Spitze des US-Konzerns. Der „Manager des Jahrhunderts“ beeinflusste eine Generation von Unternehmenslenkern.
02.03.2020 Update: 02.03.2020 - 16:48 Uhr Kommentieren
Der frühere GE-Chef ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Quelle: Reuters
Jack Welch im Oktober 2010

Der frühere GE-Chef ist im Alter von 84 Jahren verstorben.

(Foto: Reuters)

New York Der frühere Chef des US-Industriekonzerns General Electric (GE), Jack Welch, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das gab GE am Montag bekannt. „Heute ist ein trauriger Tag für die gesamte GE-Familie“, sagte der aktuelle Konzernchef Larry Culp in einem Statement. Welchs Ehefrau Suzy erklärte in US-Medien, dass die Todesursache ein Nierenversagen war.

Mit Jack Welch geht eine umstrittene Legende der amerikanischen Wirtschaft. Kaum ein anderer stand so für den Traditionskonzern General Electric wie er. Zwei Jahrzehnte lang hatte der Manager das Konglomerat mit seinem sehr eigenen Führungsstil geleitet, bevor er 2001 in Rente ging.

Welch baute GE während seiner Amtszeit mit massiven Zukäufen zu einer der wertvollsten US-Aktiengesellschaften auf. Der Börsenwert stieg unter ihm von 15 Milliarden auf 400 Milliarden Dollar. 1999 wurde er vom Magazin „Fortune“ als „Manager des Jahrhunderts“ ausgezeichnet.

1935 in Peabody im Staat Massachusetts geboren, fing Welch 1960 bei GE an. Zwölf Jahre später ernannte ihn das Unternehmen zu einem von vielen Vizepräsidenten. 1981 folgte der Sprung an die Spitze. Welchs Einfluss in der amerikanischen Unternehmenswelt war auch nach seinem Rücktritt noch lange zu spüren. Dutzende von Konzernführern dienten unter ihm, er beeinflusste so eine ganze Generation von US-Managern.

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    Viele seiner Grundsätze der Unternehmensführung gelten heute allerdings als überholt: Der absoluten Fokussierung auf den Shareholder-Value haben mittlerweile die meisten amerikanischen CEOs den Rücken gekehrt. Auch seine Personalpolitik, zum Ende des Jahres die schwächsten zehn Prozent der Mitarbeiter zu entlassen, scheint heute nicht mehr zeitgemäß. Unter den Mitarbeitern hatte er wegen seiner Entlassungspolitik den Spitznamen „Neutronen-Jack“ eingehandelt – in Anlehnung an die verheerende Wirkung einer Neutronen-Bombe.

    Abstieg aus dem Dow Jones

    Dennoch hat der klein gewachsene Mann mit den stechend blauend Augen bei GE viele erfolgreiche Manager geformt, die später andere Unternehmen führten. „Wir werden sein Erbe weiter ehren, indem wir das tun, was Jack von uns gewollt hätte: Gewinnen“, sagte der aktuelle GE-Chef Larry Culp.

    Aktuell steht der Siemens-Konkurrent vor dem Umbau. Vor allem Welchs Nachfolger Jeffrey Immelt hatte das Unternehmen mit Missmanagement und viel zu teuren Zukäufen in eine tiefe Krise gestürzt. Mitte 2018 stieg GE nach 110 Jahren aus dem US-Leitindex Dow Jones ab. Welch soll einmal gesagt haben, dass er sich selbst eine Bestnote für sein eigenes Management geben würde, doch für die Auswahl seines Nachfolgers habe er die schlechteste Note verdient.

    Tatsächlich war auch schon Welchs Abgang vor knapp 20 Jahren von Kritik begleitet. Grund dafür war nicht nur die 417 Millionen Dollar schwere Abfindung. Damals kratzte auch misslungene Übernahme von Honeywell an seinem Image: Welch hatte die Bedenken und die Macht der EU-Kommission in seiner Arroganz unterschätzt.

    Zum anderen wurden damals nach den Bilanzskandalen von Enron und Worldcom die Stimmen lauter, die das stete Gewinnwachstum von GE in den vergangenen Jahren anzweifelten. Sein Nachfolger hatte auch mit von Welch hausgemachten Problemen zu kämpfen.

    Welch hinterlässt vier erwachsene Kinder aus seiner ersten Ehe und seine dritte Ehefrau Suzy Welch. Mit der ehemaligen Journalistin der Harvard Business Review hatte Welch nach seinem Abgang bei GE mehrere Bücher geschrieben und außerdem einen MBA-Studiengang ins Leben gerufen.

    Mehr: Warum General Electric für Siemens nicht mehr zum Vorbild taugt

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