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Apollo Health Ventures Millionen für längeres Leben: Investoren starten neuen Biotech-Fonds

Der Markt rund um das ewige Leben boomt. Zwei Firmenbauer setzen zusammen mit Wissenschaftlern zur Seriengründung deutscher Biotech-Unternehmen an.
26.08.2020 - 18:00 Uhr Kommentieren
Apollo Health Ventures: Hamburger Investoren fördern Biotech-Start-Ups Quelle: dpa
Paar am Bodensee

Apollo Health Ventures: Kapital für ein längeres Leben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Berlin, Frankfurt Sie haben Visionen für erfolgreiche Biotech-Firmen, suchen Mitgründer an internationalen Universitäten und fördern Start-ups, wo noch keine sind: Jens Eckstein und Nils Regge beteiligen sich mit ihrer Investmentfirma Apollo Health Ventures nicht nur an Start-ups. Am liebsten bauen sie sie selbst.

„Wir wollen fantastische Forschung in Geschäftsmodelle übersetzen“, sagt Nils Regge. Dazu knüpfen die beiden Seriengründer das oft fehlende Netzwerk zwischen Wissenschaft, Pharmaindustrie und Start-up-Sektor. Und sie bringen selbst Geld mit. Gerade haben sie ihren zweiten Fonds mit einem Zielvolumen von 80 bis 100 Millionen Euro aufgelegt.

Dabei verfolgt die Berliner Investmentfirma eine übergeordnete Mission: Alle Firmen sollen altersbedingte Krankheiten verhindern. Es geht um Leiden wie Diabetes, Krebs, Alzheimer und Schlaganfälle. Denn: „Wenn die erste altersbedingte Krankheit einsetzt, ist die Lebenserwartung immer gleich“, sagt Regge.

Das ist tragisch für alle, die schon früh etwa unter Diabetes leiden. Also beobachten die Firmenbauer die Forschung, suchen nach kombinierbaren Ansätzen, besuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt, bringen sie an einen Tisch und diskutieren Geschäftsideen für ein gesundes Altern.

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    Laut Eckstein und Regge steht bisher noch recht wenig Wagniskapital für Innovationen in dem Bereich bereit. Trotzdem laufe die Suche nach Unterstützern gut. „Mehr als die Hälfte des Geldes haben wir schon zusammen“, sagt Mitgründer Regge.

    Beteiligt haben sich die Family Offices Haniel, Russ und Luca Rancilio sowie Finanzcheck-Gründer Moritz Thiele, Martin Weber von Holtzbrinck Ventures, Filip Dames von Cherry Ventures und Marc Griefhan von Weinman Emergency Medial. Dabei haben erste Erfolge in der vierjährigen Apollo-Geschichte geholfen.

    Etwa der von Samsara Therapeutics: Das Start-up forscht nach Medikamenten, die die Selbstreinigung der Zellen fördern sollen. Die sogenannte Autophagie hilft dem Körper, gesund zu bleiben. Eckstein und Regge halten 60 Prozent der Anteile, haben drei Millionen Dollar investiert. Nach ersten Fortschritten investierten Ende 2019 weitere Risikokapitalgeber noch mal drei Millionen Dollar. Die beiden anderen Apollo-Gründungen, Cleara Biotech und Aeovian, forschen an lebensverlängernden Medikamenten.

    Bei der Auswahl ihrer Mitgründer suchen Eckstein und Regge nach Forschern, die erste Erfolge in vorklinischen Studien vorweisen können. Mit ihrer Hilfe soll dann die nächste Stufe Richtung Marktreife erreicht werden. Nach eigenen Aussagen sind Jens Eckstein und Nils Regge bisher nur selten bei Forschern abgeblitzt. Denn ihre Businesspläne bringen oft neue Finanzierungsmöglichkeiten und Ansätze zur klinischen Forschung mit sich.

    Der promovierte Biochemiker Eckstein ist seit über 30 Jahren in der Biotechnologie aktiv, viele davon in Boston. „Das ist für Biotech und Pharma einer der wichtigsten globalen Hotspots“, sagt er. Er kann Beteiligungen an 18 Firmen vorweisen, die schließlich an die Börse gegangen sind.

    Besonders wichtig seien Kontakte in die Pharmabranche: „Das ist eine wichtige Quelle für Informationen und Strategien, gerade auch für Ansätze, die nicht funktioniert haben, denn das wird in der Regel nicht veröffentlicht.“ Regge wiederum kennt sich mit Technologie-Start-ups und Businesszahlen allgemein aus. Er hat unter anderem die deutschen Reise-Start-ups Hometogo und Dreamlines mitgegründet.

    Deutscher Kapitalmarkt für Biotech-Firmen weniger attraktiv

    Die deutsche Biotech-Branche macht knapp 4,9 Milliarden Euro Umsatz. Nachdem über Jahre nur wenig Neugründungen verzeichnet wurden, zeigt der Trend langsam nach oben. 2019 kamen 29 neue Unternehmen in die Branche, ein Wachstum von drei Prozent.

    In der Coronakrise steigt international das Interesse an deutscher Biotech-Technologie. Biontech aus Mainz und Curevac aus Tübingen forschen an neuartigen Impfstoffen gegen das Sars-CoV-2-Virus. Beide Firmen sind inzwischen an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Das zeigt ein zentrales Problem: In den USA trifft Biotech auf ein viel investitionsfreudigeres Umfeld und mehr Expertise.

    Mit der Hälfte des neuen Apollo-Fonds wollen Eckstein und Regge zehn neue Start-ups gründen, an denen sie die Mehrheit halten – so werden aus internationaler Forschung deutsche Start-ups. Mit der anderen Hälfte sollen binnen der nächsten vier, fünf Jahre Beteiligungen an Start-ups erworben werden, bei denen sie „nicht schnell genug“ zum Mitgründen waren.

    Bei Fragen nach Investment-Chancen verweisen sie auf Zahlen der US-Bank Merrill Lynch: Demnach war der Markt für die Verzögerung des menschlichen Todes 2019 110 Milliarden Dollar schwer. Bis 2025 soll er auf 600 Milliarden Dollar wachsen.

    Mehr: Curevac-Chef Haas: „Wir sind im Wettlauf mit der Zeit, nicht mit der Konkurrenz.“


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