Familienunternehmen: Viessmann kauft Rohrhersteller Isoplus für dreistelligen Millionenbetrag
Düsseldorf. Die Viessmann Generations Group schreitet bei ihren Investments weiter voran. Wie das Handelsblatt vorab erfuhr, übernimmt das Unternehmen der Familie Viessmann den Rohrhersteller Isoplus.
Isoplus sei auf energieeffiziente Rohre zur Wärmeverteilung spezialisiert, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, die am Montagmorgen veröffentlicht wird. Diese ermöglichten es, erneuerbare Energiequellen wie Solarenergie, Wind, Biomasse und Abwärme in bestehende und neu geschaffene Fernwärmenetze zu integrieren.
Isoplus beschäftigt mehr als 1500 Mitarbeitende an zehn Produktionsstandorten in Europa und vertreibt die Rohre in mehr als 30 Ländern. Das Investment ist bereits das achte seit dem Verkauf des Kerngeschäfts im April 2023.
Damals hatte Viessmann das Heizungs- und vor allem das Wärmepumpengeschäft an den börsennotierten US-Konzern Carrier verkauft und dafür Anteile und zwölf Milliarden Euro erhalten.
Kaufpreis liegt im dreistelligen Millionenbereich
Der Verkauf war Ende 2023 abgeschlossen worden. Seitdem hat Viessmann eine Vielzahl von Unternehmen übernommen. Das Ziel bei allen Investments soll sein, CO2 entweder zu vermeiden, zu reduzieren oder zu speichern. Vorstandschef Max Viessmann will mit der aktuellen Übernahme von Isoplus „den Ausbau nachhaltiger Infrastruktur im Bereich der Wärmeverteilung rasch vorantreiben, Emissionen reduzieren und erneuerbare Energien in den Alltag integrieren“.
Verkäufer von Isoplus ist der europäische Finanzinvestor Egeria. Er hatte das Unternehmen erst 2022 übernommen. Aus dem Umfeld von Viessmann ist zu hören, dass es sich bei dem Kaufpreis um einen dreistelligen Millionenbetrag handele. Damit seien, so heißt es aus den Kreisen, inzwischen wieder rund vier Milliarden des erhaltenen Kaufpreises investiert.
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Es ist erst rund einen Monat her, dass Viessmann den Hersteller von Trafostationen, Gritec, für einen dreistelligen Millionenbetrag erworben hat und nur wenige Wochen mehr, dass Viessmann die Agrar- und Forst-Investmentgesellschaft der Familie Dornier übernommen hat.
Letztere war auf den Kauf und den Unterhalt von Agrar- und Waldflächen vor allem in Südamerika, besonders in Uruguay, sowie in Osteuropa spezialisiert. Die Investmentgesellschaft wurde umbenannt in FGTC. Die Buchstabenfolge steht für „for generations to come“. Gemeinsam mit dem Finanzinvestor Amira hatte Viessmann sich an dem griechischen Pharmaentwickler und -hersteller PharOS beteiligt.
Die Investments sind breit gestreut
Auf den ersten Blick haben die Investments nicht so viel gemein: Encavis, Trafohäuschen, Family-Offices mit Schwerpunkt Wald und ein Pharmahersteller. Daneben hatte Viessmann noch ein Kühl- und Reinraumlösungsunternehmen in den USA, KPS, übernommen und sich an dem Infektionsschutzunternehmen Schülke beteiligt, das unter anderem Desinfektionsmittel herstellt. Hinzu kommt zudem eine Partnerschaft mit dem Hydraulikspezialisten Landefeld.
Während Encavis, KPS und jetzt Gritec vornehmlich der CO2-Minderung dienen sollen, geht es beim Investment in das frühere Dornier-Family-Office um die CO2-Speicherung.
Die Pharma- und Hygieneunternehmen bilden den Startpunkt der Gesundheitsengagements von Viessmann. Viessmann ist so binnen eines Jahres von einem Heizungsspezialisten zu einem sehr breit aufgestellten Unternehmen mit Mehr- und Minderheitsbeteiligungen geworden.
Erstpublikation: 24.11.2024, 18:23 Uhr.