Modedienstleister Katag: „Manche Modehändler befinden sich im Todesstrudel“
In der Modebranche sind in den vergangenen Monaten zahlreiche Unternehmen in Schieflage geraten.
Foto: imago images/Jochen TackBielefeld. Für den stationären Modehandel waren die vergangenen Jahre hart: Während die Läden in der Pandemie geschlossen blieben, kauften die Kunden vor allem online. Nun sind die Innenstädte wieder geöffnet, doch die Inflation verleidet den Menschen die Lust am Shoppen. Die Branche erlebt darum eine Insolvenzwelle bei Händlern und Herstellern – seien es Hallhuber, Reno oder Peek & Cloppenburg Düsseldorf.
Daniel Terberger kennt die Lage des Modehandels besonders gut. Seit 23 Jahren führt er den Einkaufsverbund Katag, der rund 350 stationäre Modehändler mit 1600 Geschäften beliefert. Er spricht von einem „Todesstrudel“, in dem sich einige Unternehmen befänden.
„Die Firmen bekommen keine Top-Ware mehr, sie bekommen schlechtere Konditionen und werden nur noch von schwächeren Herstellern beliefert“, sagt Terberger im Interview mit dem Handelsblatt. So schwächten sich Hersteller und Händler gegenseitig.
Kritisch sieht der Manager auch, dass sich derzeit viele Firmen in ein Schutzschirmverfahren flüchten. Das werde sich auch auf die Konkurrenten auswirken: „Wir werden sehen, wie viele Unternehmen, die ihre Forderungen nicht bezahlt bekommen, wie viele Mitarbeitende, die ihren Job verlieren, und wie viele Vermieter, die ihre Mieten nicht mehr bekommen, protestieren“, sagt Terberger.