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Start-up Arculus Dieser Gründer will das Zeitalter des Fließbands beenden

Fabian Rusitschka lässt bei Audi selbstfahrende Roboter in der Produktion rollen. Jetzt bekommt er frisches Geld für sein Start-up Arculus.
19.05.2020 - 10:00 Uhr Kommentieren
Die neue Technologie verspricht 20 bis 30 Prozent mehr Effizienz. Quelle: Arculus GmbH
Roboterwagen von Arculus

Die neue Technologie verspricht 20 bis 30 Prozent mehr Effizienz.

(Foto: Arculus GmbH)

Hamburg Das Fließband hat den Autobau revolutioniert. Eine ganze Epoche ist nach seinem Erfinder Henry Ford benannt: der Fordismus. Fabian Rusitschka hat sich also viel vorgenommen. Er will nach einem Jahrhundert das Fließband ablösen durch intelligent gesteuerte Roboterwägelchen. Dem einheitlichen Takt der fordistischen Arbeitswelt will der Maschinenbauer mit seinem Start-up Arculus individuelle Produktionsschritte entgegensetzen.

Für diese Mission bekommt Rusitschka jetzt frisches Geld: 16 Millionen Euro fließen vom Londoner Start-up-Investor Atomico, von den deutschen Risikokapitalgebern Visionaries Club und La Famiglia sowie von erfolgreichen Gründern wie Johannes Reck von GetYourGuide.

„Natürlich kostet es potenziellen Kunden Mut, das Fließband abzulösen“, sagt Rusitschka. Er hofft, dass die Coronakrise diesen Mut wecken kann. Schließlich verspricht die neue Technologie 20 bis 30 Prozent mehr Effizienz. Zugleich soll die mit Künstlicher Intelligenz gesteuerte Fabrik flexibler sein als die Fließbandproduktion – ein Plus in unsicheren Zeiten.

Pilotkunde ist Audi in Ingolstadt – der Autohersteller, den Rusitschka erst bei seiner Maschinenbau-Promotion, dann in seinen ersten drei Berufsjahren gut kennengelernt hat. Eine zweistellige Zahl der selbstentwickelten Roboterwagen fährt dort bereits durch zwei Produktionsstraßen. Zudem bereiten Rusitschka und seine 44 Mitarbeiter die Einführung beim Heizungsbauer Viessmann vor, der derzeit für viele digitale Ideen offen ist.

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    Schon wenige neue große Kunden würden Rusitschkas vier Jahre altes Unternehmen auf ein neues Level haben. Denn bislang ging es vor allem darum, die Technologie zu entwickeln. Mit dem frischen Geld will Rusitschka nun vor allem neue Kunden gewinnen. Die Teams, die die Idee verkaufen und diejenigen, die die neuartige Technik vor Ort einrichten, sollen besonders stark wachsen. Sie sollen Produzenten überzeugen, ausgerechnet oder vielmehr genau wegen der drohenden Rezession die Umstellung zu wagen.

    Rat von anderen Gründern

    Zunächst will sich Rusitschka auf die europäische Automobilindustrie konzentrieren, dann weitere Industriebereiche ansprechen. Mit solch einem schrittweisen Vorgehen hat er gute Erfahrungen gemacht: Zunächst sollte Arculus lediglich die Software entwickeln, die autonome Fabrikfahrzeuge steuert.

    Doch schnell merkte der Gründer, dass die Kunden die passenden Roboterwagen gleich mitkaufen wollen. Daher bietet Arculus neben der offenen Software nun auch die von einem Partner produzierten, selbstentwickelten Maschinen an.

    „Natürlich kostet es potenziellen Kunden Mut, das Fließband abzulösen.“ Quelle: Arculus GmbH
    Gründer Fabian Rusitschka

    „Natürlich kostet es potenziellen Kunden Mut, das Fließband abzulösen.“

    (Foto: Arculus GmbH)

    „Arculus ist bei Audi im realen Einsatz erfolgreich“, sagt Visionaries-Mitgründer Robert Lacher. Das Unternehmen habe hohes Wachstumspotenzial und sei daher für den Investor attraktiv. Vereinbart worden ist die Runde bereits vor Weihnachten – also vor der Coronakrise. Allerdings seien anschließend erst die Angel-Investoren dazugekommen, sagt Rusitschka. Daher verkünden die Partner die Runde erst an diesem Dienstag.

    „Das sind Leute in meinem Alter oder etwas älter, die bereits große Unternehmen gegründet haben. Sie helfen mit Rat und öffnen Türen.“ Neben Reck sei etwa N26-Gründer Valentin Stalf dabei. Der Investor Atomico schickt seinen Partner Siraj Khaliq ins Board.

    Die Pläne für Arculus sind groß: Bis Ende 2021 will Rusitschka 110 Mitarbeiter haben. Investor Kaliq rechnet bereits vor, dass der Markt 90 Milliarden Euro groß sein könnte. Allerdings: Arculus ist nicht allein. Mehrere Anbieter in der Industrie 4.0 arbeiten an ähnlichen Konzepten – bis hin zu den großen Maschinenbauern. Ein Selbstläufer ist der selbstfahrende Roboterwagen wohl nicht. Doch Rusitschka hat nun erst einmal genug Geld, um ihn anzuschieben.

    Mehr: Wie ein junger Ingenieur die Fließbandfertigung revolutionieren will

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