Start-ups: „Wir brauchen viel mehr Kapital, das auch mal ins Risiko geht“
Düsseldorf. Frau zu Fürstenberg, in Ihrem neuen Buch beschreiben Sie, wie Sie Ihr Großvater unternehmerisch geprägt hat. Was haben Sie von ihm über Unternehmertum gelernt?
Mein Großvater war tatsächlich ein großer Liebhaber der bildenden Kunst und der Musik. Deswegen bin ich als kleines Kind oft mit ihm in die Düsseldorfer Tonhalle gegangen. Da gab es damals ein Konzert im Rahmen der inzwischen legendären Tournee von Anne-Sophie Mutter, in dem sie die „Vier Jahreszeiten“ gespielt hat. Mein Großvater suchte damals für sein Unternehmen, das Messgeräte herstellte, Lösungen für das Öl- und Gassegment. Und da ist er tatsächlich über das Schwingen der Geigensaiten von Anne-Sophie Mutter, deren Spiel ihn an dem Abend besonders ergriffen hat, zu der Idee für eine Produktinnovation gekommen. Die Innovation hat seinem Unternehmen ein komplett neues Marktsegment eröffnet. Das war für mich nicht nur ein künstlerisch sehr prägendes Ereignis, sondern ist in der Retrospektive auch ein eindrückliches Beispiel für unternehmerische Innovationskraft, die sich aus der Verbindung sehr unterschiedlicher Bereiche ergeben kann.