Veganismus: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat keins
Finnentrop. Tobias Metten gehört nicht zu den Menschen, die einem zur Begrüßung die Hand zerquetschen. Sein Vater hat Metzger gelernt, sein Großvater hat Metzger gelernt, sein Urgroßvater hat Metzger gelernt. Doch er selbst macht nicht den Eindruck, als habe er noch Schweinehälften zerlegt.
Seine Finger sind dünn, der schmale Körper steckt in Pullover, Hemd und Jeans. Metten, 47, ist der erste Chef des gleichnamigen Wurstherstellers, der lieber Betriebswirtschaftslehre studiert hat. „Das Produkt fasziniert mich, es ist ein deutsches Kulturgut“, sagt Metten. Es gebe nicht nur 15 Wurstsorten, sondern über 1000.
Metten empfängt an diesem Februartag im Verwaltungsgebäude, das im sauerländischen Finnentrop steht. Im Besprechungszimmer Lamellenvorhänge und Gelsenkirchener Barock.
An der Wand hängen Schwarz-Weiß-Porträts seiner Vorgänger. Eines zeigt, wie sich die Schweine vor der Metzgerei von Urgroßvater Wilhelm tummeln, der mit der Eröffnung 1902 den Grundstein für die Firma legte. Sie befindet sich nur wenige Meter entfernt, steht aber mittlerweile leer.
Der Familienname ist deutlich weniger bekannt als die Bockwurst, die Opa Metten vor sechs Jahrzehnten erfand. Mehr als zehn Millionen Dosen „Dicke Sauerländer“ verlassen pro Jahr das Werk. Keine Konservenwurst verkauft sich in Deutschland besser. „Hasse Schmacht, brauchse ’ne Wurst“, lautet der Werbeslogan.