Circular Economy: Wirtschaft ohne Abfall: Was Deutschland vom Trendsetter Niederlande lernen kann
Schon in neun Jahren soll die Metropole nur noch halb so viele Rohstoffe verbrauchen wie heute.
Foto: Moment/Getty ImagesMünchen. Was haben Kaffeereste mit Laminat zu tun? Die Antwort führt einige Jahre zurück auf Großbaustellen, auf denen der Architekt Arnout Sabbe immer wieder über die vielen Lastwagen staunte, die mit Baumaterialien anrückten und randvoll mit Abfällen wieder verschwanden.
Sabbe fand heraus, dass der Bausektor weltweit die Hälfte des Abfallaufkommens und mittlerweile 38 Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht. Und der 29-Jährige fragte sich: „Wie lässt sich Vorhandenes sinnvoller weiterverwerten, statt immer neues Material energieintensiv herzustellen?“
Das war der Beginn seines Start-ups Geofluxus mit Sitz im niederländischen Rotterdam. Es basiert auf einer digitalen Analyseplattform, die Sabbe mitentwickelt hat. Sie bündelt Abfalldaten und ist in der Lage, die Müllflüsse europäischer Unternehmen zu visualisieren. Denn in der EU müssen Firmen ihre Abfälle melden – und diese Daten fragt Geofluxus ab.
„Wir wissen nicht nur, woraus die Abfälle bestehen, wo sie anfallen und wo sie hingehen“, sagt Sabbe, der Firmen wie Rabobank und Städte wie London und Amsterdam zu seinen Kunden zählt. „Unsere Algorithmen erkennen auch, welche Industriereste wichtige Rohstoffe für andere Unternehmen enthalten können.“