Quartalszahlen: Wintershall will aus seinen deutschen Feldern bis zu zehn Prozent mehr Gas und Öl fördern
Erdgasförderanlage von Gas- und Ölkonzern Wintershall Dea in der Nähe von Bremen.
Foto: dpaDüsseldorf. Der Chef des Kasseler Öl- und Gaskonzerns Wintershall Dea will mehr Öl und Gas in Deutschland fördern. „Wir müssen die Trümpfe, die wir seit langer Zeit halten, weise und verantwortungsvoll ausspielen, indem wir so viel Gas und Öl wie möglich in Deutschland produzieren“, sagte Mario Mehren am Dienstag bei der Vorlage der Konzernergebnisse für das zweite Geschäftsquartal.
Einigen Menschen falle es schwer, ihre Komfortzone zu verlassen und die Konsequenzen der aktuellen Krise zu akzeptieren. Aber: „Wenn wir unsere Abhängigkeit von Importen reduzieren wollen, ist Produktion in der EU ein Muss.“ Wintershall prüfe deshalb, neben seinen bestehenden Öl- und Gasfeldern in Deutschland auch ehemalige Gasfelder wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Unternehmenssprecher sagte dem Handelsblatt, kurzfristig könne Wintershall Dea in den nächsten zwei bis drei Jahren jährlich etwa zehn Prozent mehr Gas und Öl in Deutschland fördern. Dafür brauche man aber politische Unterstützung, denn über die genehmigungspflichtigen Projekte entschieden Behörden.
Wintershall glaubt, dass es durchaus möglich wäre, anstelle von aktuell fünf Prozent wieder einen zweistelligen Anteil des deutschen Erdgasverbrauchs im eigenen Land zu produzieren. Dafür müssten auch andere Erdgasproduzenten wieder mehr im Inland produzieren. Die umstrittene Fracking-Technologie sei dafür nicht nötig.