Schlachtbranche: Endspiel um Tönnies: Zwei Bieter sind noch an Kauf interessiert
Deutschlands größter Schweineschlachter sucht nach Investoren. Dies soll die lähmende Pattsituation im Familienunternehmen auflösen.
Foto: imago images/Kirchner-MediaDüsseldorf, Frankfurt. Der Interessentenkreis für die Großschlachterei Tönnies hat sich gelichtet. Verblieben sind demnach der brasilianische Schlachter JBS und der Lebensmittelkonzern Uni-President aus Taiwan, wie das Handelsblatt aus informierten Kreisen erfahren hat. Andere Wettbewerber wie der US-Konzern Tyson Foods sowie Finanzinvestoren haben sich aus dem Bieterverfahren verabschiedet.
Private-Equity-Fonds halten sich bei einem Schlachtunternehmen zurück, weil sie ESG-Kriterien für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung verpflichtet sind. Staatsfonds aus dem Nahen Osten missbilligten zudem aus religiösen Motiven, dass Finanzinvestoren, denen sie Geld gegeben haben, an einem Einstieg bei einem Schweineschlachter interessiert waren, erklärten Insider.
Die beiden verbliebenen Interessenten sollen nun über den Sommer die Bilanzen der Tönnies-Gruppe prüfen und ihre Offerten abgeben. Die Entscheidung über die Zukunft von Deutschlands größter Schlachterei liegt dann bei der Familie Tönnies. Die Hälfte der Firmenanteile hält Robert Tönnies, Sohn des 1994 verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies. Weitere 45 Prozent der Anteile gehören Bernds Bruder Clemens Tönnies, der die Gruppe leitet, und die restlichen fünf Prozent dessen Sohn Maximilian. Es ist eine Konstruktion, die bereits für einigen Ärger sorgte.