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Private Rentenversicherung für Studenten – lohnt sich das?

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Iris Schulte-Renger
09.01.2026 – 17:29 Uhr aktualisiert
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Symbolbild Private Rentenversicherung für Studenten – gestapelte Münzen symbolisieren wachsende Altersvorsorge AB
Symbolbild Private Rentenversicherung für Studenten – gestapelte Münzen symbolisieren wachsende Altersvorsorge AB
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine private Rentenversicherung für Studenten kann sich lohnen, wenn langfristige Sicherheit wichtiger ist als eine in jedem Fall hohe Rendite.
  • Musterfälle zeigen: Bei einer Einzahlung von 150 Euro monatlich in eine sehr gute Versicherung über 35 Jahre kann sich eine mögliche Rente von bis zu rund 817 Euro ergeben, die lebenslang gezahlt wird.
  • Wer jung startet, profitiert vom Zinseszinseffekt – sollte aber ergänzende Alternativen wie ETF Sparpläne kennen, um flexibel zu bleiben.

Eine private Rentenversicherung klingt nach dem Gegenteil von studentischem Lebensgefühl. Während andere über Mietpreise, WG-Kühlschränke und BAföG-Bescheide diskutieren, soll ausgerechnet jetzt jemand an die Rente denken? Doch genau dieser Moment – jung, gesund, mit Zeit bis zum Ruhestand – ist der Punkt, an dem sich private Vorsorge am stärksten auszahlen kann. Die Betonung liegt jedoch auf „kann“.

Wer früh beginnt, zahlt zwar lange ein, aber er profitiert auch von Zinseszinsen, langen Laufzeiten und günstigen Konditionen. Trotzdem bleibt die Frage: Rechnet sich das wirklich? Oder ist es besser, das Geld flexibel anzulegen, etwa über ETFs oder Tagesgeld?

Dieser Text geht der Sache nach – mit einem klaren Blick auf Zahlen, Garantien und Realität.

Rentenversicherungen im Vergleich

  • Maßgeschneiderte Vergleichsanalyse für Ihre persönliche Altersvorsorge
  • Vergleich von Riester-Rente, Rürup-Rente und flexibler Privatrente

Warum schon Studenten über Altersvorsorge nachdenken sollten

Der demografische Trend ist eindeutig: Immer weniger Erwerbstätige zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung, immer mehr Menschen beziehen Rente. Schon heute deckt die gesetzliche Rente oft nur rund 48 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Ohne zusätzliche Vorsorge droht also eine empfindliche Lücke – selbst bei stabiler Erwerbsbiografie.

Studenten haben meistens noch keine regelmäßigen Sozialversicherungsbeiträge – und viele starten erst mit Mitte bis Ende 20 ins Berufsleben. Das heißt: weniger Beitragsjahre, geringere gesetzliche Ansprüche. Wer dann erst anfängt, privat vorzusorgen, muss jeden Monat deutlich mehr investieren, um denselben Effekt zu erzielen.

Ein Vertrag der privaten Vorsorge, der bereits mit Anfang oder Mitte 20 startet, hat dagegen Jahrzehnte Zeit, Rendite aufzubauen. Trotzdem bleibt entscheidend, was abgeschlossen wird – und ob sich das langfristig lohnt.

Die private Rentenversicherung der „Dritten Schicht“

In Deutschland ist Altersvorsorge in drei Schichten gegliedert – ein Modell, das seit dem Alterseinkünftegesetz von 2005 gilt. Jede Schicht steht für eine andere Form der Absicherung: von verpflichtend über gefördert bis freiwillig.

  1. Die erste Schicht bildet die Basisversorgung. Dazu gehören die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke und die Basisrente, besser bekannt als Rürup-Rente. Beiträge lassen sich steuerlich absetzen, die spätere Rente wird aber voll versteuert.
  2. Die zweite Schicht umfasst die Zusatzversorgung – also alle staatlich geförderten oder betrieblichen Modelle wie die Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge. Auch hier greift meist eine nachgelagerte Besteuerung, dafür profitieren Versicherte während der Ansparzeit von steuerlichen Vorteilen oder Zuschüssen des Arbeitgebers.
  3. Und dann gibt es noch die dritte Schicht – die private Vorsorge. Sie ist völlig freiwillig und individuell gestaltbar. Die Beiträge werden aus dem Nettogehalt gezahlt, also ohne steuerliche Förderung. Dafür sind die späteren Auszahlungen steuerlich begünstigt, meist nur zu einem geringen Ertragsanteil zu versteuern. Zur dritten Schicht zählen klassische und fondsgebundene private Rentenversicherungen, aber auch Kapitallebensversicherungen oder Fondssparpläne (einen Vergleich dazu gibt es auch hier).

Gerade für Studenten und Berufseinsteiger ist diese dritte Schicht oft die einzige realistische Form der privaten Altersvorsorge. Sie erfordert keinen Arbeitgeber, keine komplizierte Förderung und keine Bindung an staatliche Regelungen – aber eben auch keine Steuerersparnis während der Einzahlphase. Dafür lässt sich der Vertrag bei fast allen Anbietern flexibel anpassen, pausieren oder später mit höheren Beiträgen fortführen.

Vier Wege zur privaten Rente: Von Klassik bis Fonds

Wie sich die „Dritte Schicht“ entwickelt hat, zeigt die jüngste Analyse von Franke und Bornberg. Bewertet wurden Anbieter mit unterschiedlichen Modellen – von traditioneller Kapitalanlage bis hin zu reinen Fondsprodukten. Das Ergebnis: Die Spannbreite zwischen Sicherheit und Renditechance ist groß, und die Unterschiede zwischen den Tarifarten sind enorm.

Die Auswertung unterteilt die private Rentenversicherung in vier Hauptkategorien:

1. Neue Klassik – solide, aber mit angezogener Handbremse

In der Neuen Klassik fließt das eingezahlte Geld in das Sicherungsvermögen des Versicherers. Der Kapitalstock ist also geschützt, und Überschüsse werden vorsichtig verzinst. Garantien gibt es, aber keine hohen Zinsen mehr. Die Renditechancen sind begrenzt, dafür bleibt das Risiko überschaubar.

Testsieger laut Franke und Bornberg ist hier die Europa Lebensversicherung AG mit dem Tarif E-RCP – sie kombiniert stabile Finanzstärke mit einer prognostizierten Monatsrente von rund 336 Euro bei einem Musterbeitrag von 150 Euro über 35 Jahre und der garantierte Betrag liegt bei rund 187 Euro monatlich.

Gesellschaft und Produktnamegarantierte Rente/
Rente inkl. Überschuss
Gesamtpunkte
und Note
EUROPA Lebensversicherung AG

Rentenversicherung Tarif E-RCP
187,61 €

336,00 €
98/100
sehr gut
Allianz Lebensversicherung AG

PrivatRente Perspektive RSKU1
174,69 €

311,99 €
94/100
sehr gut
Continentale Lebensversicherung AG

Rente Classic Pro Tarif RCP (Baustein Beitragsrückgewähr)
186,97 €

311,42 €
92/100
sehr gut
neue leben Lebensversicherung AG

Aktivplan Tarif NARH25 (Klassik)
185,29 €

310,20 €
92/100
sehr gut
HanseMerkur Lebensversicherung AG

Vario Care Tarif R (Baustein Beitragsrückgewähr)
196,82 €

240,99 €
78/100
gut
Gothaer Lebensversicherung AG

GarantieRente
130,71 €

287,70 €
70/100
befriedigend
Quelle: Franke und Bornberg / fb research; Musterfall: Rentenversicherungen der Dritten Schicht – Neue Klassik; Eintrittsalter 32 Jahre, Laufzeit 35 Jahre; Beitrag 150 Euro monatlich; Überschusssystem Ansparphase: verzinsliche Ansammlung; Überschusssystem Rentenphase: Dynamik; (Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten); Todesfallmodell Ansparphase: Beitragsrückgewähr / Vertragsguthaben; Todesfallmodell Rentenphase: Rentengarantiezeit 10 Jahre
Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten
Stand: Mai 2025

Diese Werte zeigen: Durch Überschüsse kann sich eine moderate Zusatzrendite fürs Alter ergeben.

Rentenversicherungen im Vergleich

  • Maßgeschneiderte Vergleichsanalyse für Ihre persönliche Altersvorsorge
  • Vergleich von Riester-Rente, Rürup-Rente und flexibler Privatrente

2. Klassik mit Indexpartizipation – ein Fuß in der Sicherheit, einer im Aktienmarkt

Die zweite Gruppe in der Franke und Bornberg-Auswertung trägt den sperrigen Namen „Klassik mit Indexpartizipation“. Sie verbindet klassische Sicherheit mit einem Hauch Börse: Ein Teil der Überschüsse wird an die Entwicklung eines Aktienindex gekoppelt, meistens an den DAX oder EuroStoxx.

So bleibt das Kapital geschützt, gleichzeitig besteht die Chance auf Mehrerträge, wenn die Märkte gut laufen.

Im Test lag die Ergo Lebensversicherung AG mit der ERGO Rente Index vorne. Bei einer angenommenen jährlichen Indexsteigerung von sechs Prozent ergäbe sich laut Musterfall eine mögliche Monatsrente von rund 568 Euro, bei einer garantierten Basis von etwa 187 Euro.

Gesellschaft und Produktname
garantierte Rente /
mögliche Rente 6 %
Gesamtpunkte und Note
Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG

ERGO Rente Index
186,69 €

567,73 €
98/100
sehr gut
Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG

ERGO Rente Balance (Klassik) (Baustein Rentenfaktor Plus)
161,12 €

543,54 €
92/100
sehr gut
neue leben Lebensversicherung AG

Plan X Tarif NARX25
185,29 €

537,76 €
90/100
sehr gut
Württembergische Lebensversicherung AG

PrivatRente IndexClever IR
186,57 €

536,34 €
90/100
sehr gut
Allianz Lebensversicherung AG

Privatrente IndexSelect RIIU1K
175,63 €

453,99 €
88/100
sehr gut
Ergo Lebensversicherung AG

ERGO Rente Balance (Klassik)
137,37 €

551,68 €
88/100
sehr gut
Stuttgarter Lebensversicherung AG

FlexRente index-safe incl. GrüneRente Tarif 63oG
157,57 €

567,00 €
86/100
sehr gut
Stuttgarter Lebensversicherung AG

FlexRente index-safe Tarif 63oG
157,57 €

567,00 €
86/100
sehr gut
Stuttgarter Lebensversicherung AG

FlexRente index-safe incl. GrüneRente Tarif 33oG
157,57 €

567,00 €
86/100
sehr gut
Nürnberger Lebensversicherung AG

DAX®-Rente Tarif NIR3301
162,22 €

543,76 €
82/100
gut
VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G.

Klassik modern Tarif IR (Baustein Beitragsrückgewähr)
145,50 €

477,00 €
78/100
gut
VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G.

Klassik modern Next Tarif IR (Baustein Beitragsrückgewähr)
145,50 €

477,00 €
78/100
gut
Quelle: Franke und Bornberg / fb research; Musterfall: Rentenversicherungen der Dritten Schicht – Klassik mit Indexbeteiligung; Eintrittsalter 32 Jahre, Laufzeit 35 Jahre; Beitrag 150 Euro monatlich; Todesfallmodell Ansparphase: Beitragsrückgewähr/Vertragsguthaben; Todesfallmodell Rentenphase: Rentengarantiezeit 10 Jahre; Überschusssystem Ansparphase: Indexpartizipation; Überschusssystem Rentenphase: Dynamik
Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten
Stand: Mai 2025

Solche Modelle gelten als Kompromiss für alle, die sich nicht zwischen Sicherheit und Rendite entscheiden wollen – sie können aber in schwachen Börsenjahren enttäuschen, da der Indexanteil keine fixen Zinsen ersetzt.

3. Hybride Modelle – 80 Prozent Sicherheit, 100 Prozent Hoffnung

Noch einen Schritt weiter gehen die sogenannten hybriden Rentenversicherungen mit Beitragsgarantie. Sie sichern in der Regel 80 Prozent der eingezahlten Beiträge ab, während der Rest renditeorientiert angelegt wird – oft in Fonds oder ETFs. Das macht die Tarife komplexer, aber auch chancenreicher.

Im aktuellen Test erzielte die Europa Lebensversicherung AG mit dem Tarif E-RIG die beste Bewertung. Sie kombiniert hohe Finanzstärke mit Flexibilität und einer möglichen Monatsrente von rund 536 Euro bei sechs Prozent Fondswachstum – und immerhin 150 Euro garantierter Rente.

Gesellschaft und ProduktnameGarantierte Rente /
mögliche Rente 6 %
Gesamtpunkte und Note
EUROPA Lebensversicherung AG

Fondsgebundene Rentenversicherung mit Garantie Tarif E-RIG
150,09 €

536,00 €
98/100
sehr gut
LV 1871 Lebensversicherung von 1871 a. G. München

MeinPlan (Hybrid) Tarif FRV (Baustein Beitragsrückgewähr)
146,92 €

500,21 €
94/100
sehr gut
AXA Lebensversicherung AG

Relax Rente Chance ALVI1
145,72 €

601,61 €
91/100
sehr gut
AXA Lebensversicherung AG

Relax Rente Comfort Plus ALVI1
145,72 €

571,17 €
91/100
sehr gut
DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung (Zweigniederlassung der AXA Lebensversicherung AG)

Relax Rente Chance ALVI1
145,72 €

601,61 €
91/100
sehr gut
DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung (Zweigniederlassung der AXA Lebensversicherung AG)

Relax Rente Comfort Plus ALVI1
145,72 €

571,17 €
91/100
sehr gut
ERGO Lebensversicherung AG

ERGO Rente Dynamik Tarif ERD
149,35 €

493,76 €
91/100
sehr gut
ERGO Lebensversicherung AG

ERGO Rente Dynamik Tarif ERD (Baustein Chance Plus)
149,35 €

493,76 €
91/100
sehr gut
Allianz Lebensversicherung AG

PrivatRente KomfortDynamik RFKU1 (E270)
148,68 €

468,78 €
89/100
sehr gut
Allianz Lebensversicherung AG

PrivatRente InvestFlex mit Garantie RF1GD (E194)
148,68 €

458,30 €
89/100
sehr gut
Continentale Lebensversicherung AG

Rente Invest Garant Tarif RIG
149,57 €

488,63 €
88/100
sehr gut
Baloise Lebensversicherung AG

Baloise Best Invest (Hybrid) Tarif FRN
123,46 €

530,00 €
87/100
sehr gut
ERGO Lebensversicherung AG

ERGO Rente Balance (Hybrid) (Baustein Rentenfaktor Plus)
128,90 €

514,06 €
87/100
sehr gut
Gothaer Lebensversicherung AG

GarantieRente Invest
148,76 €

817,40 €
87/100
sehr gut
Württembergische Lebensversicherung AG

PrivatRente Genius Vorsorge (Hybrid)Tarif ARH
149,23 €

453,63 €
86/100
sehr gut
VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G.

Fonds modern Tarif FGR
138,00 €

467,00 €
85/100
sehr gut
VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G.

Fonds modern NEXT Tarif FGR
138,00 €

458,00 €
85/100
sehr gut
Quelle: Franke und Bornberg / fb research; Musterfall: Rentenversicherungen der Dritten Schicht – Hybrid mit Garantie (80 % der Beitragssumme), Eintrittsalter 32 Jahre, Laufzeit 35 Jahre, Beitrag 150 Euro monatlich, Todesfallmodell Ansparphase: Vertragsguthaben / Beitragsrückgewähr / Vertragsguthaben, mind. BRG, Todesfallmodell Rentenphase: Rentengarantiezeit 10 Jahre, Überschusssystem Ansparphase: Fondsansammlung, Überschusssystem Rentenphase: Dynamik, klassische Verrentung; Fonds: ETF Europa/Welt (Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten)
Stand: Mai 2025

Solche Produkte sind eine Art Brückentechnologie zwischen klassischer und fondsgebundener Versicherung. Sie eignen sich am ehesten für jene, die sich Renditechancen wünschen, aber nicht das volle Risiko tragen wollen.

Rentenversicherungen im Vergleich

  • Maßgeschneiderte Vergleichsanalyse für Ihre persönliche Altersvorsorge
  • Vergleich von Riester-Rente, Rürup-Rente und flexibler Privatrente

4. Fondsorientierte Tarife – ganz ohne Garantie

Die vierte Kategorie ist die fondsorientierte Rentenversicherung ohne Garantie (mehr zum Thema gibt es auch hier). Hier fließt das komplette Kapital in Investmentfonds, meist in breit gestreute ETF Portfolios. Das Risiko liegt voll beim Anleger – dafür winken die höchsten Renditechancen.

Im Test dominierte die Bayerische Lebensversicherung mit dem Tarif Hallo Zukunft FRVGZB/FRVRZB (bewertet wurden allerdings auch nur zwei Tarife). Bei einer angenommenen jährlichen Fondsrendite von sechs Prozent ergäbe sich hier eine mögliche Monatsrente von rund 500 Euro.

Eine garantierte Mindestrente wäre allerdings nicht inklusive.

Gesellschaft und
Produktname
mögliche Rente
bei 6 %
Gesamtpunkte
und Note
die Bayerische LV

Hallo Zukunft Tarif FRVGZB/FRVRZB
499,70 €89/100
sehr gut
die Bayerische LV

Blue Invest Tarif FRBIGZ / FRBIRZ
348,05 €57/100
befriedigend
Quelle: Franke und Bornberg / fb research; Musterfall: Rentenversicherungen der Dritten Schicht – Fonds, Eintrittsalter 32 Jahre, Laufzeit 35 Jahre
Beitrag 150 Euro monatlich, Todesfallmodell Ansparphase: Vertragsguthaben/Beitragsrückgewähr, Todesfallmodell Rentenphase: Rentengarantiezeit 10 Jahre, Überschusssystem Ansparphase: Fondsansammlung, Überschusssystem Rentenphase: Dynamik, klassische Verrentung; Fonds: ETF Europa/Welt (Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten)
Stand: Mai 2025

Diese Tarife ähneln in ihrer Logik einem langfristigen ETF Sparplan (mehr zu diesem Thema gibt es hier) mit Versicherungsmantel. Wer früh startet, kann von Jahrzehnten Zinseszins profitieren – wer Pech hat, muss aber auch Wertschwankungen aushalten.

Rentenversicherungen im Vergleich

  • Maßgeschneiderte Vergleichsanalyse für Ihre persönliche Altersvorsorge
  • Vergleich von Riester-Rente, Rürup-Rente und flexibler Privatrente

Warum 336 Euro nicht wenig sind – aber auch nicht viel

Rein rechnerisch werden über 35 Jahre rund 63.000 Euro eingezahlt. Dafür garantiert die Versicherung eine monatliche Zahlung, solange der Versicherte lebt.
Wer 20 Jahre Rente bezieht, erhält zum Beispiel beim besten Tarif der „Neuen Klassik“ im Idealfall 336 Euro × 12 × 20 = 80.640 Euro (vor Steuern) zurück. Bei 30 Jahren wären es schon über 120.000 Euro.

Das ist der entscheidende Unterschied: Ein Sparplan endet, wenn das Kapital verbraucht ist.

Die private Rentenversicherung zahlt weiter. Wer also 90 oder 95 wird, profitiert deutlich. Wer früh verstirbt, erhält dagegen nur die garantierte Mindestlaufzeit von zehn Jahren (also auch die Erben) – dann endet die Zahlung.

Finanziell betrachtet ist das ein Tauschgeschäft: Rendite gegen Sicherheit. Doch Rendite ist nicht alles – entscheidend ist, wie früh der Einstieg gelingt.

Frühe Verträge können besonders stark wirken

Je früher ein Vertrag beginnt, desto länger kann er Zinsen auf Zinsen erwirtschaften. Selbst bei niedrigen Garantiezinsen entsteht über Jahrzehnte ein ordentlicher Hebel.

  • Beispiel: Ein Student mit 25 Jahren zahlt 100 Euro monatlich in eine private Rentenversicherung ein. Bis zum 67. Lebensjahr summiert sich das auf 50.400 Euro. Selbst bei einer moderaten Verzinsung wächst das Kapital deutlich. Ein Berufseinsteiger mit 40 Jahren müsste fast das Doppelte einzahlen, um dieselbe Rentenhöhe zu erreichen.

Der Zeitfaktor ist also entscheidend – und er spricht eindeutig für frühe Vorsorge, sofern sie finanzierbar ist. Wer mit Anfang 20 startet, profitiert von mehr als vier Jahrzehnten Zinseszins und kann mit kleinen Beträgen beachtliche Kapitalpolster aufbauen.

Allerdings sind Lebensumstände in dieser Phase selten stabil. Wechselnde Jobs, Studienzeiten im Ausland oder niedrige Einkommen machen langfristige Verträge riskant. Deshalb sollten Studierende auf flexible Policen achten: beitragsfreie Phasen, Wiederaufnahme ohne neue Gesundheitsprüfung und freie Fondsauswahl. Viele Anbieter der getesteten Tarife bieten diese Optionen – vor allem bei hybriden und fondsgebundenen Varianten.

Kostenfaktor und Alternativen

Trotz vieler Vorteile bleibt ein kleiner Nachteil: Versicherungen sind teurer als reine ETF Sparpläne. Verwaltung, Garantien und Vertriebskosten schmälern die Rendite – besonders in den ersten Jahren. Wer eigenständig investieren kann, erzielt mit ETF Sparplänen meist die höhere Nettorendite und behält die volle Flexibilität.

Allerdings fehlt dort der lebenslange Rentenanspruch – das Risiko, das Kapital zu früh zu verbrauchen, liegt beim Anleger.

Betrachtet man alle Faktoren abschließend, lohnt sich eine private Rentenversicherung für Studenten vielleicht nicht in jedem Fall, aber sie kann sinnvoll sein, wenn:

  • das Einkommen bereits regelmäßig ist (etwa als Werkstudent, im dualen Studium oder mit festem Nebenjob),
  • der Vertrag flexibel gestaltet werden kann sowie
  • Sicherheit und Altersabsicherung im Vordergrund stehen.

Wer hingegen auf maximale Rendite und Flexibilität setzt, fährt mit einem ETF Sparplan vermutlich langfristig günstiger.

Beide Wege schließen sich allerdings nicht aus: Eine kleine, sichere Basis mit Versicherung plus dynamischer ETF-Anteil fürs Wachstum gilt derzeit als ausgewogener Ansatz für die Generation „Studium – Rente 2050“.


Häufig gestellte Fragen zur privaten Rentenversicherung für Studenten

Für wen lohnt sich die private Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung lohnt sich vor allem für jene, die langfristig Sicherheit suchen und keinen Zugang zu betrieblicher Vorsorge haben – also Selbstständige, Freiberufler oder Berufseinsteiger nach dem Studium. Auch Studenten mit regelmäßigem Einkommen können profitieren, weil sie früh vom Zinseszinseffekt und günstigen Konditionen profitieren. Wer jung startet, erkauft sich Zeit – und Zeit ist in der Altersvorsorge die wichtigste Renditequelle. Besonders sinnvoll wird die Police, wenn sie flexibel bleibt: Beiträge pausieren, erhöhen oder später anpassen zu können, macht sie zukunftsfähig.

Was sind die Nachteile einer privaten Rentenversicherung für Studenten?

Die größten Nachteile liegen in der langen Bindung und in den Kosten. Verwaltung, Garantien und Abschlussprovisionen schmälern die Rendite, besonders in den ersten Jahren. Für Studierende mit schwankendem Einkommen kann die Beitragsverpflichtung zur Belastung werden – wer vorzeitig kündigt, verliert oft Geld. Außerdem sind die Erträge meist niedriger als bei eigenständigen ETF Sparplänen, die mehr Flexibilität bieten. Ohne Disziplin und Planung kann eine private Rentenversicherung also schnell zu starr wirken, um wirklich zu passen.

Was ist eine private Rentenversicherung überhaupt?

Eine private Rentenversicherung ist ein Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft, der im Alter eine lebenslange Rente auszahlt. Während der Ansparphase fließen monatliche Beiträge in klassische Zinsanlagen oder Fonds, später erfolgt die Umwandlung in eine garantierte Rentenzahlung. Im Unterschied zu Sparplänen endet die Auszahlung nicht, solange man lebt – das sogenannte Langlebigkeitsrisiko wird also abgesichert. Steuerlich gilt: Nur der Ertragsanteil der Rente wird besteuert, was im Ruhestand oft vorteilhaft ist.


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