Das Wichtigste in Kürze
- Eine private Rentenversicherung für Studenten kann sich lohnen, wenn langfristige Sicherheit wichtiger ist als eine in jedem Fall hohe Rendite.
- Musterfälle zeigen: Bei einer Einzahlung von 150 Euro monatlich in eine sehr gute Versicherung über 35 Jahre kann sich eine mögliche Rente von bis zu rund 817 Euro ergeben, die lebenslang gezahlt wird.
- Wer jung startet, profitiert vom Zinseszinseffekt – sollte aber ergänzende Alternativen wie ETF Sparpläne kennen, um flexibel zu bleiben.
Eine private Rentenversicherung klingt nach dem Gegenteil von studentischem Lebensgefühl. Während andere über Mietpreise, WG-Kühlschränke und BAföG-Bescheide diskutieren, soll ausgerechnet jetzt jemand an die Rente denken? Doch genau dieser Moment – jung, gesund, mit Zeit bis zum Ruhestand – ist der Punkt, an dem sich private Vorsorge am stärksten auszahlen kann. Die Betonung liegt jedoch auf „kann“.
Wer früh beginnt, zahlt zwar lange ein, aber er profitiert auch von Zinseszinsen, langen Laufzeiten und günstigen Konditionen. Trotzdem bleibt die Frage: Rechnet sich das wirklich? Oder ist es besser, das Geld flexibel anzulegen, etwa über ETFs oder Tagesgeld?
Dieser Text geht der Sache nach – mit einem klaren Blick auf Zahlen, Garantien und Realität.
Rentenversicherungen im Vergleich
- Maßgeschneiderte Vergleichsanalyse für Ihre persönliche Altersvorsorge
- Vergleich von Riester-Rente, Rürup-Rente und flexibler Privatrente
Warum schon Studenten über Altersvorsorge nachdenken sollten
Der demografische Trend ist eindeutig: Immer weniger Erwerbstätige zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung, immer mehr Menschen beziehen Rente. Schon heute deckt die gesetzliche Rente oft nur rund 48 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Ohne zusätzliche Vorsorge droht also eine empfindliche Lücke – selbst bei stabiler Erwerbsbiografie.
Studenten haben meistens noch keine regelmäßigen Sozialversicherungsbeiträge – und viele starten erst mit Mitte bis Ende 20 ins Berufsleben. Das heißt: weniger Beitragsjahre, geringere gesetzliche Ansprüche. Wer dann erst anfängt, privat vorzusorgen, muss jeden Monat deutlich mehr investieren, um denselben Effekt zu erzielen.
Ein Vertrag der privaten Vorsorge, der bereits mit Anfang oder Mitte 20 startet, hat dagegen Jahrzehnte Zeit, Rendite aufzubauen. Trotzdem bleibt entscheidend, was abgeschlossen wird – und ob sich das langfristig lohnt.
Die private Rentenversicherung der „Dritten Schicht“
In Deutschland ist Altersvorsorge in drei Schichten gegliedert – ein Modell, das seit dem Alterseinkünftegesetz von 2005 gilt. Jede Schicht steht für eine andere Form der Absicherung: von verpflichtend über gefördert bis freiwillig.
- Die erste Schicht bildet die Basisversorgung. Dazu gehören die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke und die Basisrente, besser bekannt als Rürup-Rente. Beiträge lassen sich steuerlich absetzen, die spätere Rente wird aber voll versteuert.
- Die zweite Schicht umfasst die Zusatzversorgung – also alle staatlich geförderten oder betrieblichen Modelle wie die Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge. Auch hier greift meist eine nachgelagerte Besteuerung, dafür profitieren Versicherte während der Ansparzeit von steuerlichen Vorteilen oder Zuschüssen des Arbeitgebers.
- Und dann gibt es noch die dritte Schicht – die private Vorsorge. Sie ist völlig freiwillig und individuell gestaltbar. Die Beiträge werden aus dem Nettogehalt gezahlt, also ohne steuerliche Förderung. Dafür sind die späteren Auszahlungen steuerlich begünstigt, meist nur zu einem geringen Ertragsanteil zu versteuern. Zur dritten Schicht zählen klassische und fondsgebundene private Rentenversicherungen, aber auch Kapitallebensversicherungen oder Fondssparpläne (einen Vergleich dazu gibt es auch hier).
Gerade für Studenten und Berufseinsteiger ist diese dritte Schicht oft die einzige realistische Form der privaten Altersvorsorge. Sie erfordert keinen Arbeitgeber, keine komplizierte Förderung und keine Bindung an staatliche Regelungen – aber eben auch keine Steuerersparnis während der Einzahlphase. Dafür lässt sich der Vertrag bei fast allen Anbietern flexibel anpassen, pausieren oder später mit höheren Beiträgen fortführen.
Vier Wege zur privaten Rente: Von Klassik bis Fonds
Wie sich die „Dritte Schicht“ entwickelt hat, zeigt die jüngste Analyse von Franke und Bornberg. Bewertet wurden Anbieter mit unterschiedlichen Modellen – von traditioneller Kapitalanlage bis hin zu reinen Fondsprodukten. Das Ergebnis: Die Spannbreite zwischen Sicherheit und Renditechance ist groß, und die Unterschiede zwischen den Tarifarten sind enorm.
Die Auswertung unterteilt die private Rentenversicherung in vier Hauptkategorien:
1. Neue Klassik – solide, aber mit angezogener Handbremse
In der Neuen Klassik fließt das eingezahlte Geld in das Sicherungsvermögen des Versicherers. Der Kapitalstock ist also geschützt, und Überschüsse werden vorsichtig verzinst. Garantien gibt es, aber keine hohen Zinsen mehr. Die Renditechancen sind begrenzt, dafür bleibt das Risiko überschaubar.
Testsieger laut Franke und Bornberg ist hier die Europa Lebensversicherung AG mit dem Tarif E-RCP – sie kombiniert stabile Finanzstärke mit einer prognostizierten Monatsrente von rund 336 Euro bei einem Musterbeitrag von 150 Euro über 35 Jahre und der garantierte Betrag liegt bei rund 187 Euro monatlich.
| Gesellschaft und Produktname | garantierte Rente/ Rente inkl. Überschuss | Gesamtpunkte und Note |
|---|---|---|
| EUROPA Lebensversicherung AG Rentenversicherung Tarif E-RCP | 187,61 € 336,00 € | 98/100 sehr gut |
| Allianz Lebensversicherung AG PrivatRente Perspektive RSKU1 | 174,69 € 311,99 € | 94/100 sehr gut |
| Continentale Lebensversicherung AG Rente Classic Pro Tarif RCP (Baustein Beitragsrückgewähr) | 186,97 € 311,42 € | 92/100 sehr gut |
| neue leben Lebensversicherung AG Aktivplan Tarif NARH25 (Klassik) | 185,29 € 310,20 € | 92/100 sehr gut |
| HanseMerkur Lebensversicherung AG Vario Care Tarif R (Baustein Beitragsrückgewähr) | 196,82 € 240,99 € | 78/100 gut |
| Gothaer Lebensversicherung AG GarantieRente | 130,71 € 287,70 € | 70/100 befriedigend |
Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten
Stand: Mai 2025
Diese Werte zeigen: Durch Überschüsse kann sich eine moderate Zusatzrendite fürs Alter ergeben.
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2. Klassik mit Indexpartizipation – ein Fuß in der Sicherheit, einer im Aktienmarkt
Die zweite Gruppe in der Franke und Bornberg-Auswertung trägt den sperrigen Namen „Klassik mit Indexpartizipation“. Sie verbindet klassische Sicherheit mit einem Hauch Börse: Ein Teil der Überschüsse wird an die Entwicklung eines Aktienindex gekoppelt, meistens an den DAX oder EuroStoxx.
So bleibt das Kapital geschützt, gleichzeitig besteht die Chance auf Mehrerträge, wenn die Märkte gut laufen.
Im Test lag die Ergo Lebensversicherung AG mit der ERGO Rente Index vorne. Bei einer angenommenen jährlichen Indexsteigerung von sechs Prozent ergäbe sich laut Musterfall eine mögliche Monatsrente von rund 568 Euro, bei einer garantierten Basis von etwa 187 Euro.
| Gesellschaft und Produktname | garantierte Rente / mögliche Rente 6 % | Gesamtpunkte und Note |
|---|---|---|
| Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG ERGO Rente Index | 186,69 € 567,73 € | 98/100 sehr gut |
| Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG ERGO Rente Balance (Klassik) (Baustein Rentenfaktor Plus) | 161,12 € 543,54 € | 92/100 sehr gut |
| neue leben Lebensversicherung AG Plan X Tarif NARX25 | 185,29 € 537,76 € | 90/100 sehr gut |
| Württembergische Lebensversicherung AG PrivatRente IndexClever IR | 186,57 € 536,34 € | 90/100 sehr gut |
| Allianz Lebensversicherung AG Privatrente IndexSelect RIIU1K | 175,63 € 453,99 € | 88/100 sehr gut |
| Ergo Lebensversicherung AG ERGO Rente Balance (Klassik) | 137,37 € 551,68 € | 88/100 sehr gut |
| Stuttgarter Lebensversicherung AG FlexRente index-safe incl. GrüneRente Tarif 63oG | 157,57 € 567,00 € | 86/100 sehr gut |
| Stuttgarter Lebensversicherung AG FlexRente index-safe Tarif 63oG | 157,57 € 567,00 € | 86/100 sehr gut |
| Stuttgarter Lebensversicherung AG FlexRente index-safe incl. GrüneRente Tarif 33oG | 157,57 € 567,00 € | 86/100 sehr gut |
| Nürnberger Lebensversicherung AG DAX®-Rente Tarif NIR3301 | 162,22 € 543,76 € | 82/100 gut |
| VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. Klassik modern Tarif IR (Baustein Beitragsrückgewähr) | 145,50 € 477,00 € | 78/100 gut |
| VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. Klassik modern Next Tarif IR (Baustein Beitragsrückgewähr) | 145,50 € 477,00 € | 78/100 gut |
Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten
Stand: Mai 2025
Solche Modelle gelten als Kompromiss für alle, die sich nicht zwischen Sicherheit und Rendite entscheiden wollen – sie können aber in schwachen Börsenjahren enttäuschen, da der Indexanteil keine fixen Zinsen ersetzt.
3. Hybride Modelle – 80 Prozent Sicherheit, 100 Prozent Hoffnung
Noch einen Schritt weiter gehen die sogenannten hybriden Rentenversicherungen mit Beitragsgarantie. Sie sichern in der Regel 80 Prozent der eingezahlten Beiträge ab, während der Rest renditeorientiert angelegt wird – oft in Fonds oder ETFs. Das macht die Tarife komplexer, aber auch chancenreicher.
Im aktuellen Test erzielte die Europa Lebensversicherung AG mit dem Tarif E-RIG die beste Bewertung. Sie kombiniert hohe Finanzstärke mit Flexibilität und einer möglichen Monatsrente von rund 536 Euro bei sechs Prozent Fondswachstum – und immerhin 150 Euro garantierter Rente.
| Gesellschaft und Produktname | Garantierte Rente / mögliche Rente 6 % | Gesamtpunkte und Note |
|---|---|---|
| EUROPA Lebensversicherung AG Fondsgebundene Rentenversicherung mit Garantie Tarif E-RIG | 150,09 € 536,00 € | 98/100 sehr gut |
| LV 1871 Lebensversicherung von 1871 a. G. München MeinPlan (Hybrid) Tarif FRV (Baustein Beitragsrückgewähr) | 146,92 € 500,21 € | 94/100 sehr gut |
| AXA Lebensversicherung AG Relax Rente Chance ALVI1 | 145,72 € 601,61 € | 91/100 sehr gut |
| AXA Lebensversicherung AG Relax Rente Comfort Plus ALVI1 | 145,72 € 571,17 € | 91/100 sehr gut |
| DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung (Zweigniederlassung der AXA Lebensversicherung AG) Relax Rente Chance ALVI1 | 145,72 € 601,61 € | 91/100 sehr gut |
| DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung (Zweigniederlassung der AXA Lebensversicherung AG) Relax Rente Comfort Plus ALVI1 | 145,72 € 571,17 € | 91/100 sehr gut |
| ERGO Lebensversicherung AG ERGO Rente Dynamik Tarif ERD | 149,35 € 493,76 € | 91/100 sehr gut |
| ERGO Lebensversicherung AG ERGO Rente Dynamik Tarif ERD (Baustein Chance Plus) | 149,35 € 493,76 € | 91/100 sehr gut |
| Allianz Lebensversicherung AG PrivatRente KomfortDynamik RFKU1 (E270) | 148,68 € 468,78 € | 89/100 sehr gut |
| Allianz Lebensversicherung AG PrivatRente InvestFlex mit Garantie RF1GD (E194) | 148,68 € 458,30 € | 89/100 sehr gut |
| Continentale Lebensversicherung AG Rente Invest Garant Tarif RIG | 149,57 € 488,63 € | 88/100 sehr gut |
| Baloise Lebensversicherung AG Baloise Best Invest (Hybrid) Tarif FRN | 123,46 € 530,00 € | 87/100 sehr gut |
| ERGO Lebensversicherung AG ERGO Rente Balance (Hybrid) (Baustein Rentenfaktor Plus) | 128,90 € 514,06 € | 87/100 sehr gut |
| Gothaer Lebensversicherung AG GarantieRente Invest | 148,76 € 817,40 € | 87/100 sehr gut |
| Württembergische Lebensversicherung AG PrivatRente Genius Vorsorge (Hybrid)Tarif ARH | 149,23 € 453,63 € | 86/100 sehr gut |
| VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. Fonds modern Tarif FGR | 138,00 € 467,00 € | 85/100 sehr gut |
| VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. Fonds modern NEXT Tarif FGR | 138,00 € 458,00 € | 85/100 sehr gut |
Stand: Mai 2025
Solche Produkte sind eine Art Brückentechnologie zwischen klassischer und fondsgebundener Versicherung. Sie eignen sich am ehesten für jene, die sich Renditechancen wünschen, aber nicht das volle Risiko tragen wollen.
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4. Fondsorientierte Tarife – ganz ohne Garantie
Die vierte Kategorie ist die fondsorientierte Rentenversicherung ohne Garantie (mehr zum Thema gibt es auch hier). Hier fließt das komplette Kapital in Investmentfonds, meist in breit gestreute ETF Portfolios. Das Risiko liegt voll beim Anleger – dafür winken die höchsten Renditechancen.
Im Test dominierte die Bayerische Lebensversicherung mit dem Tarif Hallo Zukunft FRVGZB/FRVRZB (bewertet wurden allerdings auch nur zwei Tarife). Bei einer angenommenen jährlichen Fondsrendite von sechs Prozent ergäbe sich hier eine mögliche Monatsrente von rund 500 Euro.
Eine garantierte Mindestrente wäre allerdings nicht inklusive.
| Gesellschaft und Produktname | mögliche Rente bei 6 % | Gesamtpunkte und Note |
|---|---|---|
| die Bayerische LV Hallo Zukunft Tarif FRVGZB/FRVRZB | 499,70 € | 89/100 sehr gut |
| die Bayerische LV Blue Invest Tarif FRBIGZ / FRBIRZ | 348,05 € | 57/100 befriedigend |
Beitrag 150 Euro monatlich, Todesfallmodell Ansparphase: Vertragsguthaben/Beitragsrückgewähr, Todesfallmodell Rentenphase: Rentengarantiezeit 10 Jahre, Überschusssystem Ansparphase: Fondsansammlung, Überschusssystem Rentenphase: Dynamik, klassische Verrentung; Fonds: ETF Europa/Welt (Abweichungen möglich, falls Musterfall nicht angeboten)
Stand: Mai 2025
Diese Tarife ähneln in ihrer Logik einem langfristigen ETF Sparplan (mehr zu diesem Thema gibt es hier) mit Versicherungsmantel. Wer früh startet, kann von Jahrzehnten Zinseszins profitieren – wer Pech hat, muss aber auch Wertschwankungen aushalten.
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Warum 336 Euro nicht wenig sind – aber auch nicht viel
Rein rechnerisch werden über 35 Jahre rund 63.000 Euro eingezahlt. Dafür garantiert die Versicherung eine monatliche Zahlung, solange der Versicherte lebt.
Wer 20 Jahre Rente bezieht, erhält zum Beispiel beim besten Tarif der „Neuen Klassik“ im Idealfall 336 Euro × 12 × 20 = 80.640 Euro (vor Steuern) zurück. Bei 30 Jahren wären es schon über 120.000 Euro.
Das ist der entscheidende Unterschied: Ein Sparplan endet, wenn das Kapital verbraucht ist.
Die private Rentenversicherung zahlt weiter. Wer also 90 oder 95 wird, profitiert deutlich. Wer früh verstirbt, erhält dagegen nur die garantierte Mindestlaufzeit von zehn Jahren (also auch die Erben) – dann endet die Zahlung.
Finanziell betrachtet ist das ein Tauschgeschäft: Rendite gegen Sicherheit. Doch Rendite ist nicht alles – entscheidend ist, wie früh der Einstieg gelingt.
Frühe Verträge können besonders stark wirken
Je früher ein Vertrag beginnt, desto länger kann er Zinsen auf Zinsen erwirtschaften. Selbst bei niedrigen Garantiezinsen entsteht über Jahrzehnte ein ordentlicher Hebel.
- Beispiel: Ein Student mit 25 Jahren zahlt 100 Euro monatlich in eine private Rentenversicherung ein. Bis zum 67. Lebensjahr summiert sich das auf 50.400 Euro. Selbst bei einer moderaten Verzinsung wächst das Kapital deutlich. Ein Berufseinsteiger mit 40 Jahren müsste fast das Doppelte einzahlen, um dieselbe Rentenhöhe zu erreichen.
Der Zeitfaktor ist also entscheidend – und er spricht eindeutig für frühe Vorsorge, sofern sie finanzierbar ist. Wer mit Anfang 20 startet, profitiert von mehr als vier Jahrzehnten Zinseszins und kann mit kleinen Beträgen beachtliche Kapitalpolster aufbauen.
Allerdings sind Lebensumstände in dieser Phase selten stabil. Wechselnde Jobs, Studienzeiten im Ausland oder niedrige Einkommen machen langfristige Verträge riskant. Deshalb sollten Studierende auf flexible Policen achten: beitragsfreie Phasen, Wiederaufnahme ohne neue Gesundheitsprüfung und freie Fondsauswahl. Viele Anbieter der getesteten Tarife bieten diese Optionen – vor allem bei hybriden und fondsgebundenen Varianten.
Kostenfaktor und Alternativen
Trotz vieler Vorteile bleibt ein kleiner Nachteil: Versicherungen sind teurer als reine ETF Sparpläne. Verwaltung, Garantien und Vertriebskosten schmälern die Rendite – besonders in den ersten Jahren. Wer eigenständig investieren kann, erzielt mit ETF Sparplänen meist die höhere Nettorendite und behält die volle Flexibilität.
Allerdings fehlt dort der lebenslange Rentenanspruch – das Risiko, das Kapital zu früh zu verbrauchen, liegt beim Anleger.
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mehr als 2.700 Aktien-Sparpläne
Betrachtet man alle Faktoren abschließend, lohnt sich eine private Rentenversicherung für Studenten vielleicht nicht in jedem Fall, aber sie kann sinnvoll sein, wenn:
- das Einkommen bereits regelmäßig ist (etwa als Werkstudent, im dualen Studium oder mit festem Nebenjob),
- der Vertrag flexibel gestaltet werden kann sowie
- Sicherheit und Altersabsicherung im Vordergrund stehen.
Wer hingegen auf maximale Rendite und Flexibilität setzt, fährt mit einem ETF Sparplan vermutlich langfristig günstiger.
Beide Wege schließen sich allerdings nicht aus: Eine kleine, sichere Basis mit Versicherung plus dynamischer ETF-Anteil fürs Wachstum gilt derzeit als ausgewogener Ansatz für die Generation „Studium – Rente 2050“.
Häufig gestellte Fragen zur privaten Rentenversicherung für Studenten
Eine private Rentenversicherung lohnt sich vor allem für jene, die langfristig Sicherheit suchen und keinen Zugang zu betrieblicher Vorsorge haben – also Selbstständige, Freiberufler oder Berufseinsteiger nach dem Studium. Auch Studenten mit regelmäßigem Einkommen können profitieren, weil sie früh vom Zinseszinseffekt und günstigen Konditionen profitieren. Wer jung startet, erkauft sich Zeit – und Zeit ist in der Altersvorsorge die wichtigste Renditequelle. Besonders sinnvoll wird die Police, wenn sie flexibel bleibt: Beiträge pausieren, erhöhen oder später anpassen zu können, macht sie zukunftsfähig.
Die größten Nachteile liegen in der langen Bindung und in den Kosten. Verwaltung, Garantien und Abschlussprovisionen schmälern die Rendite, besonders in den ersten Jahren. Für Studierende mit schwankendem Einkommen kann die Beitragsverpflichtung zur Belastung werden – wer vorzeitig kündigt, verliert oft Geld. Außerdem sind die Erträge meist niedriger als bei eigenständigen ETF Sparplänen, die mehr Flexibilität bieten. Ohne Disziplin und Planung kann eine private Rentenversicherung also schnell zu starr wirken, um wirklich zu passen.
Eine private Rentenversicherung ist ein Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft, der im Alter eine lebenslange Rente auszahlt. Während der Ansparphase fließen monatliche Beiträge in klassische Zinsanlagen oder Fonds, später erfolgt die Umwandlung in eine garantierte Rentenzahlung. Im Unterschied zu Sparplänen endet die Auszahlung nicht, solange man lebt – das sogenannte Langlebigkeitsrisiko wird also abgesichert. Steuerlich gilt: Nur der Ertragsanteil der Rente wird besteuert, was im Ruhestand oft vorteilhaft ist.
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