Schmutzige Geschäfte mit Palmöl: Dunkle Flecken in der Lieferkette
Das Öl wird aus dem Fruchtfleisch gewonnen und ist eine Grundzutat der Konsumgüterindustrie.
Foto: dpaBangkok. Um das Ausmaß der Zerstörung zu sehen, schickt der Umweltaktivist Bustar Maitar eine Drohne in die Luft. Das mit einer Kamera ausgerüstete Gerät gleitet zwischen den Bäumen des tropischen Urwalds in der indonesischen Provinz Papua senkrecht nach oben. Hinter den Wipfeln offenbart sich ein kahles, abgeholztes Feld, das bis an den Horizont reicht. Wo früher der Dschungel wucherte, fahren jetzt Bagger eine Lehmstraße entlang. „Papua ist einer der letzten Orte mit einem nahezu unangetasteten Regenwald“, sagt Maitar nach der Rückkehr von der Erkundungsreise. „Nun droht auch dieses Paradies verloren zu gehen.“
Der Ort, der seltene Tierarten wie Baumkängurus beheimatet, ist offenbar eines der jüngsten Opfer der schmutzigen Geschäfte mit Palmöl – jener Grundzutat der Konsumgüterindustrie, die in Eiscreme ebenso steckt wie in Seifen und Zahnpasta. Ginge es nach den Versprechen der Branche, müsste sich Maitar keine Sorgen machen – denn Abholzung gilt in den Lieferketten längst als ein Tabu. Doch was Maitar und andere Aktivisten in Papua vorfanden, zeigt massive Schwachstellen in den globalen Kontrollmechanismen – und es führt vor, wie der Rohstoff von umstrittenen Plantagen bis nach Deutschland gelangte.