Berichte: Hisbollah schafft Rakten von Syrien in den Libanon

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Hisbollah schafft Rakten von Syrien in den Libanon

Neue Besorgnis in Israel: Die Hisbollah soll im Libanon weitreichende moderne Raketensysteme anhäufen. Sie kommen angeblich aus Syrien und werden in Einzelteilen über die Grenze geschafft.

Washington/Tel AvivDie libanesische Schiitenmiliz Hisbollah verlegt nach US-Medienberichten weitreichende Raketen aus syrischen Stützpunkten in den Libanon. Dazu zählten Raketen des Typs Scud D, die Israel erreichen könnten, hieß es am Freitag unter Berufung auf einen israelischen Sicherheitsanalysten, Ronen Bergman, in der „New York Times“. Die Scud D soll bis zu 700 Kilometer weit reichen. Das israelische Militär ist jedoch auch über die mögliche Ausrüstung der Hisbollah mit russischen Anti-Schiffs-Raketen besorgt, schrieb die israelische Zeitung „Jediot Achronot“.

Die Marschflugkörper vom Typ Jachont mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern könnten Israels Häfen lahmlegen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ungenannte Marinevertreter. Die Häfen sind außer der Luftfracht Israels einziges Tor zum Weltmarkt, da die Landgrenzen für den Warenverkehr weitgehend verschlossen sind. Jachont-Raketen können ihr vorgegebenes Ziel selbstständig und mit Überschallgeschwindigkeit in einer Flughöhe von nur zehn bis fünfzehn Metern ansteuern. Sie sind deshalb von Radaranlagen nur schwer zu orten und abzuwehren.

„Wenn die Hisbollah so eine Rakete auf dieses Gebäude in Tel Aviv abschießt, dann schlägt sie hier auch ein“, beschrieb ein israelischer General kürzlich die Gefährlichkeit der Jachont. Im Südlibanon gebe es insgesamt bis zu 100 000 Raketen unterschiedlicher Typen, von denen einige jeden Punkt Israels erreichen könnten, fügte der General hinzu. Medienberichten zufolge hat die israelische Luftwaffe im vergangenen Jahr wiederholt Waffenlieferungen aus Syrien Richtung Libanon angegriffen.

Den US-Medienberichten zufolge werden die Waffen in Einzelteile zerlegt und dann mit Sattelschleppern aus Syrien geschmuggelt. Die meisten dieser Boden-Boden-Raketen, welche die Hisbollah von ihren Verbündeten Iran und Syrien erhalten habe, befänden sich bereits im Libanon.

Die Miliz habe in Syrien nahe der Grenze zum Libanon ein Netzwerk von Stützpunkten, um die Raketen zu lagern und der Organisation „strategische Tiefe“ zu geben, zitiert das Blatt den Sicherheitsexperten Bergman, der enge Kontakte zu israelischen Geheimdienstlern unterhalten soll. Aber angesichts des nunmehr schon fast drei Jahre dauernden Aufstandes gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, einen Verbündeten der Hisbollah, erscheine die Lagerung der Raketen in dem Land nicht mehr sicher.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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