Preisentwicklung: Der I-Index: Die neue Vermessung der Inflation
Der neue Indikator kann als Frühwarnsystem fungieren: Er verlief in den vergangenen 20 Jahren sehr ähnlich zu den Inflationsraten und geht ihr auch immer wieder voraus.
Foto: dpa, HandelsblattBerlin. Die Preisentwicklung kennt nur eine Richtung, nämlich nach oben. Es zeichnet sich bereits ein düsteres Szenario ab. Der vom Handelsblatt mit der Technischen Universität (TU) Dortmund entwickelte Inflations-Index, kurz I-Index genannt, deutet jetzt schon auf drei dramatische Entwicklungen hin.
Das Thema Inflation wird aktuell so intensiv debattiert wie seit 20 Jahren nicht mehr. Der Ukrainekrieg dürfte erheblichen Einfluss auf die weitere Inflationsentwicklung nehmen, auch eine Lohn-Preis-Spirale wird immer wahrscheinlicher.
Doch droht angesichts der nie da gewesenen Preisrally bei der Energie gleich ein Zeitalter hoher Inflation? Seit Monaten treibt kaum eine andere Frage Ökonomen und Politiker mehr um. Für die Antwort entscheidend: die Erwartungen der Verbraucher und Unternehmen. Stellen sie sich auf langfristig steigende Preise ein und passen ihr Verhalten darauf an, verfestigt sich die Inflation.
Maßgeblichen Einfluss auf die Erwartungen der Verbraucher und Unternehmen haben die Medien. Finanzpolitiker wie auch die Geldpolitiker der Europäischen Zentralbank (EZB), die sich am Donnerstag zur Ratssitzung treffen, tappen im Dunkeln bei der Frage, wie etwa die Berichterstattung in Zeitungen die Inflationserwartungen beeinflussen kann – zumindest bislang.