Budget-Hotel rüstet auf: Der Siegeszug von Motel One geht weiter

Budget-Hotel rüstet auf
Der Siegeszug von Motel One geht weiter

Kein Restaurant, kein Tagungsraum, kein Schwimmbad: Die Hotelkette Motel One reduziert die Übernachtung auf das Wesentliche. Und die Kunden springen darauf an: Der Siegeszug des Mittelständlers ist kaum zu stoppen.

MünchenDieter Müller rüstet auf: In den 13.887 Zimmern von Motel One würden die Fernseher ausgetauscht, erzählt der Chef und Gründer der Hotelkette. Statt der bislang üblichen 32-Zoll-Bildschirme hingen bald 40-Zoll-Geräte der deutschen Edelmarke Loewe an den Wänden.

Gleichzeitig, betont der Münchener Unternehmer, würde er demnächst Safes in jeden Raum stellen. Und, nicht zu vergessen: Es gibt schon von April an mehr Auswahl in den Bars der Hotelkette, vor allem vom Trendgetränk Gin werden mehr Marken in den Regalen stehen. Keine Frage: Müller setzt seinen strammen Expansionskurs der vergangenen Jahre fort. Die bestehenden Hotels rüstet der Unternehmer auf, neue kommen hinzu.

Die im Jahr 2000 gegründete Kette reduziert die Übernachtung auf das Wesentliche. 79 Euro kosten die 16 Quadratmeter großen Einzelzimmer mit Flachbildschirm-Fernseher, das Frühstück geht extra. In jeder Lobby steht der Egg-Chair des Designers Arne Jacobsen, auf Flatscreens knistert ein virtuelles Lagerfeuer.

Restaurants sucht man im Motel One ebenso vergebens wie Tagungsräume oder Schwimmbäder. Das ist vor allem effektiv: Müller kann in seinen Hotels in der Innenstadt doppelt so viele Gäste unterbringen wie die etablierte Konkurrenz.

Das schlägt sich in den Zahlen nieder: Vergangenes Jahr ist der Umsatz um ein Viertel auf 322 Millionen Euro in die Höhe geschossen. Der Gewinn ist sogar um mehr als die Hälfte auf 77 Millionen Euro gestiegen. „Das ist ein sehr zufriedenstellender Verlauf“, meint Müller. Motel One ist kerngesund, kommt auf eine Eigenkapitalquote von 76 Prozent. Unternehmer Müller ist Großaktionär der Kette, er hat mit Morgan Stanley und der Familie des SAP-Mitgründers Dietmar Hopp zudem zwei stabile Großaktionäre an Bord.

Vergangenes Jahr hat Müller neun kleinere Hotels mit 739 Zimmern verkauft, Häuser am Stadtrand. „Die haben nicht mehr zur Marke gepasst“, erläutert der Unternehmenslenker. Stattdessen eröffnete der Gastronomieprofi sechs größere Betriebe mit 1764 Zimmern. Die neuen Hotels finden sich in verkehrsgünstiger Lage in den Innenstädten. Insgesamt zählt die Kette nun 51 Häuser. Dabei soll es allerdings nicht bleiben.

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