EY, PWC, Deloitte, KPMG

Das Kräftemessen der „Big Four“

Ernst & Young (EY) steigert seinen Umsatz – und kommt damit dem Marktführer Pricewaterhouse Coopers (PWC) in Deutschland immer näher. Doch wie stehen KMPG und Deloitte im Quartett der Wirtschaftsprüfer da?
Die Führungsriege von Ernst&Young wird ausgetauscht. Quelle: Imago
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Die Führungsriege von Ernst&Young wird ausgetauscht.

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FrankfurtErnst & Young (EY), die zweitgrößte Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgruppe in Deutschland, sieht sich weiter kräftig im Aufwind – und auf dem Weg zum Ausbau ihrer Marktposition. Für das Geschäftsjahr 2014/15, das Ende Juni abgeschlossen wurde, berichtet der Konzern einen Umsatzanstieg um 9,2 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro. Sie ist damit erneut stärker gewachsen als die Konkurrenz: Pricewaterhouse Coopers (PWC) legte um gut sechs Prozent zu, Deloitte wuchs um acht Prozent. KPMG legt in der kommenden Woche Zahlen vor. Das Kräftemessen der „Big Four“ der Wirtschaftsprüfer geht in die nächste Runde.

Georg Graf Waldersee, scheidender EY-Managing Partner für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Ernst & Young GmbH, zeigt sich zuversichtlich. Für das laufende Geschäftsjahr rechne man mit einem Zuwachs in vergleichbarer Größenordnung.

Das starke Momentum in allen Teilbereichen bietet aus Sicht Waldersees letztlich auch einen idealen Zeitpunkt für den geplanten Generationenwechsel in der Führung, den die WP-Gruppe gestern bekannt gab: Waldersee (60) will zum 1. Juli 2016 nach dann acht Jahren an der Firmenspitze aus der operativen Führung ausscheiden und in den Aufsichtsrat von EY wechseln. Dort solle er dann den langjährigen Vorsitzenden Otto Jacobs beerben.

Waldersees Funktionen in der operativen Führung werden künftig auf zwei Schultern verteilt. Die operative Verantwortung für EY Deutschland, Schweiz und Österreich soll die 46-jährige Julie Linn Teigland übernehmen. Die gebürtige US-Amerikanerin ist seit September bereits stellvertretende Managing Partnerin für die Region. Neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Ernst & Young GmbH wird der 47-jährige Hubert Barth, der bisher für die deutschlandweite Koordinierung der Marktaktivitäten von EY verantwortlich ist.

Waldersee, der beide Funktionen bisher in Personalunion ausübte, begründete die veränderte Führungsstruktur mit wachsenden Anforderungen der Kunden und den Umwälzungen auf dem deutschen Markt, unter anderem durch die von der EU eingeführte Pflichtrotation der Wirtschaftsprüfer. Mit Hubert Barth werde man einen erfahrenen Berater und Prüfer an der Spitze haben, „der die Pflicht-Rotation für EY und seine Kunden optimal managen wird.“ Die WP-Gruppe strebt an, die Zahl ihrer Prüfungsmandate unter den Dax-30 Firmen mittelfristig von zehn auf 20 Prozent zu verdoppeln. Sie prüft bisher die Abschlüsse von Siemens, Beiersdorf und Heidelberg-Cement, wird diese Mandate aber im Rahmen der vorgeschriebenen Rotation wohl abgeben müssen.

Die erfolgreichsten Management-Berater
Platz 10: Goetzpartners Group, München
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Goetzpartners kommt in diesem Jahr auf einen Gesamtumsatz von 82 Millionen Euro, damit legt das Unternehmen um fünf Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Das Unternehmen wurde 1991 von Dr. Stephan Goetz und Stefan Sanktjohanser gegründet. International ist das Unternehmen mit 250 Beratern und 12 Büros in 9 Ländern präsent.

Jedes Jahr stellt die Lünendonk GmBH, Gesellschaft für Information und Kommunikation, eine Liste mit den erfolgreichsten Managementberatungen auf. Dabei wurden die in Deutschland ansässigen Managementberatungen hinsichtlich ihres Gesamtumsatzes im Jahr 2014 verglichen.

Platz 9: Porsche Consulting Gruppe, Bietigheim-Bissingen
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90 Millionen Euro Gesamtumsatz machte die Porsche Consulting im Jahr 2014, ebenfalls ein Plus von fünf Millionen Euro. 372 Berater beschäftigt die Firma derzeit. Die Consulting ist sowohl für Porsche als auch für externe Firmen aktiv.

Platz 8: Q_Perior AG, München
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Q_Perior konnte im vergangenen Jahr um zwei Millionen Euro zulegen und machte insgesamt einen Umsatz von 92 Millionen Euro. 427 Berater zählt das Unternehmen mittlerweile – ebenfalls zwei mehr als im Vorjahr. Q_Perior hat unter anderem Standorte in Hamburg, Frankfurt, München, Zürich und New York.

Platz 7: D-fine GmbH, Frankfurt am Main
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D-fine machte im Jahr 2014 einen Gesamtumsatz von 95,5 Millionen Euro, satte 13,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Auch bei den Mitarbeitern konnte die Firma zulegen, von 471 ging es auf 530 Beschäftigte hoch.

Platz 6: KPS, München
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KPS machte insgesamt einen Umsatz von 111,1 Millionen Euro, 14,1 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Mitarbeiterzahlen sind fast explodiert: Von 171 auf 317. Die Gesellschaft ist 2008 aus dem Reverse-Take-Over der Haitec AG durch die KPS Consulting GmbH entstanden. Unternehmenssitz der KPS ist in München mit weiteren Geschäftsstellen in Österreich und der Schweiz sowie in Skandinavien. Das Unternehmen ist ein im General Standard gelistetes börsennotiertes Unternehmen.

Platz 5: Kienbaum, Gummersbach
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Kienbaum legte um drei Millionen Euro zu, auf insgesamt 115 Millionen Euro Gesamtumsatz. Bei den Mitarbeitern ging es etwas zurück, von 710 auf 670. Kienbaum wurde am 15. Oktober 1945 von Gerhard Kienbaum gegründet. Heute bietet das Unternehmen Beratungsleistungen in den Bereichen Executive Search, Human Resource Management, Vergütungsberatung sowie Management Consulting und Unternehmenskommunikation.

Platz 4: Horvath, Stuttgart
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Horvath machte insgesamt einen Umsatz von 122 Millionen Euro, ein Plus von 16,5 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt die Consulting 536 Mitarbeiter.

Bei der Abschlussprüfung bei den großen börsennotierten Firmen in Deutschland geben bisher vor allem KPMG (mit zusammen 34 Mandaten in Dax und MDax) sowie PWC (mit 25 Mandaten) den Ton an. EY liegt in diesem Bereich mit lediglich drei Dax- und zehn MDax-Kunden noch spürbar zurück. Die WP-Gruppe sieht sich aber als klarer Marktführer in der Betreuung großer mittelständischer Unternehmen. Waldersee geht davon aus, dass die Rotationspflicht mittelfristig zu einer deutlich gleichmäßigeren Verteilung der Mandate bei den Großkonzernen führen wird. „Ich gehe davon aus, dass am Ende alle ihren Anteil an diesem Markt haben werden.“

Großes Potenzial in der Steuerberatung
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