Spotless
Henkel kauft französisches Waschmittel

Mit Marken wie Persil ist der Henkel-Konzern bereits eine Macht auf dem Waschmittelmarkt. Jetzt blättert das Unternehmen fast eine Milliarde für einen französischen Konkurrenten hin. Freuen kann sich ein Finanzinvestor.
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DüsseldorfDer Konsumgüterkonzern Henkel setzt seine Einkaufstour fort und stärkt mit der Übernahme der französischen Spotless Group sein Waschmittelgeschäft. Der Kaufpreis betrage einschließlich Schulden rund 940 Millionen Euro. Henkel zahlt bar, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Verkäufer ist der Finanzinvestor BC Partners. Spotless werde „unmittelbar einen positiven Ergebnisbeitrag leisten", kündigte Henkel-Chef Kasper Rorsted an. Der Hersteller von Pritt und Persil peilt zudem weitere Akquisitionen an: Henkel sehe „weiteren Spielraum für Zukäufe“, unterstrich ein Sprecher.

Spotless ist mit Marken wie Dylon in westeuropäischen Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien oder Großbritannien aktiv. Im vergangenen Jahr fuhr Spotless mit rund 470 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von etwa 280 Millionen Euro ein. Der operative Gewinn (Ebitda) dürfte dabei bei knapp 80 Millionen Euro gelegen haben. Henkel will jetzt die diversen Marken der Franzosen auch in anderen Ländern bekanntmachen. Zu den Produkten gehören neben Waschhilfsmitteln auch Textilfarben und Anti-Insekten-Mittel.

„Mit der Übernahme der Spotless Group stärken wir unsere Marktposition in wachstumsstarken und hochprofitablen Segmenten“, betonte Rorsted. Die Übernahme solle zudem helfen, den Umsatz des in den Bereichen Klebstoffe, Waschmittel und Schönheitspflege aktiven Konzerns bis 2016 auf 20 Milliarden Euro zu steigern. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion aber noch zustimmen. Eine Entscheidung werde spätestens im ersten Quartal 2015 erwartet. Spotless war im Jahr 2005 aus dem Zusammenschluss der französischen Eau Ecarlate mit dem italienischen Haushaltsmittel- und Insektizid-Produzenten Guaber entstanden.

„Wir finden es ermutigend, dass Henkel die Geschwindigkeit der Zukäufe 2014 erhöht und glauben, dass dies anhält“, so ein Analyst von Raymond James. „Die Gruppe hat die Möglichkeiten, die neuen Marken sowohl lokal als auch international rasch auszubauen.“

Henkel-Chef Rorsted hatte angesichts prall gefüllter Kassen Übernahmen angekündigt. Der Düsseldorfer Konzern verfüge für Zukäufe über einen Finanzierungsspielraum von 4,5 Milliarden Euro, hatte er zuletzt betont. Erst Anfang der Woche hatte Henkel die Übernahme von Haarpflegegeschäften in den USA bekannt gegeben. Dort gibt der Konzern rund 270 Millionen Euro für die Unternehmen SexyHair, Alterna und Kenra aus.

Henkel hatte 2013 einen Umsatz von rund 16,4 Milliarden Euro erzielt. Die Klebstoffsparte trug dazu rund 50 Prozent bei, die nun mit dem Zukauf in Frankreich gestärkte Waschmittelsparte steuerte knapp 30 Prozent zu. Die Henkel-Aktie legte am Donnerstagmorgen leicht um 0,5 Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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