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Von Kanada bis SüdseeTchibo verkauft Trauminseln

Kaffee, Haushaltsartikel, Kleidung und nun auch Inseln: Der Kaffeeröster Tchibo will mit dem Verkauf von ganzen Inseln fünf Wochen lang für Furore sorgen. Die Preise reichen von 60.000 bis 999.000 Euro. 29.06.2015 - 16:23 Uhr Artikel anhören

Die günstigste Insel gibt es schon für 60.000 Euro.

Foto: obs

Hamburg. Neben Kaffee gibt es bei Tchibo nun auch ganze Inseln zu kaufen. Der Kaffeeröster bietet in einer auf fünf Wochen befristeten Aktion private Eilande an. Ab Dienstag stünden sieben verschiedene Inseln zu Preisen zwischen 60.000 und 999.000 Euro zur Auswahl, teilte Tchibo am Montag in Hamburg mit. Die günstigste Insel ist ungefähr zwei Fußballfelder groß und liegt vor der kanadischen Ostküste, die teuerste in der Südsee. Tchibo kooperiert für die Aktion mit einem Inselmakler.

Neben Kaffee verkauft Tchibo schon seit langem Haushaltsartikel, Kleidung, Möbel und andere Produkte, bis hin zu Ökoenergie und Smartphones. Ins Sortiment werden immer wieder zeitweise auch außergewöhnliche Artikel aufgenommen, wie zum Beispiel Einfamilienhäuser, Ultraleichtflugzeuge und jetzt eben Inseln.

Sie kennen das: Man steht für einen Kaffee to go bei Tchibo in der Schlange, da fällt einem plötzlich siedend heiß ein, dass man doch glatt vergessen hat, die private Insel für den Sommerurlaub zu kaufen. Ganz schön peinlich! Aber nicht verzagen: Die Insel können Sie zum Kaffee gleich dazu bestellen. Volle sieben private Eilande, von Kanada bis in die Südsee, von 60.000 bis 999.000 Euro, bietet Tchibo in Kooperation mit dem Inselmakler Vladi Private Islands an. Und das Beste: Tchibo-Kunden erhalten einen exklusiven Preisvorteil von 20 Prozent auf die Makler-Courtage. Nur ob auch eine Zahlung mit EC-Karte möglich ist, bleibt unbekannt.

Foto: obs

Direkt vor der kanadischen Atlantikküste, im Verwaltungsbezirk Halifax County, liegt Goose Island. Die unbebaute Insel ohne Wohnmöglichkeit misst ca. 8093 Quadratmeter und ist für den Schnäppchenpreis von 60.000 Euro zu haben. Als mögliche Freizeitaktivität wird neben so ziemlich jeder Tätigkeit, die irgendwie mit Wasser zu tun hat (Baden, Segeln, Wasserskifahren), auch Golfen vorgeschlagen – nicht, dass ein Golfplatz existieren würde. Dafür allerdings ...

Foto: Tchibo

... verfügt die Insel angeblich über eine gute Verkehrsanbindung zum nur eine Autostunde entfernten Flughafen Halifax. Wie lange man innerhalb dieser Stunde Autofahrt die Luft anhalten muss, weil man sich mit dem Auto gerade unter Wasser befindet, müsste der Kaufinteressent den Makler allerdings wohl persönlich fragen. Dafür ist im Preis auch noch mit inbegriffen: Ein „kleineres Inselgrundstück“ zwischen großer Insel und Festland, auf diesem Bild gut zu sehen. Verwendungsvorschlag: Liegestuhl drauf abstellen, Sonnenbad nehmen und dabei „Und meinem Neffen Albert vermache ich die Insel, die ich Fatty Hagan beim Pokern abnahm“ lesen.

Foto: Tchibo

Vor allem Liebhaber von viel kahlem Fels werden auf der in Norwegen gelegenen Insel Vilderoy Island auf ihre Kosten kommen. Für 80.000 Euro geht das solide Privateiland mit einer Größe von 50.000 Quadratmeter über die Ladentheke. Infrastruktur auch hier keine, Wohnmöglichkeiten gibt es ebenfalls nicht, Platz zum Bauen aber reichlich.

Foto: Tchibo

Als mögliche Freizeitaktivität werden neben dem obligatorischen Boot fahren und Angeln auch Wandern und Mountainbiken vorgeschlagen, sowie: Wintersport. Platz für eine private Skisprungschanze dürfte jedenfalls genug vorhanden sein. Auch als Basis für Wikingerangriffe auf die umliegenden Dörfer dürfte sich Vilderoy Island eignen.

Foto: Tchibo

Bereits bedeutend tiefer in die Tasche greifen muss ein Interessent, möchte er Eagle's Nest in Lunenburg County, Kanada, erwerben: 225.000 Euro kostet die Insel. Dafür bekommt der potentielle Käufer aber auch circa 78.390 Quadratmeter tiefen dunkeln Wald, umgeben von sehr viel Wasser und nur eineinhalb Autostunden von der nächsten Stadt entfernt. Ein idealer Ort zum ausspannen.

Foto: Tchibo

Insbesondere dann, wenn man unter „ausspannen“ das Drehen von Horrorfilmen, die Wolfszucht oder das lustvolle Abholzen von Bäumen versteht. Eine Infrastruktur gibt es nicht, auch keine Wohnmöglichkeit, allerdings besteht die „Möglichkeit zu bauen“, informiert die Werbung. Wo auf der Insel diese Möglichkeit bestehen soll, leider nicht.

Foto: Tchibo

In den USA, in Coventry, Connecticut, liegt Nipmuc Island, eine Seeinsel von gerade einmal 8100 Quadratmetern Größe. Sie ist allerdings auch die erste „bezugsfertige“ Insel im Tchibo-Angebot, komplett mit Trinkwasserbrunnen, Anlegesteg und Blockhütte für den zukünftigen Insulaner.

Foto: Tchibo

Auch die großen Metropolen sind verhältnismäßig nah: New York liegt 182 Kilometer in die eine Richtung, Boston 150 Kilometer in die andere. Ob die schönen grünen Plastikstühle auf der vom Vorbesitzer anscheinend „Underwood Island“ getauften Insel verblieben sind, ist nicht bekannt.

Foto: Tchibo

Drei zum Preis von einer bekommt sozusagen, wer bei der Anukkasaari Inselgruppe in Finnland zuschlägt. Für 341.000 Euro erhält der potentielle Käufer drei Inseln gelegen im Saima-See, je 10.000, 7000 und 3000 Quadratmeter groß. Dazu kommt der Luxus von „teilweise vorhandenen“ elektrischen Leitungen und einer üppigen Bebauung auf zwei Eilanden: Ein 70 Quadratmeter Holzhaus plus Saunahaus stehen auf der größten Insel zur Verfügung; auf der zweiten Insel sind es gar eine 110 Quadratmeter Blockhütte, eine Terrasse von 50 Quadratmetern und ein zweites Saunahaus.

Foto: Tchibo

Saunen gehört dann aber nicht zu den von der Werbung vorgeschlagenen Aktivitäten, hier empfiehlt man lieber ein Golfspiel im dichten Wald. Der ebenfalls vorhandene Vorschlag „Ski-Langlauf“ impliziert allerdings, dass man im Winter vielleicht bunte Bälle benutzen sollte. Und vielleicht doch lieber öfter mal in die Sauna gehen.

Foto: Tchibo

Definitiv viel Platz bekommt, wer die irische Meerinsel Crebarrin Island kauft. Die Hauptinsel misst 121.405, die Nebeninsel immer noch stolze 16.187 Quadratmeter. Auch hier steht bei soviel freiem Feld neben Fischen und Segeln (vom Baden wird offenbar abgeraten) das unvermeidliche Golfen mal wieder auf der Vorschlagliste für den möglichen Zeitvertreib, auch Mountainbiken wird vorgeschlagen. Wandern hat es diesmal allerdings nicht in die Liste geschafft, schade.

Foto: Tchibo

Wer ohnehin lieber drin bleibt: Für 600.000 Euro Kaufpreis bekommt der neue Besitzer dann auch noch eine inseleigene Strom- und Wasserversorgung, ein Generatorhaus und ein steinernes Wohnhaus mit einer Fläche von 116 Quadratmetern auf zwei Stockwerken dazu. Wem einsam wird, der kann ja auch mal wie auf diesem Bild eine Leiter aufbauen und durchs eigene Fenster einsteigen.

Foto: Tchibo

Wer die im Südpazifik gelegene Insel Maraeroa kauft, dem mangelt es vor allem an zwei Dingen sicher nicht: Palmen. Und Geld. Mit 999.000 Euro ist das im Ring-Atoll von Französisch-Polynesien gelegene Eiland das deutlich teuerste im Tchibo-Shop. Und das mit dem wohl mit Abstand bestem Wetter. Wer bei Günter Jauch die Million gewinnt, weiß jetzt, worein er das Geld investieren kann.

Foto: Tchibo

Allerdings: Außer kristallklarem Wasser, vielen Palmen und einem Traumstrand sieht es Mau aus beim Komplett-Paket. Wohnmöglichkeit gibt es keine, es fehlt sogar der Hinweis, dass die Möglichkeit zum Bau besteht. Auch eine wie auch immer geartete Infrastruktur existiert nicht.

Foto: Tchibo

Bleibt also nur, sich die Zeit zu vertreiben und wieder hilft auch hier schon die Werbeanzeige: Ob man als neuer Inselbewohner nun taucht, schnorchelt oder einfach nur schwimmen geht, wasserorientierte Aktivitäten dürften sich reichlich finden. Und wem weniger müßiggängerisch zumute ist, der kann ja fischen gehen. Oder eben: „Kokosnüsse ernten“.

Foto: Tchibo

dpa
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