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Rekord-RüstungsgeschäftLitauen rüstet auf – mit deutscher Hilfe

Die deutsche Rüstungsindustrie profitiert von den Folgen der Ukrainekrise. Litauen ordert 88 Transport-Radpanzer. Es handelt sich um das größte Rüstungsgeschäft in der Geschichte der litauischen Armee. 22.08.2016 - 15:56 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Transportpanzer sollen die Streitkräfte des baltischen Nato-Landes stärken.

Foto: dapd

Vilnius. Litauen rüstet angesichts der Ukraine-Krise weiter auf und hat ein Millionengeschäft zum Kauf von 88 deutschen Transportpanzern besiegelt. Verteidigungsminister Juozas Olekas sprach am Montag nach der Unterzeichnung der Vereinbarung von einer „langfristigen Investition in die nationale Verteidigung“. Litauen nehme seine „Sicherheit ernst“.

Der Rüstungsdeal mit dem deutsch-niederländischen Konsortium Artec hat einen Umfang von 365 Millionen Euro. An dem Konsortium sind die deutschen Firmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall beteiligt. Auch das niederländische Unternehmen Stork gehört dazu. Geliefert werden sollen die Panzer vom Typ Boxer zwischen 2017 und 2021.

Der US-Konzern hat vor zwei jahren den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. Allerdings hat das Unternehmen aus New York 2015 in der Rüstungssparte mit 8,8 Milliarden US-Dollar etwas weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Arms Industry Database

Foto: Screenshot Youtube

Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Foto: AFP

US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Foto: Reuters

Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Foto: dapd

Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Foto: dapd

Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Foto: ap

Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Foto: dpa

Der größte Rüstungskonzern Europas erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von 25,5 Milliarden Dollar im militärischen Bereich. Das waren 93 Prozent des Gesamtumsatzes. Damit ist BAE Systems im weltweiten Ranking auf Rang drei.

Foto: dpa

Der nach Auslieferungen größte Flugzeugbauer der Welt findet sich im Sipri-Ranking mit einem Umsatz von 28 Milliarden Dollar auf Platz zwei wieder. Boeing baut hauptsächlich Militärflugzeuge aller Art wie Kampf- und Jagdflugzeuge, Bomber und Tankflugzeuge. Aber auch Waffensysteme und Raketen gehören zur Produktpalette. Die Waffengüter machen knapp ein Drittel des Konzernumsatzes aus.

Foto: AFP

Lockheed Martin bleibt der größte Kriegsgeräte-Hersteller der Welt. Im Jahr 2015 stand im Militärbereich des US-Unternehmens ein Umsatz von 36,4 Milliarden Dollar in den Büchern. 79 Prozent der Konzernumsätze sind dem Militärsegment zuzurechnen. Lockheed Martin stellt Jagdflugzeuge wie den F-35, aber auch Aufklärungs- und Transportflugzeuge her. Daneben gehören unbemannte Drohnen und Raketen zum Produktprogramm. Deutsche Unternehmen sind nicht in den Top Ten der Sipri-Rangliste zu finden, machen aber auch große Umsätze, wie im folgenden zu sehen sein wird.

Foto: Reuters

840 Millionen Dollar Umsatz hat Krauss-Maffei Wegmann (KMW) nach den Sipri-Zahlen im Rüstungsgeschäft gemacht. Damit das Unternehmen noch einmal um einen Rang abgefallen. Das 1999 aus Krauss Maffei und der Mannesmann-Tochter Wegmann entstandene Unternehmen ist einer der Hauptlieferanten der Bundeswehr. Der Konzern ist mittlerweile mit dem französischen Konzern Nexter fusioniert, der sich immerhin auf Platz 63 durchgekämpft hat.

Foto: dpa

Thyssen-Krupp konnte die Umsätze seiner Rüstungssparte im Vergleich zu 2014 nicht steigern und stagniert bei 1,9 Milliarden Euro. Im Sipri-Ranking geht es dementsprechend um 6 Plätze nach unten. Allerdings machen Waffengeschäfte lediglich vier Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus.

Foto: dapd

Die größte deutsche Rüstungsfirma ist Rheinmetall. Mit Umsätzen von 2,9 Milliarden Dollar im Militärbereich machen Waffengüter 50 Prozent des Gesamtgeschäfts von Rheinmetall aus. Panzer, Flugabwehrsysteme und Munition gehören unter anderem zum militärischen Produktprogramm. Rheinmetall ist einer der Hauptlieferanten der Bundeswehr. Die übrigen 50 Prozent des Umsatzes generiert das Unternehmen als Autozulieferer.

Foto: dpa

Es handelt sich um den umfangreichsten Kauf im Verteidigungsbereich, den Litauen je getätigt hat. Die frühere Sowjetrepublik hatte nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Frühjahr 2014 ihr Verteidigungsbudget erhöht. Im kommenden Jahr sind Militärausgaben im Umfang von 725 Millionen Euro geplant, das entspricht einem Anteil an der Wirtschaftsleistung in Höhe von 1,79 Prozent.

Angesichts der andauernden Ukraine-Krise hatte das Nato-Land im vergangenen Jahr zudem teilweise die Wehrpflicht wieder eingeführt. Die Nato stationiert außerdem in allen drei baltischen Staaten sowie in Polen ab 2017 jeweils ein Bataillon mit bis zu tausend Soldaten. Das Bündnis reagiert damit auf Forderungen seiner osteuropäischen Mitglieder, die ihre Sicherheit durch Russland bedroht sehen.

dpa, afp
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