Interne Recherche im Unternehmen

Spurensuche im eigenen System

Immer mehr Unternehmen spüren mit Such-Tools versteckte Informationen, die in Intranet und Emails schlummern, auf. Der Markt für Softwarefirmen ist riesig. Nun greifen kleine Anbieter HP, Coveo & Co. an.
Spezielle Softwareprogramme durchsuchen für Unternehmen Intranet, Emails und Dateien automatisch und werten die Daten aus. Quelle: dapd
Schluss mit manueller Informationssuche

Spezielle Softwareprogramme durchsuchen für Unternehmen Intranet, Emails und Dateien automatisch und werten die Daten aus.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDas Wissen der Welt ist immer nur wenige Mausklicks entfernt. Kurz ein Stichwort in eine Suchmaschine eingetippt und schon ist es da. Wer wissen will, welchen Wert das für die Menschheit hat, muss sich nur die Bilanz von Google ansehen: Der Internetgigant hat im vergangenen Jahr rund 66 Milliarden Dollar eingenommen – und gehört zu den größten und mächtigsten Konzernen der Welt. Er ist so groß geworden, weil er einen Algorithmus entwickelt hat, der aus der Unmenge an Informationen im Internet ziemlich genau die rausfiltert, die gerade tatsächlich gesucht werden.

Diesen schnellen Zugang zu Informationen wollen auch immer mehr Unternehmen für sich nutzen - und durchforsten dazu statt dem Internet ihre eigenen internen Systeme. Unter den Stichwort „Enterprise Search“, also „Suche im Unternehmen“ bieten diverse Softwarehersteller an, Daten, die bisher oft in alten Emails, im Intranet oder in Dateien ungesehen vor sich hin schlummern, leicht auffindbar und somit nutzbar zu machen.

Die Software scannt also alle im Unternehmen befindlichen Dokumente und Emails, einige können sogar Mitschnitte von Telefonaten auswerten. Wer dann beispielsweise nach einem speziellen Kunden sucht, findet nicht nur die Dokumente aus der eigenen Abteilung, sondern auch aus anderen. Damit entsteht ein umfassenderes Bild des Kunden.

Laut einer Studie des Marktforschers Grand View Research wird der Markt für Enterprise-Search-Lösungen im Jahr 2020 rund fünf Milliarden Dollar schwer sein. Derzeit ist er etwa halb so groß.

Einer der von diesem wachsenden Markt profitieren möchte ist Daniel Fallmann, Gründer und Geschäftsführer von Mindbreeze. Das Unternehmen aus Linz in Österreich bietet seit 2005 Enterprise-Search-Lösungen an. Damals hätte er einfach den Bedarf gesehen, sagt er heute. „In den Datenquellen eines Unternehmens befinden sich oft viele Millionen Dokumente.“ Nur diese auszuwerten sei gar nicht so leicht: „Die Anforderungen an die Suche sind in Unternehmen ganz andere als im Internet", erklärt Fallmann.

Mit Daten gegen Stau und Krebs
Herbsttagung der Verkehrsminister
1 von 7

Big Data gegen den Stau: Forscher arbeiten an Systemen, die Verkehrsdaten in Echtzeit auswerten. Ziel ist es, dank intelligenter Steuerung das tägliche Stop and Go auf den Autobahnen zu vermeiden. Die Informationen liefern Sensoren in den Autos und am Straßenrand. Ein Pilotprojekt läuft derzeit beispielsweise in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer.

Indian kite maker congratulates US President Obama in Amritsar
2 von 7

Es waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama 2012 zur Wiederwahl verhalfen: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Daten aus Registern und Sozialen Netzwerke zurück. So ließen sich die Bürger gezielt ansprechen.

Schufa will bei Facebook und Co. nach Daten stoebern
3 von 7

Was sagen die Facebook-Freunde über die Bonität eines Nutzers aus? Das wollten die Auskunftei Schufa und das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Sommer 2012 erforschen. Doch nach massiver Kritik beendeten sie ihr Projekt rasch wieder. Dabei wollten die beiden Organisationen lediglich auf öffentlich verfügbare Daten zugreifen. Unternehmen in den USA haben weniger Hemmungen. Der Anbieter Experian etwa bietet einen Dienst namens Income Insight, der das Einkommen einer Person aufgrund vorheriger Kredite schätzt.

huGO-BildID: 5574385 A pedestrian walks past an O2 shop in London, Monday Oct. 31, 2005. Spanish company Telefonica SA announced Monday it has agreed
4 von 7

Bewegungsdaten sind für die Werbewirtschaft Gold wert. Der Mobilfunk-Anbieter O2 wollte sie deswegen vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen. Dafür gründete er Anfang Oktober die Tochtergesellschaft Telefónica Dynamic Insights. In Deutschland muss die Telefónica-Tochter allerdings auf dieses Geschäft verzichten: Der Handel mit über Handys gewonnenen Standortdaten sei grundsätzlich verboten, teilte die Bundesregierung mit.

Vorsorge vor Osteoporose
5 von 7

Welches Medikament wirkt am besten? Die Auswertung großer Datenmengen soll dabei helfen, für jeden Patienten eine individuelle Therapie zu entwickeln. So könnten die Mediziner eines Tages die Beschaffenheit von Tumoren genau analysieren und die Behandlung genau darauf zuschneiden.

Ökostrom
6 von 7

Damit die Energiewende gelingt, müssen die Stromnetze intelligenter werden. Big-Data-Technologien können helfen, das stark schwankende Stromangebot von Windrädern und Solaranlagen zu managen.

Sears and Kmart Holiday Upfront
7 von 7

Welche Geschenke interessieren welchen Kunden? Und welchen Preis würde er dafür zahlen? Der US-Einzelhändler Sears wertet große Datenmengen aus, um maßgeschneiderte Angebote samt individuell festgelegter Preise zu machen. Dabei fließen Informationen über registrierte Kunden ebenso ein wie die Preise von Konkurrenten und die Verfügbarkeit von Produkten. Die Berechnungen erledigt ein Big-Data-System auf der Grundlage von Hadoop-Technik, an dem der Konzern drei Jahre gearbeitet hat.

Unter anderem müssen die Programme diverse Dateiformate durchsuchen können und es muss dringend geklärt sein, wem welche Suchergebnisse angezeigt werden. Nicht, dass unberechtigte Mitarbeiter auf einmal auf Personal-  oder sensible Kundendaten zugreifen können. Doch der Mindbreeze-Chef versichert: „Unsere Software zeigt immer nur Informationen an, für die der Nutzer auch eine Berechtigung hat."  Viele Mitarbeiter seien überrascht, was es im Unternehmen alles an Informationen geben würde, die sie auch tatsächlich sehen dürfen, erzählt er weiter. Seine Programme legen etwa automatisiert Telefonbücher aus Email-Kontakten an und können an nur einem Tag die Informationen aus 25.000 Briefen verarbeiten.

So findet man das passende Such-Tool
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Interne Recherche im Unternehmen - Spurensuche im eigenen System

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%