Schrumpfkurs
IBM baut in Deutschland Tausende Stellen ab

IBM steht in Deutschland ein massiver Umbruch bevor. Auf Dauer könnten hierzulande bis zu 8000 Stellen gestrichen werden. Viele Projekte sollen künftig extern ausgeschrieben werden. Ein Neustart für das Unternehmen.
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FrankfurtEs war ihr erster Auftritt als IBM-Chefin. Selbstbewusst präsentierte Virginia Rometty am 19. Januar in Armonk, Bundesstaat New York, die Bilanz des vierten Quartals: Der operative Gewinn stieg überraschend stark um fünf Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Und das Jahr 2012, versprach die seit dem 1. Januar amtierende Konzernlenkerin, werde mit einem Gewinnplus von zehn Prozent noch besser.

Gerade in Zeiten düsterer Konjunkturperspektiven sollte das für die weltweit 427.000 Mitarbeiter des IT-Konzerns eine gute Nachricht sein. Doch von Zuversicht ist zumindest bei den 20.000 IBM-Beschäftigten in Deutschland nicht viel zu spüren. Hier grassiert stattdessen die Angst – die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust.

Denn IBM wird mittelfristig, also in den nächsten Jahren, in Deutschland Tausende Stellen abbauen. Das bestätigen Mitglieder der höchsten Führungsgremien der deutschen IBM dem Handelsblatt. Einige Führungsmitglieder erwarten einen regelrechten Kahlschlag. „Am Ende kann es sein, dass nur noch 12.000 der derzeit 20.000 Jobs in der Landesgesellschaft übrig bleiben“, so ein Mitglied der IBM-Führungsmanschaft.

Die Firma wollte diese Informationen offiziell nicht kommentieren. „Angesichts der wettbewerbsintensiven Natur unseres Geschäfts diskutieren wir die Details unserer Beschäftigungsplanung nicht öffentlich“, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

Das Projekt ist Teil des bereits laufenden Programms „Liquid“, zu Deutsch „flüssig“, das die alte, starre Arbeitsorganisation weltweit in eine neue, flexiblere oder eben auch flüchtigere Organisation transformieren soll. Das Projekt verfolgt vor allem zwei Ziele: die Produktionskosten zu senken, um den Gewinn pro Aktie weiter zu steigern – von gut zehn Dollar im Jahr 2010 auf 20 Dollar im Jahr 2015.

Zu diesem Zweck sollen künftig Kundenprojekte wie etwa die Beratung bei der Modernisierung von Unternehmenssoftware verstärkt von freien anstelle der bisher fest angestellten Mitarbeitern durchgeführt werden. IBM will solche Projekte auf Internetplattformen ausschreiben, wo sich dann auch die ehemals fest angestellten IT-Entwickler um die Jobs bewerben können. Nicht die Arbeit verschwindet, wohl aber die bisherige Form des festen Arbeitsplatzes. Sollte das Projekt reüssieren, will man es in anderen Landesgesellschaften wiederholen.

Kommentare zu " Schrumpfkurs: IBM baut in Deutschland Tausende Stellen ab"

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  • was für schwachmaten!!!

  • @crowdy:

    So wird es vielleicht verkauft. In der Realität geht es ums Preisdrücken. Und zum "genau spezifizierten Teil": Zeigen Sie mir ein komplexes (IBM-)Projekt, wo überhaupt Zeit für genaue Spezifikationen ist. Und dann zeigen Sie mir ein Wasserfall-Projekt, womöglich noch mit verteilter Entwicklung, das funktioniert.
    Dieses Liquid-"Modell" entstand wie viele andere Veränderungen in den Köpfen von zahlenorientierten Managern, die keine Ahnung haben, wie ein Projekt tatsächlich abläuft. Und zumindest bei IBM wollen sie es auch gar nicht wissen, weil sie dann einsehen müssten, dass Ihre Zielvorgaben vollkommener Irrsinn sind.

  • @ebo:

    Wann haben Sie das Unternehmen denn verlassen? Mit Palmisano begann der Fall der Unternehmenskultur - erst langsam und seit zwei, drei Jahren rapide. Sie möchten nicht wissen, wie heutzutage hinter den Kulissen mit den Mitarbeitern umgegangen wird.

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